Staudenbahn fährt erst ab 2024: Reaktivierung erneut um zwei Jahre verschoben

von LeserReporter Jutta Kaiser aus Neusäß
Der Bahnhof Gessertshausen ist ein der Staudenbahn-Stationen. Die Staudenbahn soll baldmöglichst für einen regelmäßigen Personenverkehr reaktiviert werden.

Vor 25 Jahren wurde der Schienenpersonenverkehr zwischen Gessertshausen und Markt Wald eingestellt. Viele wünschen sich das Angebot dringend wieder zurück.

Die notwendige Infrastruktur für den Abschnitt Gessertshausen-Langenneufnach für die Staudenbahn kommt nochmal um zwei Jahre später. Somit kann die Reaktivierung der Staudenbahn nicht vor Dezember 2024 erfolgen. Dies hat der Grünen-Abgeordnete Max Deisenhofer von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) erfahren.

„Wir warten nun schon seit Jahrzehnten auf die Reaktivierung der Staudenbahn. Die erneute Verzögerung bis Ende 2024 ist das Ergebnis einer verfehlten Verkehrspolitik in Bayern, welche Ausbau und Reaktivierung des Schienenverkehrs nicht ausreichend unterstützt. Zwar hat die Regierung den Schienenverkehr bestellt, doch will sie nicht einen Euro in die dafür benötigte Modernisierung der Infrastruktur investieren. So wird die Reaktivierung weiter verschleppt. Die Regierung muss jetzt handeln und die Staudenbahn retten“, forderte deshalb Felix Senner, der Vorsitzende der Grünen im Landkreis Augsburg.

Was derzeit noch als Ausflugszug zu besonderen Gelegenheiten durch die Westlichen Wälder fährt und seit Corona gänzlich eingestellt ist, soll in Zukunft auf dem 13 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Langenneufnach und Gessertshausen wieder für den Personennahverkehr reaktiviert werden. Dazu gab es einen Vierstufenplan mit Projektvorbereitung, Durchführung des Planfeststellungsverfahrens, Bauvorbereitung und Realisierung sowie Betriebsaufnahme. Offen allerdings ist noch die Finanzierung der Reaktivierung der Strecke. Bis zu 20 Millionen Euro müssten unter anderem in die Infrastruktur gesteckt werden.

Der damalige bayerische Verkehrsminister Hans Reichert (CSU) hatte vor drei Jahren erklärt, dass der Aufsichtsrat der BEG die Bestellgarantie für Züge der Staudenbahn auf 15 Jahre ausgeweitet habe. Nicht in Frage komme aber, die Bestellgarantie „einredefrei“ zu stellen, was bedeute, dass der Freistaat auch bezahle, wenn kein Zug auf der Strecke fährt. Ohne die Einredefreiheit ist aber laut Hubert Teichmann, Geschäftsführer der Staudenbahn-Firmengruppe, die Bestellgarantie nichts wert, da hier keine Bank mitmache.

Konzept zur Reaktivierung der Staudenbahn steht seit 2013

Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Bereich Gessertshausen-Markt Wald wurde bereits vor 25 Jahren von der Deutschen Bahn eingestellt, zehn Jahre später erwarb der Staudenbahnträgerverein, zu der auch die Gemeinden Gessertshausen, Fischach und Langenneufnach gehören, die Infrastruktur. Seitdem fährt die Staudenbahn zur Freude so mancher Ausflügler praktisch als Freizeitangebot an besonderen Tagen. Viele Bewohner der Region wünschen sich aber wieder die Staudenbahn mit einem regelmäßigen Personalverkehr für eine bessere verkehrliche Anbindung zurück.

Das Konzept zur Reaktivierung der Staudenbahn steht seit 2013. Darin enthalten waren die Wahl der Reaktivierungsvarianten, Neugestaltung von Buslinien und Anbindung der Staudenbahn sowie Fahrplan, Fahrzeiten und das Fahrgastpotenzial der umliegenden Gemeinden sowie der Ausbau der jeweiligen Haltepunkte über die Gemeinden. Akzeptiert wurden 18 Zugpaare, die auf der Strecke stündlich zwischen sechs und 24 Uhr verkehren sollten. Bereits damals wurde eine Prognose von täglich 1000 Reisenden dargestellt. Einer zeitnahen Reaktivierung stand aber die Verschiebung des Verkehrskonzepts der DB entgegen, deren Planungen unerwartet mehr Zeit benötigten. Um die unerwartete Verschiebung damals zu vermeiden, wurde von der BBG Stauden mbH ein Vorlaufbetrieb vorgeschlagen. Der Betrieb hätte in Abstimmung mit den an der Reaktivierungsstrecke liegenden Gemeinden im Vorlaufbetrieb 2019 aufgenommen werden können, dann aber wurde die Wiederaufnahme auf 2022 terminiert. Jetzt ist die Reaktivierung für Ende 2024 geplant und selbst dieser Termin ist noch unsicher.

Kommentare

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Beitrag von LeserReporter: Rainer Lange
25. August 2020 - 12:42

Die Staudenbahn wäre vielleicht noch ansatzweise sinnvoll, wenn sie wieder durchgängig nach Süden bis Türkheim verlängert würde. Sorry, aber alles andere ist doch eine Fehlgeburt und ein Millionengrab. Das wird die Staatsregierung wohl auch so sehen.
Zudem, warum sollte man sich den Unwägbarkeiten des schienengebundenen Verkehrs aussetzen, wenn die Busverbindung - gerne auch mit Gas- Hybrid- oder wegen mir Wasserstoffbussen - störungsfrei funktioniert?

 

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