Kissing kann Grün

von LeserReporter Heike Scherer aus Mering
Katrin Müllegger-Steiger (rechts) ist die Spitzenkandidatin der Grünen, der die Kreisvorsitzende Christina Haubrich mit einem Blumenstrauß zur ihrer Wahl gratulierte.

Der Kissinger Ortsverband „Die Grünen“ nominierte Katrin Müllegger-Steiger als Spitzenkandidatin für die Bürgermeisterwahl am 24. März

Die Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Christina Haubrich aus Merching begrüßte die Mitglieder des Ortsverbandes und Besucher, die zur Vorstellung und Nominierung des Kandidaten der Grünen für die anstehende Wahl des Kissinger Bürgermeisters in die AWO Kissing gekommen waren. Mit 100 Prozent bestimmten zwölf anwesende Wahlberechtigte die 41-jährige Realschullehrerin als Spitzenkandidatin für den 24. März.

Die erforderlichen Wahlbeauftragten sind Petra Hofberger und Katharina Eigenmann. Letztere räumte der grünen Spitzenkandidatin große Chancen ein, weil der derzeitige Trend, grün zu wählen, nicht vor Kissing haltmache. Gerade in Kissing gebe es viele wichtige grüne Themen, die Müllegger-Steiger angehen wolle. Vor allem der Lechsteg, ein schneller Radweg, auf dem Studenten in einer Viertelstunde zur Universität kämen, sei eine ihrer Maßnahmen, mit denen sie im Wahlkampf punkten könnte. Christina Haubrich glaubt ebenfalls, dass der derzeitige Aufwind der Grünen in die Kissinger Kommunalwahl mitgenommen werden könne. Viele Menschen hätten ein stärkeres Umweltbewusstsein und seien über die geplante Ost-Tangente verärgert. Außerdem habe sich die Kandidatin bereits seit drei Jahren im Amt als 3. Bürgermeisterin bewährt.

In ihrer Nominierungsansprache betonte Katrin Müllegger-Steiger ihr frühes Interesse an Politik, denn ihr Vater war der erste grüne Stadtrat in Friedberg. Schon ab 16 Jahren besuchte sie Versammlungen der Partei und kandidierte mit 18 Jahren erfolgreich für den Stadtrat. Von 1998 bis 2006 gehörte sie dem Gremium an. Nach dem Abitur legte die gebürtige Friedbergerin ein freiwilliges soziales Jahr an der Fritz-Felsenstein-Schule in Königsbrunn ab, bevor sie ihr Studium an der Universität Augsburg in Deutsch und katholische Religionslehre für Realschule begann. Seit 2011 ist die Mutter dreier Kinder an der Meringer Realschule tätig.

Seit 2006 wohnt Katrin Müllegger-Steiger in Kissing, zog im Jahr 2010 in den Gemeinderat ein und übernahm auch den Fraktionsvorsitz im Kreistag. Diesem Gremium gehört sie bereits seit 2004 an. Nach der Kommunalwahl 2016 erhielt sie den Fraktionsvorsitz im Kissinger Gemeinderat und wurde zur 3. Bürgermeisterin gewählt.
Ihr Wahlprogramm steht unter dem Motto „Kissing kann Grün“. Sie strebt eine transparente und offene Politik an. „Jeder Gemeinderat soll sich in seiner Arbeit wertgeschätzt fühlen und die bestmöglichste Unterstützung durch den Bürgermeister und die Verwaltung erhalten“, sagte sie. Das soll durch ein rechtzeitiges Zusenden der Unterlagen geschehen, auch Fraktionsvorsitzende, 2. und 3. Bürgermeisterin würde sie schon im Vorfeld in Entscheidungen einbinden. Wichtige und schwierige Themen müssten ihrer Meinung nach in öffentlichen Sitzungen behandelt werden. Sie könnte sich auch eine Online-Sprechstunde vorstellen, möchte Bürgerwerkstätten zu bestimmten Themen wie Ortskern oder Entwicklung des Altortes und auch Bürgerversammlungen für Jugendliche anbieten. Sie steht für eine ökologische Politik: die natürlichen Artenräume und Naherholungsgebiete sollen geschützt, die vierspurige Autobahn verhindert werden. Die Bürger sollen vor Verkehrslärm, vor allem an der B2 geschützt werden, ggf. durch eine Tieferlegung dieser vielbefahrenen Straße. Das Radwegenetz möchte sie hierfür ausbauen lassen: dazu zählt der Radweg nach Hörmannsberg, aber auch der Lechsteg, über den man in 15 Minuten zur Universität gelangen würde. Der öffentliche Nahverkehr müsse verbessert werden, die Neubaugebiete seien zu schlecht angebunden. Kindertagesstätten und Schulen sollen im Rahmen einer familienfreundlichen Politik weiter ausgebaut werden. Der soziale Wohnungsbau sei wichtig, aber auch die Gemeinde sei in Bezug auf weitere Wohnmöglichkeiten in der Verantwortung, so Müllegger-Steiger. Mit allen Vereinen und Initiativen solle die Gemeinde zusammenarbeiten und ihre hervorragende Arbeit fördern. „Großer Unterschied zwischen mir und den anderen Kandidaten ist ein maßvolles und bedachtes Wachstum, damit der dörfliche Charakter Kissings und die sozialen Strukturen, weshalb wir hier so gerne leben, erhalten bleiben“, betonte die engagierte Politikerin. Das bezieht sich sowohl auf den Bau von Häusern als auch auf die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe. Bestehendes Gewerbe soll gefördert und unterstützt werden, vor Ort eingekauft werden. „Nicht größer, schneller, weiter“, sondern „Kissing bleibt mit mir am Puls der Zeit, aber erhält sich seinen liebenswerten Charakter“, sagte sie am Schluss ihrer Rede.

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