In der Kissinger Nähwerkstatt kreativ sein

von LeserReporter Heike Scherer aus Mering
Marianne Samweber (Mitte) hatte gemeinsam mit Marlene Weiss die Idee für die Nähwerkstatt im Container in der Auenstraße 17. Beim ersten Nähtreff nach der Coronapause nähten Rita aus Nigeria (rechts) und Heike Scherer (links) Taschen unter ihrer Anleitung.

Wer das Nähen ausprobieren oder auffrischen möchte, kann sich ein Stück seiner Wahl nähen.

Während Rita aus Nigeria schon eine beigefarbene Tasche zuschneidet, erklärt Marianne Samweber den Neulingen, wie sie vorgehen müssen. Beim ersten Nähtreff nach der Coronapause sind neben Taschen auch Netze für den Einkauf von Obst und Gemüse entstanden. Der Nähtreff Kissing findet samstags von 11 bis 13 Uhr im Container bei der Auenstraße 17 statt.

Marlene Weiss und Marianne Samweber hatten die Idee für die Nähwerkstatt. Mit dem von Herbert Heißerer zur Verfügung gestellten Container konnte ihr Wunsch in Erfüllung gehen. So verbessern die Bewohner der Unterkünfte bei dem Projekt ihre Deutschkenntnisse. Der Nähtreff ist aber auch für Personen interessant, die das Nähen ausprobieren möchten. Sechs Nähmaschinen stehen bereit und es gibt eine große Auswahl an Stoffen und Nähgarnen. Stoffe, Nähzubehör und die Maschinen wurden größtenteils gespendet, auch der Kissinger Handarbeitsflohmarkt gab den Initiatorinnen einige Materialien. 350 Euro steuerte die Asyl- und Integrationsbeauftragte Petra Hamberger aus Projektfördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales bei.

Ob man für die große Tasche zum Baden die Farbe gelb, blau, lila oder pinkfarben wählt, bleibt jedem selbst überlassen. Außen kann in einer anderen Farbe eine Seitentasche für Zeitung und Trinkflasche angenäht werden, erklärt Marianne Samweber. Sie hat viel Erfahrung im Nähen und gibt das an andere weiter. Im Alter von 14 Jahren begann sie mit dem Nähen. Ihre Mutter hatte sich eine Nähmaschine gekauft, auf der sie sich Schlaghosen anfertigte. Bei verschiedenen Nähkursen in Augsburg bildete sie sich weiter und sie näht viel in ihrer Freizeit. „Die Taschen können für den Eigenbedarf angefertigt werden. Da wir von Plastiktüten wegkommen und Umweltbewusstsein bei den Käufern wecken wollen, verkaufen wir die Taschen in verschiedenen Größen auch im Kleiderladen“, verrät Weiss. Da der Preis sehr niedrig ist, nimmt sie gerne auch eine Spende für ihre Projekte entgegen. Aufgrund des vorgeschriebenen Abstandsgebots können sich jetzt nur vier Personen im Container aufhalten. Eine vorherige Anmeldung bei der Kissinger Ehrenamtsbeauftragten der Gemeinde Marlene Weiss ist erforderlich, unter Telefon 01511/4972672. (hsche)

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