Kunst im Rathaus

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Jürgen Hörauf vom Königsbrunner Künstlerkreis, Bürgermeister Franz Feigl, Kulturamtsleiterin Rebecca Ribarek und Kulturreferentin Marion Kehlenbach (von links) in der aktuellen Ausstellung im Kunstkarree des Rathauses.

Die Jahresausstellung des Königsbrunner Künstlerkreises kann trotz Corona ohne Anmeldung besucht werden.

Die Eröffnung der Ausstellung des Königsbrunner Künstlerkreises fand diesmal nur in kleiner Runde statt mit Bürgermeister Franz Feigl, Kulturamtsleiterin Rebecca Ribarek, Kulturreferentin Marion Kehlenbach, Jürgen Hörauf und Dr. Frank Pfeilschifter vom Künstlerkreis sowie der Presse. Ausgestellt sind rund 40 Werke unterschiedlicher Stile und Techniken. Pfeilschifter ist mit Arbeiten in Öl und Eitempera vertreten. Letzteres ist eine sehr alte Maltechnik, bei der die Farben aus so interessanten Bestandteilen wie Ei und Bier angemischt werden. „Ich habe es gern, wenn meine Bilder an die Luft kommen“, sagte Pfeilschifter. Deshalb beteilige er sich gern an Ausstellungen und stelle seine Werke auch häufig in Arztpraxen aus. Ihm helfe das Malen beim Ordnen von Gedanken, erläuterte er. „Neben meinem Schreibtisch steht eine Staffelei. Wenn ich etwa beim Verfassen eines Vortrags nicht weiterkomme, greife ich zum Pinsel.“

Marie-Luise Reichelt malt mit Aquarellfarben. Die Workshops brachten sie dazu, in ihre Aquarelle Akzente mit Tusche oder Ölkreide zu setzen, wie Jürgen Hörauf bei einem Gang durch das Kunst-Karree berichtete. Franz Günther schloss sich dem Künstlerkreis an, als er in den Ruhestand trat. „Er bringt viel handwerkliches Geschick mit und hat Freude daran, neue Techniken zu entdecken“, so Hörauf. Günther ist mit einer Arbeit aus gespannten Fäden und einem Holzschnitt auf Tapete vertreten.

Alte und neue Maltechniken

Georg Atzkern ist ein langjähriges Mitglied des Künstlerkreises. Er malt in Öl auf Leinwand nach der Natur und hat es darin zu einiger Meisterschaft gebracht. Er stellt vier kleinformatige Werke aus, darunter die Ansicht „Kloster Oberschönenfeld“. Maria Groß stellt Encaustic-Arbeiten vor. In dieser Technik wurde schon in der Antike gemalt, man könnte den Begriff mit „Wachsmalerei“ übersetzen. Von Irene Vock und Sieglinde Matysik sind farbkräftige Acrylmalereien mit den Titeln „Highlight der Farben“ und „Sonnenuntergang“ zu sehen. Auch das Bild „Unterwegs“ auf dem Prospekt zur Ausstellung wurde mit Acrylfarben gemalt, von Sabine Hämmer. Die Pandemie wurde von Hämmer in einer Collage mit dem Titel „Miss Corona“ verarbeitet.

„Um die Ausstellung zu besuchen, klingelt man an der Rathaustür. Es dürfen sich nur drei Personen gleichzeitig in der Ausstellung aufhalten oder auch mehr, wenn sie zu einem Haushalt gehören. Man muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen und seine Kontaktdaten in ein Formular eintragen, damit man gefunden werden kann, falls ein Corona-Fall unter den Besuchern auftreten sollte. Die Daten werden nach vier Wochen vernichtet“, erläuterte Rebecca Ribarek.

Die Malerei ist nur für wenige Menschen ein Brotberuf, aber für viele Berufung, Entspannung, Leidenschaft oder Ausgleich. Königsbrunner Künstler mit einem anderen Hauptberuf haben sich schon vor über 40 Jahren zum Künstlerkreis zusammen gefunden. Im Moment gehören 29 Menschen, die sich in Gemälden, Drucken oder Plastiken kreativ ausdrücken, zum Kreis. Sie treffen sich jeden Dienstagabend. „Manche malen bei den Treffen, andere kommen zum Erfahrungsaustausch und malen lieber nur zu Hause“, so Hörauf. Wegen Corona können diese Treffen derzeit nicht stattfinden. „Für manche ist es schwer, sich zu motivieren, wenn der Austausch in der Gruppe fehlt. Deshalb hoffen wir, dass wir uns ab September wieder treffen können.“ Mehrmals jährlich werden Workshops angeboten, in denen neue Techniken vorgestellt und ausprobiert werden. Hier könne es vorkommen, dass die Leinwände auf den Boden gelegt und mit Besen bemalt werden, berichtete Hörauf, der die meisten Workshops leitet. Zweimal im Jahr wird im Asternpark mit Senioren gemalt, es gibt Filmabende und gemeinsame Ausflüge zu Kunstausstellungen. Einmal jährlich wird eine gemeinsame Städtereise unternommen, um dort Anregungen zu sammeln. Die Zeichen- oder Malausrüstung ist im Reisegepäck.

Wer in den Künstlerkreis hinein schnuppern möchte, schreibt am besten eine E-Mail an info[at]koenigsbrunn-kuenstlerkreis[dot]de. „Erfahrung und Können spielen keine Rolle. Mitmachen kann, wer Interesse hat“, versicherten Hörauf und Pfeilschifter übereinstimmend. „Niemand muss seine Werke ausstellen und niemand muss an den Workshops teilnehmen. Wir haben uns zusammengeschlossen, um uns auszutauschen und gegenseitig Anregungen zu geben.“

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

Kritik an "heidnischen" Elementen: Wem …
2 Tage 1 Stunde
Licht+Schatten.
3 Tage 15 Stunden
VERLOSUNG: 3x2 Tickets für Festkonzert im …
6 Tage 15 Stunden
VERLOSUNG: 3x2 Tickets für Festkonzert im …
6 Tage 17 Stunden
Wasserrad
1 Woche 3 Tage


X