Der Weg zum glücklichen Ende

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Zu sehen ist Märchenerzählerin Hildegard Häfele.

Am letzten Abend der Veranstaltungsreihe „Sommerklänge im Lesepark“ wurden Märchen aus aller Welt erzählt.

Auch am letzten Abend der Reihe „Sommerklänge im Lesepark“ spielte das Wetter mit. Mitten im September erlebte das Publikum neben dem Mercateum einen warmen Sommerabend. „Alle Veranstaltungen konnten stattfinden, der Regen kam oft direkt vorher oder nachher, aber nie während der Vorstellung“, freute sich Kulturamtsleiterin Rebecca Ribarek. Die ganze Reihe, vom Konzert des Blasorchesters Königsbrunn über die sommerlichen Gedichte mit Linda Wilhelm und die Trachtlergruppe „d’Lechauer“ bis zum Qigong-Abend von Maja Jonas, stieß auf großes Interesse, so dass jedes Mal Wartelisten angelegt wurden. „Die Menschen haben sich so gefreut, dass sie endlich wieder ausgehen, Leute treffen und interessante Anregungen bekommen konnten, dass bei jeder Veranstaltung sehr gute Stimmung herrschte und Künstler wie Publikum einen schönen Abend hatten. Bei den Qigong-Übungen wurde auch eifrig mitgemacht“, so Ribarek. Die Mitarbeiterinnen des Kulturbüros hatten für jede Veranstaltung die Stühle mit der Zuschauerliste und einem Meterstab in der Hand aufgestellt und gekennzeichnet. Aus Ribareks Sicht hat sich die Mühe gelohnt: „Menschen brauchen einfach solche gemeinsamen Erlebnisse.“

Den letzten Abend gestaltete die Märchenerzählerin Hildegard Häfele aus Augsburg. „Märchen sind Geschichten aus einer fernen Welt, die uns Wegweiser sein können für unsere Wirklichkeit“, führte Ribarek in das Programm. Vor rund 60 Zuschauern erzählte Häfele ohne Manuskript Märchen aus dem Baltikum, aus Japan, Nordamerika, Tibet und auch eines der Gebrüder Grimm. Der Abend stand unter dem Titel „Auf wundersamen Wegen“ und so ging es um Menschen, die sich auf den Weg machten und zum Teil lange unterwegs waren, bis ein bestimmtes Problem gelöst oder ein Wunsch erfüllt werden konnte. Unter einem weißen Zeltdach stand Häfele anfangs in strahlender Sonne. Allmählich sank die Sonne und Fackeln wurden angezündet, so dass die Atmosphäre ein wenig geheimnisvoll wurde. Ein Gongschlag auf eine Klangschale läutete den Beginn eines jeden Märchens ein, und schon war das Publikum wieder gebannt. Obwohl man weiß, dass Märchen gut ausgehen, war der Weg zum glücklichen Ende doch jedes Mal wieder spannend. Die Zuschauer lauschten fasziniert und genossen die Stellen, in denen Humor aufblitzte. In der Geschichte aus dem Baltikum waren die Märchen eines Landes gestohlen worden. Das Erzählen von Märchen spielte also selbst eine Hauptrolle. Ansonsten ging es darum, wer sich, wenn es hart auf hart kommt, als charakterlos erweist und wer als ehrlich und anständig. Letzteres war oft eine Person, auf die zuvor herabgesehen wurde, etwa weil sie als dumm galt. Am Ende wurde reich belohnt, wer seine Verwandten und Freunde nicht im Stich gelassen hatte. Auch die Zuschauer erhielten am Ende ein Geschenk, sie bekamen je einen Zauberstein, einen winzigen, ungeschliffenen Bernstein mit der Information: „Bernstein ist wie eine kleine Sonne, die man bei sich tragen kann. Er fördert die Fröhlichkeit und stärkt den Glauben an sich selbst.“

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