Eine Ära geht zu Ende

von LeserReporter Gerlinde Weidt aus Königsbrunn
Grundschüler der Fritz-Felsenstein-Schule bedanken sich bei Werner Alig für 25 Jahre Ehrenamt

Der Scheuringer Werner Alig verabschiedet sich nach 24 Jahren ehrenamtlicher Gestaltungsarbeit aus dem Aufsichtsrat des Königsbrunner Fritz-Felsenstein-Hauses
24 Jahren im Dienste des Fritz-Felsenstein-Haus e.V. (FFH) hat der Trägerverein des Förderzentrums für Körperbehinderte in Königsbrunn seinen hochverdienten ersten Aufsichtsratsvorsitzenden in den Ruhestand verabschiedet. Werner Alig aus Scheuring bei Landsberg war seit 1995 Mitglied des damaligen Vorstands, im Jahre 2000 wurde er zum ersten Vorsitzenden gewählt. Seit der Umstrukturierung des Vereins 2014 war er als Erster Aufsichtsratsvorsitzender tätig. Nun hat sich der 72-jährige bei der Mitgliederversammlung altersbedingt nicht mehr zur Wahl gestellt. Sein Nachfolger im Amt ist der Königsbrunner Werner Zahn.

Werner Alig gestaltete in unvergleichlicher Weise die Geschicke des Vereins mit. „Nahezu die Hälfte der Zeit hat das Fritz-Felsenstein-Haus unter seiner Führung Menschen mit Behinderung aus der Region versorgt und begleitet“, sagt Gregor Beck, Vorstand des Fritz-Felsenstein-Hauses. „Wir sind unglaublich stolz darauf, mit Werner Alig jemand gehabt zu haben, der mit soviel innerer Überzeugung, persönlichem Engagement und Tatkraft geholfen hat, die Einrichtung auf ein zukunftsfähiges Fundament zu stellen, so dass wir auch für zukünftige Generationen von Menschen mit Behinderung die professionelle Anlaufstelle in der Region sein können.“

Zupackend und engagiert Als seine körperbehinderte Adoptivtochter Yeliz 1992 in die Fritz-Felsenstein-Schule kam, übernahm er zunächst das Amt des Vorsitzenden im Elternbeirat, 3 Jahre später wurde er in den Vorstand gewählt, wo er als 2. Vorsitzender, später dann auch als 1. Vorsitzender im Vorstand tätig war. Bereits damals brachte Alig Erfahrung aus mehreren ehrenamtlichen Tätigkeiten in Kindergärten, verschiedenen Schulen und dem Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. mit. Privat hatten Werner Alig und seine Frau Maria-Luise im Laufe der Jahre eine Großfamilie um sich versammelt: Neben den beiden leiblichen Kindern, zogen sie auch 5 Pflegekinder groß, darunter die körperbehinderte Yeliz. „Wer etwas verändern will, muss Verantwortung übernehmen“ – nach diesem Motto gestaltete der gebürtige Hesse nicht nur sein Berufsleben als Banker, sondern auch sein Privatleben.

Zahlreiche Bauprojekte „1995 befand sich der Verein in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, erinnert sich Alig. Gleichzeitig standen im Fritz-Felsenstein-Haus wichtige Entscheidungen in Bezug auf notwendige Baumaßnahmen an: die Neubauten von Schule, Therapie, Schwimmbad und Förderstätte, die Betonsanierung und der barrierefreie Spielplatz. Mit finanziellem Geschick und Entscheidungsfreude ging er die Aufgaben an. Am Ende waren insgesamt 14 Millionen Euro in diverse Bauprojekte geflossen, gleichzeitig konnte innerhalb von 13 Jahren unter seiner Führung das Vereinsvermögen verdoppelt werden.

Inklusion und moderne Behindertenarbeit In den letzten Jahren veränderte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit: Mit der Umstrukturierung des Vereins und dem Wechsel zum Aufsichtsrat übernahm er eine begleitende und beratende Rolle bei der Umsetzung innovativer Konzepte in der Behindertenarbeit. Dazu gehörten die Gründungen des Beraterteams im FFH sowie der Tochtergesellschaft PAsst!, die Assistenz- und Pflegdienste anbietet. Das jüngste FFH-Projekt ist Fritz & Jack, das Menschen mit Behinderung inklusives Wohnen in der Augsburger Innenstadt ermöglichen wird.

Das Fritz-Felsenstein-Haus verabschiedete Werner Alig mit einer bunten Feier in der Aula der Schule, an der Schüler, Mitarbeiter und Mitstreiter teilnahmen. Kinder und Jugendliche hatten mit ihren Lehrern Lieder und unterhaltsame Vorführungen vorbereitet. Auch der Königsbrunner Bürgermeister Feigl würdigte Werner Alig in einer kurzen Ansprache als „Fels“ von Felsenstein, der im Hintergrund über mehr als zwei Jahrzehnte die Geschicke des Förderzentrums gestaltet hat. Heute gilt das FFH über die Region hinaus als Vorzeigeeinrichtung und innovativer Wegbreiter von Inklusion und modernen Behindertenarbeit. Zum Abschluss der Feier stimmten die Schüler ihre Schulhymne „Ohh wie schön ist Felsenstein“ an. Anschließend verlieh der neu gewählte Aufsichtsrat Werner Alig die Ehrenmitgliedschaft.

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