Bürgerversammlung in Königsbrunn: „Da ändert sich ja ganz schön viel!“

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Am östlichen Ortsrand, wo heute noch Kaninchen hoppeln, soll ein neues Wohngebiet entstehen.

Bei der Bürgerversammlung im Jugendzentrum „Matrix“ stellte Bürgermeister Franz Feigl aktuelle Kennzahlen und Bauprojekte vor.
„Königsbrunn ist eine wachsende Stadt. Im letzten Jahr sind mehr Menschen zu- als weggezogen und es gab mehr Geburten als Todesfälle. Dadurch stieg die Einwohnerzahl um rund 300 auf 28 365“, informierte der Bürgermeister die rund 80 Besucher der Bürgerversammlung in der vergangenen Woche. Die Stadtverwaltung arbeite daran, der steigenden Nachfrage nach Wohnraum gerecht zu werden, fuhr er fort.

Ein ganz neues Baugebiet

In der Stadtmitte sollen neue Wohnungen gebaut werden, insbesondere an der Schulstraße nach dem Abriss der Mittelschule. Ein ganz neues Baugebiet soll südlich des Gautschplatzes und des Feuerwehrhauses entstehen. Mehr als 300 neue Wohnhäuser und eine Kindertagesstätte sollen sich an den Ostrand der bisherigen Bebauung entlang der Raberstraße anschließen. Zusätzlich wird eine kleinere Fläche hinter den Häusern entlang der Weldenstraße erschlossen. „Insgesamt wird es das größte Baugebiet im ganzen Landkreis sein“, so Feigl. „Das Areal ist in zahllose Flurstücke unterteilt, von denen genau 3 nur einer Person gehören. Alle anderen sind in den Händen von Erbengemeinschaften mit bis zu 17 Parteien.“

Wie lange es dauern wird, bis all diese Grundstücke aufgekauft sind, sei nicht genau absehbar. Wenn dieser Schritt geschafft sei, werde es eine „qualifizierte Abfrage“ geben, das heißt, dass Bauinteressenten, die bereits die Finanzierungszusage einer Bank vorlegen können, befragt werden, an welcher Art von Wohneigentum sie interessiert sind. An den Antworten wird sich die Beplanung mit Mehrfamilien-, Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern orientieren. Bis Juli will der Stadtrat ein Einheimischen-Modell entwickeln, das es ermöglichen wird, die Bauplätze bevorzugt an Interessenten zu vergeben, die bereits seit einigen Jahren in Königsbrunn wohnen und bestimmte soziale Kriterien erfüllen.
Eine weitere Folge des Einwohnerzuwachses ist ein steigender Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Im Moment übersteigen die Anmeldungen die vorhandenen Kapazitäten um 52 Kindergartenplätze und 30 bis 50 Plätze in Kinderkrippen. Derzeit wird geprüft, ob Räume in städtischen Gebäuden umgebaut werden können oder ob die Kinder in mobilen Containern untergebracht werden.

Die Grundstückskäufe für die Bauvorhaben in der Stadtmitte und dem östlichen Baugebiet bilden einen der größten Posten im städtischen Haushalt mit rund 5 Millionen Euro. Ebensoviel ist jeweils für die Sanierung der Grundschulen Nord und Süd vorgesehen, wie Feigl in der Aufstellung der Haushaltszahlen zeigte. Die Erträge belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro, von denen gut die Hälfte abgegeben werden muss an Kreis und Bezirk, deren Ausgaben wiederum auch Königsbrunn zugutekommen.

Ein großes Projekt in diesem Jahr wird der Ideen- und Realisierungswettbewerb für das zukünftige „Forum“ auf dem Gelände der ehemaligen Königstherme sein. 15 Architektenteams nehmen teil, die Entscheidung wird im Oktober fallen. Die Bewerber sollen Ideen vorlegen, wie ein Gebäudekomplex aussehen könnte, in dem von einem gemeinsamen Foyer aus das wichtige Kernstück, ein Bürgersaal, sowie die Eishalle mit Raum für Großveranstaltungen, die Musikschule, Seminarräume der Volkshochschule, Proben- und Gemeinschaftsräume für Vereine und auch Gastronomie-Angebote erreicht werden können. Zudem sollen auf dem Gelände die Königsbrunner Museen gemeinsam untergebracht werden, möglichst attraktiv und mit längeren Öffnungszeiten als bisher. Auch für die Gestaltung der Freiflächen sollen Vorschläge eingereicht werden.

Sitzgelegenheiten und Wasserspiele

„Da ändert sich ja ganz schön viel!“ murmelte an dieser Stelle ein Herr im Publikum. Und schon ging es weiter mit dem nächsten Bauprojekt. Feigl erläuterte die Planzeichnungen für die Bürgermeister-Wohlfahrt-Straße, die in einen Boulevard, eine Prachtstraße, verwandelt werden soll mit breiten Bürgersteigen, viel Grün und hübschen Plätzen rechts und links der Straße mit Sitzgelegenheiten und Wasserspielen. Und schließlich zeigte Feigl die Bauzeichnungen für einen neuen Wertstoffhof an der Bobinger Straße. Eine Einbahnstraße wird auf eine Rampe führen, so dass die Abfälle über ein Geländer nach unten in die verschiedenen Container geworfen werden. Die Bauarbeiten sollen Ende 2019 beginnen und 2020 beendet sein.

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