Königsbrunn: Baumgräber sind angelegt

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Südlich der Aussegnungshalle entsteht ein großzügig angelegter Friedwald.

Die Umgestaltung des Friedhofs macht Fortschritte. Der Feldweg zwischen Friedhof und Kleingartenanlage soll für Fahrzeuge gesperrt werden.

Wie im vergangenen Jahr beschlossen, wird der Königsbrunner Friedhof umgestaltet, um ihn an die heutige Bestattungskultur anzupassen. Viele aufgelassene Grabstellen werden nicht mehr belegt, da sich immer mehr Menschen für eine Urnenbestattung entscheiden. Andreas Eser und Edith Koos, die in der Stadtverwaltung für die Friedhofsentwicklung zuständig sind, informierten den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung über den Stand der Arbeiten. Zukünftig soll die Bestattung von Urnen nicht nur in Urnenwänden möglich sein, sondern auch in Erdurnengräbern unter Bäumen oder in Rasenflächen entlang von Blumenwiesen. Beides soll im südwestlichen Bereich des Friedhofs ermöglicht werden, wo im vergangenen Jahr eine Reihe von Kleingärten aufgelöst wurden. Hier wurden in diesem Jahr Bäume gepflanzt und zahlreiche Sitzgelegenheiten aufgebaut. Rund um die Bäume und entlang einer höher gelegenen Wiese sind insgesamt 70 Urnengräber entstanden. Jedes Grab erhält eine runde Abdeckung aus Metall, auf der ein Baum des Lebens abgebildet ist. Um den Baum herum werden die Namen der Verstorbenen eingraviert. Es ist jeweils genug Platz für vier Namen, denn die Urnengräber sollen von Einzelpersonen oder Paaren oder auch als Familien- oder Gemeinschaftsgräber genutzt werden können. Der Durchmesser der Platten beträgt etwa einen Viertelmeter. Die Gräber erfordern keinerlei Pflege und sollen mit acht Jahren Totenruhe angeboten werden. Momentan ist der zukünftige Friedwald noch nicht zugänglich. Erworben werden können die Urnengräber voraussichtlich ab April 2021. Zuvor soll noch eine neue Friedhofssatzung erarbeitet und verabschiedet werden.

Bisher verläuft zwischen dem Friedhof und der Kleingartenanlage im Süden ein Feldweg. Dieser soll für Fahrzeuge gesperrt werden, damit die Stille des Friedhofs nicht mehr durch Motorenlärm gestört wird. Bürgermeister Franz Feigl berichtete, dass er bereits mit den Landwirten, denen die umliegenden Felder gehören, sprechen konnte und von diesen keine Einwände kamen. Bei der Motorenstärke moderner landwirtschaftlicher Fahrzeuge stellt ein Umweg über die Gartenstraße im Süden oder über einen asphaltierten Feldweg im Norden kein Problem dar. Daraufhin fiel der Beschluss des Stadtrats einstimmig aus. Am östlichen und am westlichen Ende des Weges soll jeweils ein Tor errichtet werden, damit Fußgänger den Weg weiterhin nutzen können. Ein Maschendrahtzaun und eine Hecke, die bisher entlang des Feldweges stehen, sollen entfernt werden, damit deutlich wird, dass der Weg zum Friedhof gehört. Dank der Toranlage am östlichen Ende des Weges wird der Zaun im Eingangsbereich überflüssig und kann entfernt werden, wodurch der Eingangsbereich einladender wirken wird.

Die nächsten Schritte werden die Anlage eines muslimischen Grabfeldes und eines Sternenkinderfeldes im nördlichen Friedhofsbereich sein. Als „Sternenkinder“ werden Kinder bezeichnet, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm tot zur Welt kamen. Zudem sollen im nächsten Jahr die Hauptwege saniert werden.

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