Königsbrunn: Einheimischenmodell ist verabschiedet

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Hier, am östlichen Stadtrand, soll ein Baugebiet entstehen, in dem das Einheimischenmodell zum ersten Mal zur Anwendung kommt.

Wer Interesse am Erwerb von Wohneigentum über das Einheimischenmodell hat, kann sich jetzt bewerben.

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Stadtrat das seit langem diskutierte Einheimischenmodell verabschiedet. Ziel des Modells ist es, einheimischen Königsbrunnern den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen, auch wenn sie die aktuell sehr hohen Immobilienpreise nicht finanzieren können. Als einheimisch gilt, wer schon länger in der Stadt wohnt oder bis vor höchstens zehn Jahren gewohnt hat oder wer hier arbeitet. Nicht-Einheimische dürfen sich durchaus auch bewerben. Wenn sie bei den sozialen Kriterien eine hohe Punktzahl erreichen, könnten sie zum Zuge kommen.

Im Rahmen des Modells verkauft die Stadt Baugrundstücke und Wohnungen zu einem ermäßigten Preis. Der Quadratmeterpreis der erschlossenen Baugrundstücke wird bei etwa 500 Euro liegen. Wer Interesse hat, muss sich bewerben. Den Bewerbungsbogen bekommt zugeschickt, wer das Formular „Interessenbekundung für die Teilnahme am Einheimischenmodell“ ausgefüllt und an die Stadtverwaltung übermittelt hat. Das Formular erhält man im Rathaus oder online unter https://www.koenigsbrunn.de/meine-stadt/stadtentwicklung/einheimischenmo.... Im Bewerbungsbogen wird nach den persönlichen und finanziellen Verhältnissen gefragt. Man muss also der Stadt gegenüber ebenso offen sein wie gegenüber einer Bank, bei der man ein Baudarlehen beantragt. Zu den Bewerbungsunterlagen gehört auch die Finanzierungszusage einer Bank. Die Bewerber sollen also zu der Gruppe gehören, die genügend finanzielle Mittel vorweisen kann, um bei einem Geldinstitut eine Finanzierungszusage zu bekommen, aber nicht über so viel Vermögen und Einkommen verfügt, dass sie nicht als unterstützungsbedürftig gelten kann. Berücksichtigt werden nur Bewerber, deren Einkommen höchstens das durchschnittliche Jahreseinkommen am Ort beträgt. Es liegt laut Bayerischem Landesamt für Statistik bei 47.000 Euro im Jahr bei Alleinstehenden und 94.000 Euro jährlich bei Ehepaaren. Für jedes unterhaltsberechtigte Kind erhöht sich diese Grenze um 7000 Euro. Die Obergrenze für Vermögen richtet sich nach dem Wert des Grundstücks oder der Eigentumswohnung, die über das Einheimischenmodell erworben werden soll. Andere Fördermöglichkeiten wie das „Bayerische Wohnungsbauprogramm“, das „Bayerische Zinsverbilligungsprogramm“ oder ein günstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) können zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Die Chance auf ein „Modellgrundstück“ erhöht sich für Antragsteller, wenn zu ihrem Haushalt minderjährige, behinderte oder pflegebedürftige Menschen gehören. Diese werden unter den sozialen Kriterien im Bewerbungsbogen angegeben. Wer einen Zuschlag erhält und eine Immobilie vergünstigt erwerben kann, muss sie nach Baufertigstellung 15 Jahre lang selbst als Hauptwohnsitz nutzen, bevor er sie am freien Markt verkaufen kann. Sollte ein Verkauf früher gewollt oder notwendig werden, hat die Stadt ein Vorkaufsrecht. Diese Bindungsfrist betrug im Entwurf zehn Jahre. Auf Antrag der SPD und nach ausführlicher Diskussion wurde sie auf 15 Jahre erhöht.

Es gibt auch eine Bauverpflichtung auf den Grundstücken, was bedeutet, dass innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf mit der Bebauung begonnen werden muss.

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X