Königsbrunn: Spatenstich für das neue Obst- und Gartenbauzentrum

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Beim symbolischen ersten Spatenstich (von links): LEADER-Koordinator Erich Herreiner, Bürgermeister Franz Feigl, Ulrich Grassinger, Roland Neider, Klaus Weissinger, Werner Rittel und Roland Schwab vom Gartenbauverein, die Stadträte Helmut Schuler und Wilhelm Terhaag sowie Fritz Schäufele vom Gartenbauverein.

Der „Verein für Gartenbau und Landespflege Königsbrunn“ baut ein Obst- und Gartenbauzentrum an der Egerländer Straße. Zur nächsten Mostsaison soll es fertig sein.

Die Mitglieder des Gartenbauvereins konnten es noch kaum glauben, dass es tatsächlich so weit war: Am Mittwoch vergangener Woche fand der Spatenstich für ihr neues Obst- und Gartenbauzentrum statt. Der Bagger für den Aushub war bereits vor Ort, mit roten Schleifen verzierte Spaten und leuchtend gelbe Schutzhelme lagen bereit. Am Spatenstich beteiligt waren nicht nur Mitglieder des Vereins, sondern auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Mitglieder des Stadtrats, des Begegnungslandes Lech-Wertach und des LEADER-Programms. Denn ein Projekt dieser Größenordnung kann nicht von einem Verein allein gestemmt werden, wie Roland Neider in seiner Begrüßung betonte. Roland Neider ist stellvertretender Vorstand des mit 710 Mitgliedern zweitgrößten Vereins in Königsbrunn und Leiter des „Projekts Gartenbauzentrum“.

„2018 hatten wir geradezu eine Apfelschwemme, das Lager in unseren Räumen neben der Feuerwehr quoll über, in der Mosterei wurde es viel zu eng, die 40 Jahre alte Mostanlage versagte teilweise ihren Dienst, es war eine Katastrophe“, schilderte Roland Neider die Ausgangslage. „An diesem Punkt war uns endgültig klar, dass wir größere Räume und auch eine größere Mostanlage brauchen. Ich habe dem Bürgermeister den Zustand gezeigt und er sagte seine Unterstützung zu.“ Von da an wurde mit der Hilfe des Liegenschaftsamtes zuerst nach einem geeigneten Gebäude Ausschau gehalten, doch ohne Erfolg. Dann wurde ein Neubau ins Auge gefasst. Ein passendes Grundstück wurde an der Egerländer Straße gefunden, direkt hinter der Via-Claudia-Realschule. Zwischen dem Parkplatz an der Straße und den Tennisplätzen des TSV Königsbrunn liegt ein knapp 1400 Quadratmeter großes Rasenstück, das der Gartenbauverein langfristig von der Stadt pachten kann. Der Stadtrat beschloss einen Zuschuss und es wurde ein Antrag auf Förderung im Rahmen des LEADER-Programms gestellt. Dies ist ein Programm der Europäischen Union (EU), mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden, sofern sie in einer LEADER-Förderregion liegen. Königsbrunn liegt in der Förderregion „Begegnungsland Lech-Wertach“.

Die nächste Hürde war das Ausfüllen des Förderantrags, wie Roland Neider schilderte: „Wir mussten angeben, wie viel Wasser und Strom die Mostanlage verbrauchen wird, die wir noch gar nicht haben!“ Doch dank Internet und der Hilfe von LEADER-Koordinator Erich Herreiner und Begegnungsland-Geschäftsführer Benjamin Früchtl konnten schließlich alle Felder ausgefüllt werden und Fördergelder in Höhe von 101000 Euro wurden bewilligt. Die Hälfte davon trägt die EU, die andere Hälfte der Freistaat aus Mitteln des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Kosten des Gebäudes einschließlich Mostanlage werden sich auf fast 400000 Euro belaufen.

Damit die Rechnung aufgeht, werden noch viele Spenden gebraucht. Bei einer Spende von über 100 Euro erhält man einen Klinkerstein mit dem eigenen Namen darauf. Diesen Stein kann man zum Hebauf mitbringen, wo dann mit den Klinkern ein Brunnen gemauert wird, so dass die Spender verewigt sind. Spenden können auf das Konto mit der IBAN DE70 7209 0000 0006 4031 40 überwiesen werden. Zudem werden die Vereinsmitglieder beim Innenausbau viel Eigenleistung erbringen. „Hier ist jede Hand gefragt, und sei es nur, um mir einen Schraubenzieher auf die Leiter hinauf zu reichen“, sagte Roland Neider.

Keine Sitzung ohne Kaffee

Im nächsten Schritt plante das Projektteam, zu dem Roland Neider, Roland Schwab, Klaus Weissinger, Wilhelm Terhaag und Werner Rittel gehören, das Gebäude und verfasste die ersten Ausschreibungen. Dabei kamen viele nützliche Tipps von den Baufachleuten im Stadtrat Helmut Schuler und Paul Streicher. „Bis heute hat das Projektteam in 54 Sitzungen 2500 Stunden Arbeit investiert“, so Neider. Auch Claudia Neider war 54 Mal dabei und versorgte das Team mit Kaffee und freundlichen Worten, wofür ihr das Projektteam Blumen zum Dank überreichte.

Auf gut 200 Quadratmetern wird eine Halle aus Fertigbeton für Mosterei, Lager, Geräteraum, Schulungsraum, Toiletten, Kleinküche und Büro entstehen. Auf der übrigen Fläche soll unter anderem ein Reihenhaus-Mustergarten angelegt werden. „Wir wollen zeigen, dass man eigenes Obst auch auf einer kleinen Fläche anbauen kann, wenn man Säulenobstbäume pflanzt“, so Roland Neider. Daneben sollen größere Obstbäume in eine Blumenwiese gepflanzt werden. Ulrich Grassinger freut sich darauf, Obstbaumschnitt-Kurse auf dem eigenen Gelände geben zu können. Aktuell finden diese Kurse auf Gut Morhard statt. Natürlich wird es auch Beete für Gemüse, Blumen und Beerenobst geben.

„Mir ist der Schulungsraum besonders wichtig“, sagte Bürgermeister Franz Feigl in seinem Grußwort. „Denn es ist wichtig, Verständnis für die Erzeugung von heimischen Lebensmitteln zu wecken. Hier wird man sehen können, was an Bäumen, an Sträuchern und in Beeten wächst, bevor es in den Supermarkt kommt. Außerdem wird hier der Saft in Glasflaschen mit Pfandsystem abgefüllt werden und nicht in Plastik, auch das ist ein wichtiges Zeichen.“ Ulrich Grassinger berichtete, dass das Gymnasium bereits wegen einer Kooperation angefragt habe. Er hofft, dass viele Schulklassen in das Gartenbauzentrum kommen werden.

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