Grundschule Nord: Umzug in den Weihnachtsferien

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Der Neubau von außen.

Der Stadtrat hat den fast fertigen Neubau der Grundschule Nord besichtigt. Ab dem 11. Januar soll hier unterrichtet werden.

Bauamtsleiter Werner Lohmann und seine Mitarbeiterin Ursula Bué führten Anfang der vergangenen Woche den Stadtrat in zwei Gruppen durch die Räume des dreistöckigen Neubaus im früheren Pausenhof der Grundschule Nord. Für alle anderen Interessierten wird es im neuen Jahr einen Tag der offenen Tür geben.

Der Haupteingang liegt nah beim alten Haupteingang. Die Klassenzimmer sind im ersten und zweiten Stock. Die meisten Kinder werden über eine Treppe aus Sichtbeton nach oben stürmen, aber es gibt auch einen Aufzug, das Schulgebäude wird also barrierefrei sein. Auf ihrem Stockwerk kommen die Kinder zunächst in die Garderobe, wo die Fußböden aus Sichtbeton sind, genauer gesagt aus geschliffenem Sicht-Estrich. Hier ziehen sie Jacken und Schuhe aus und gehen mit Hausschuhen weiter, zunächst in eine sogenannte „Lernlandschaft“, von dort in ihr Klassenzimmer. Diese Räume sind mit Kugelgarn-Teppichboden ausgelegt. Eine Lernlandschaft ist ein großer Raum mit Fenstern zum Innenhof und Türen zu den Räumen einer Jahrgangsstufe. Auf jedem Stockwerk sind zwei Jahrgangsstufen untergebracht, auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Innenhofs. Jeder Stufe stehen eine eigene Lernlandschaft, drei Klassenzimmer, ein sogenannter „Differenzierungsraum“ und ein „Lehrerteamzimmer“ zur Verfügung. Der Differenzierungsraum soll dem differenzierten Unterricht dienen, das heißt, man kann hier eines oder mehrere Kinder unterrichten, während sich der Rest der Klasse anderweitig beschäftigt. Der Raum hat die Größe eines Klassenzimmers, so dass man ihn notfalls, wenn die Kinderzahl steigen sollte, als viertes Klassenzimmer einer Jahrgangsstufe nutzen könnte. Möglich ist auch die Nutzung als IT-Raum.

„Wie das Raumangebot genutzt wird, bleibt den Lehrern überlassen. Wer weiterhin Frontalunterricht im Klassenzimmer halten will, kann dies tun“, erläuterte Ursula Bué. Im Klassenzimmer hat jedes Kind ein Fach für seinen Schulranzen und eigene Fächer für Material und Bücher in einem Regal. Die Wände sind aus Sichtbeton. Daran befestigt werden Schienen mit Halteklemmen für Bilder sowie Pinn- und Magnetwände.

Schule ohne Tafelkreide

Tafeln, die mit Kreide beschrieben werden, wird es nicht geben, sondern ausschließlich digitale Tafeln. Darauf kann man mit einem speziellen Stift schreiben, weggewischt wird mit der Faust. Gleichzeitig ist die Tafel ein Bildschirm, auf dem Inhalte aus dem Internet gezeigt werden können oder das, was jemand in eine Tastatur tippt, die per Funk mit dem Bildschirm verbunden ist. Obendrein ist der Bildschirm ein Touchscreen, so dass man durch Antippen eines Symbols auf dem Schirm zwischen Programmen wechseln kann. Es gibt Lehrprogramme für alle Fächer, so dass auch mühelos Notenlinien oder mathematische Formeln auf die Tafel gebracht werden können. Auch in den Lernlandschaften gibt es digitale Tafeln. Sie hängen in einer Schiene, in der sie seitlich verschoben werden können. Man kann sie aus der Schiene heben, um am Tisch oder auf dem Boden darauf zu schreiben. Auch Leinwand und Beamer sind vorhanden. Außerdem gibt es in den Lernlandschaften Tische und Stühle, die leicht zu kleinen Gruppen zusammengeschoben werden können. Jede Jahrgangsstufe bekommt Stühle und einige Regale in einer eigenen Farbe: orange, limonengrün, hellblau oder zitronengelb.

Im Erdgeschoss sollen das Lehrerzimmer, die Büros der Schulleitung, das Sekretariat, ein Elternsprech- und ein Elternwarteraum, ein Erste-Hilfe-Raum sowie Werk- und Musikräume zu finden sein. Für das Lehrerkollegium gibt es einen großen Raum, der nicht nur mit Tischen und Stühlen, sondern auch mit Sofas und Stehtischen möbliert wird. Zudem wird es eine Teeküche geben und einen Nebenraum, in dem in Ruhe gearbeitet werden kann. Jeder Lehrer wird einen Laptop bekommen und jede Klasse mehrere Tablets mit Zubehör.

Bürgermeister Franz Feigl wies darauf hin, dass Neubau, Teilabriss und Sanierung der Grundschule Nord finanziell gesehen mit rund 17 Millionen Euro die bisher größte Einzelbaumaßnahme in der Geschichte der Stadt ist. Bisher sei das Kostenziel nur wenig überschritten worden, so Lohmann. Das zeitliche Ziel, in den Sommerferien umzuziehen, sei wegen Lieferengpässen durch Corona nicht geschafft worden. „Insgesamt verlief der Bau aber reibungslos“, so Bué.

Noch liegt dickes Schutzpapier auf den Fußböden und es fehlen die Möbel fürs Erdgeschoss und alle Einbauschränke, Türen, Waschbecken und Toiletten. Trotzdem muss bis zu den Weihnachtsferien alles fertig sein, damit in den Ferien umgezogen werden und der Unterrichtsbetrieb im Neubau am 11. Januar aufgenommen werden kann. Denn der Abriss des alten Mittelbaus soll direkt im Anschluss folgen. An der Stelle wird eine Mensa errichtet. Der Hort wird in das alte Unterrichtsgebäude umziehen, damit der Hort renoviert werden kann. Im letzten Schritt zieht der Hort zurück in seine Räume und das alte Schulhaus wird abgerissen. Im Jahr 2022 soll alles beendet sein.

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