Region: Augsburger Land

Neue Turnhalle mittelfristig geplant

von Freier Mitarbeiter Ute Blauert aus Bobingen
Die Turnhalle der Grundschule Nord wird in wenigen Jahren dem Bedarf nicht mehr entsprechen.

Der Königsbrunner Stadtrat entschied sich für den Standort einer neuen Turnhalle, die noch mehrere Jahre lang nicht gebaut werden kann.

Das Standardmaß einer Turnhalle beträgt 15 mal 27 Meter. Hallen dieser Größe werden Einfach-Turnhallen genannt. Ist der Platzbedarf größer, wird dieses Maß vervielfacht auf 30 oder 45 mal 27 Meter mit flexiblen Wänden zwischen den Spielfeldern. Damit steht dann eine Zwei- oder eine Dreifach-Halle zur Verfügung. Könnten die Königsbrunner Schulen und Vereine augenblicklich im Normalbetrieb arbeiten, hätten sie Probleme, für den Sport eine Halle zu finden. Die Grundschule Süd wird saniert, deshalb steht die dortige Zweifach-Turnhalle nicht zur Verfügung. Der Gymnastikraum der Realschule ist noch nicht fertig, auch in der Grundschule Nord fällt der Gymnastikraum weg durch den Bau einer neuen Aula. Die Bereitschaftspolizei hält ihre Halle, die auch von Vereinen genutzt wird, zurzeit wegen Corona geschlossen.

Der Elternbeirat der Grundschule Nord hat darauf hingewiesen, dass die dortige Einfach-Halle nicht ausreichen wird, wenn der Schulbetrieb auf eine Ganztagsbetreuung mit mehr Angeboten für Sport und Spiel umgestellt wird. Die Freien Wähler brachten daher im Stadtrat den Antrag ein, den Bau einer neuen Mehrfach-Turnhalle im Sport- und Freizeitpark West zu planen. Bürgermeister Franz Feigl konnte jedoch vorrechnen, dass nach Fertigstellung aller geplanten Baumaßnahmen der Bedarf auch mittelfristig gedeckt sein wird: Die Einfach-Halle der Mittelschule Nord werde zwar in absehbarer Zukunft wegfallen, da das Gebäude abgerissen und die Schule in die Mittelschule Süd eingegliedert werden soll. Dafür wird die Halle der Mittelschule Süd von der zwei- zur dreifachen Sporthallengröße erweitert. Damit war die Mehrheit des Rates überzeugt und stimmte gegen den Antrag der Freien Wähler.

„Der Hinweis aus der Grundschule Nord ist dennoch richtig“, merkte Feigl beim nächsten Tagesordnungspunkt an. Augenblicklich gehöre zu der Schule eine Einfach-Halle, die in gutem Zustand sei, da sie vor wenigen Jahren saniert wurde. Der bisherige Gymnastikraum falle allerdings durch den Umbau weg. Dadurch sei das Raumangebot bereits knapp, erst recht, wenn die Schule zur Offenen Ganztagsschule werde, wie es geplant ist, und dieses Angebot von immer mehr Familien genutzt werde. Bauamtsleiter Werner Lohmann berichtete, dass die mit dem Umbau beauftragten Architekten Vorschläge ausgearbeitet haben, wie auf dem Gelände der Schule eine Zweifach-Halle untergebracht werden kann. Eine Möglichkeit sei, die bestehende Turnhalle an der Lerchenstraße abzureißen und an derselben Stelle eine Halle mit der Grundfläche einer Einfach-Halle mit zwei Stockwerken zu errichten, also zwei Hallen aufeinander zu stapeln. Eine einstöckige Zweifach-Halle an dieser Stelle würde sehr nah an dem dahinter liegenden Schulgebäude stehen und ihm sehr viel Licht wegnehmen. Ein zweiter möglicher Standort sei die nordöstliche Ecke des Schulgrundstücks, das an keiner Straße direkt anliegt. Hier habe allerdings der Hort seinen Spielplatz und eine einstöckige Zweifach-Halle nähme sehr viel Spielfläche weg. Daher sei auch hier eine „Stapelhalle“ sinnvoller. Die Sprecher aller Fraktionen sprachen sich für eine Stapelhalle an der Lerchenstraße aus, da Vereinssportler diesen Standort gut erreichen können. Als problematisch wurde von allen Rednern die Verkehrs- und Parksituation gesehen. Die Straßen sind hier recht schmal und Parkplätze Mangelware. Trotz dieses Kritikpunkts votierte die große Mehrheit für diese Variante. Ein Beschluss konnte zu diesem Zeitpunkt nicht gefasst werden, da ein Neubau mit geschätzten Kosten von vier Millionen Euro aus finanziellen Gründen in den nächsten Jahren nicht in Frage komme, so Feigl. „Es geht jetzt um die Frage, wie der Stadtrat ein solches Projekt grundsätzlich beurteilt, und zu entscheiden, welche Variante zu gegebener Zeit weiter entwickelt werden soll“, erläuterte Feigl. (ub)

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