Unfall während Ortstermin bei Königsbrunn: Unterführung für Fußgänger gefordert

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Während eines Ortstermins an der Lechstraße hat sich ein Unfall ereignet.

Während sich Politiker vor Ort über die Gefährlichkeit der Kreuzung von Lechstraße mit Benzstraße und Blumenallee informierten, geschah auf der Kreuzung ein Unfall.

Der Königsbrunner Werner Hertle engagiert sich für die Sicherheit von Fußgängern in der Stadt, insbesondere von Kindern. Er möchte erreichen, dass an der Stelle, wo die Lechstraße gekreuzt wird von der Blumenallee, die nach der Kreuzung Benzstraße heißt, eine Unterführung unter der Lechstraße gebaut wird, damit Fußgänger und Radfahrer sicher zur anderen Seite gelangen können. Um die Politik zu überzeugen, hatte er den Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich, Bürgermeister Franz Feigl, den Verkehrsreferenten des Stadtrats Jürgen Göttle, Jörg Kratzer vom städtischen Tiefbauamt und die Presse zu einem Ortstermin an der Kreuzung geladen.

Es war 17 Uhr am Donnerstag, der Verkehrslärm machte Gespräche schwierig. Die Autos fuhren dicht an dicht und zahlreiche Familien, Jugendliche und Kinder auf Fahrrädern mussten lange warten, bis sie auf die andere Straßenseite gelangen konnten. Rund 20 Meter von der Kreuzung entfernt gibt es zwar eine Verkehrsinsel, eine sogenannte „Querungshilfe“, doch die ist so schmal, dass ein Fahrrad, erst recht ein Fahrrad mit Kinderanhänger, für die Verkehrsinsel zu lang ist. Deshalb versuchten nur wenige, dort über die Straße zu kommen. Die Notwendigkeit einer baulichen Veränderung war leicht zu erkennen.

Als sich die am Ortstermin Beteiligten gerade neben der Straße für ein Foto aufstellten, die Einen zu den Kameras blickten und die Anderen auf die Bildschirme ihrer Kameras, gab es einen ohrenbetäubend Knall. Ein von Osten kommender Geradeausfahrer und ein von Westen kommender Linksabbieger waren ungebremst aufeinander gekracht. Die Airbags waren aufgegangen, deshalb stiegen die Fahrer und eine Beifahrerin unverletzt aus ihren stark demolierten Fahrzeugen. Der nachfolgende Verkehr fuhr unaufhörlich an der Unfallstelle vorbei, so dass es fast unmöglich war, von der südlichen Straßenseite zu den Fahrern auf der anderen Seite zu gelangen. Die Anwesenden versuchten durch lautes Rufen die Fahrer dazu zu bringen, ihre Warndreiecke aufzustellen und Warnwesten anzuziehen, doch vergeblich. Vermutlich lähmte der Schock die Unfallbeteiligten.

Geistesgegenwärtig rief Göttle Polizei und Rettungsdienst, Feigl zog sich eine Warnweste an und regelte zusammen mit Göttle den Verkehr. Als jemand bemerkte, dass aus einem der Fahrzeuge Flüssigkeit austrat, alarmierte Ullrich die Feuerwehr, für den Fall, dass es sich um Benzin oder Öl handelte, was an dieser Stelle besonders gefährlich wäre, da die Lechstraße durch ein Wasserschutzgebiet führt. Zehn Minuten später waren ein Rettungswagen und die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn vor Ort, kurz danach kamen Notarzt und Polizei. Wirklich gesehen hatten den Unfall nur zwei Radlerinnen in Reitkleidung, die aus der Benzstraße kamen. Sie warteten geduldig, bis sie ihre Aussage machen konnten.

Kein "Unfallschwerpunkt"

Die Lechstraße ist eine Staatsstraße, zuständig für die Sicherheit ihrer Nutzer ist also der Freistaat Bayern. Zur Sicherung der Fußgänger wolle der Freistaat nichts unternehmen, weil es sich nicht um einen „Unfallschwerpunkt“ handle, berichtete Kratzer. Tatsächlich gab es in den vergangenen zehn Jahren keinen gemeldeten Unfall. Vor rund 20 Jahren ist allerdings ein Mädchen im Teenageralter an der Stelle zu Tode gekommen. Daraufhin wurde die Querungshilfe gebaut, die zum einen recht schmal, zum anderen recht weit von der Kreuzung entfernt ist, weil der Platz dahinter für die Linksabbiegespur gebraucht wird. „Und wenn die Querungshilfe genutzt wird, gibt es tatsächlich Autofahrer, die Kinder beim Überqueren der Straße bedrängen“, empörte sich Hertle.

Eine Fußgängerampel werde an überörtlichen Straßen, wie die Lechstraße eine ist, vom Freistaat meist abgelehnt, sagte Kratzer. Deshalb plädierte Hertle für eine Unterführung. Kratzer hatte bereits berechnet, dass wegen des hohen Grundwasserstands eine Unterführung für Autos wegen der notwendigen Höhe nicht in Frage kommt, sondern nur eine für Fußgänger und Radfahrer, für die eine Höhe von 2 Metern genügt. Damit das Gefälle nicht zu steil wird, müsse die Unterführung jeweils 200 Meter vor der Kreuzung beginnen. Die Zahl der Radfahrer, die zur anderen Seite gelangen wollen, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, weil immer mehr Freizeiteinrichtungen auf der südlichen Seite angesiedelt wurden. Spazier- und Joggingwege, der Auensee, ein Golfplatz, mehrere Reitställe, der Segelclub, ein Beachvolleyballfeld, Fischereivereine, Burschenverein und Resi’s Jägerhaus locken Königsbrunner zur anderen Seite der Lechstraße. Und zu den Reitställen gehören Wohnhäuser, in denen teilweise Familien mit Kindern wohnen.

Ullrich war von Hertles Anliegen schnell überzeugt. „Wenn ich hier stehe, merke ich, dass die Autos bedrohlich schnell wirken und wirklich dicht an dicht fahren.“ Die Straße ist viel befahren, weil sie zum Bahnhof Mering-St.Afra führt. „Wenn die Osttangente bis Mering gebaut ist, wird noch mehr Verkehr hier entlang fahren“, sagte Feigl. Ullrich versprach herauszufinden, ob es ein Bundes- oder Landesprogramm gibt, das Gelder für derartige Bauvorhaben zur Verfügung stellt. Anschließend will Feigl den Vorschlag dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen, nachdem er eine mögliche finanzielle Beteiligung des Landkreises ausgelotet hat. „Diese Unterführung zu bekommen war von Anfang an mein größtes Ziel für meine Zeit als Verkehrsreferent“, sagte Göttle.

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