Unterstützung für den Traum vom eigenen Haus

von LeserReporter Ute Blauert aus Bobingen
Der Traum vom Eigenheim soll für möglichst viele Königsbrunner wahr werden können.

Um junge Familien in der Stadt zu halten, hat sich die Stadt Königsbrunn entschlossen, ein sogenanntes Einheimischenmodell zu entwickeln.

Die Preise für Baugrundstücke sind auch in Königsbrunn in den vergangenen Jahren so stark gestiegen, dass ein Kauf für Durchschnittsverdiener kaum noch in Frage kommt. Es werden bis zu 750 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Um junge Familien in der Stadt zu halten, hat sich die Stadt entschlossen, ein sogenanntes Einheimischenmodell zu entwickeln. Dabei kauft die Stadt Grundstücke und verkauft sie unter dem Marktpreis an Interessenten, die bestimmten Kriterien entsprechen. Die Kriterien sollen dafür sorgen, dass Menschen, die schon lange in der Stadt gewohnt haben oder hier arbeiten und langfristig bleiben wollen, eine Chance zum Eigenheimbau bekommen. Weitere Kriterien sorgen dafür, dass Familien, zu denen Kinder oder Behinderte gehören, und solche mit wenig Vermögen und Einkommen bevorzugt zum Zuge kommen. Den Interessenten werden jeweils Punktzahlen zugeordnet, je nachdem, wie viele der Kriterien sie erfüllen. Im Neubaugebiet am östlichen Ortsrand soll das Modell zum ersten Mal angewandt werden. Hier stehen Grundstücke von 150 bis 200 Quadratmetern Größe für Reihenhäuser zur Verfügung. Grundstücke mit 250 bis 280 Quadratmetern sollen mit Kettenhäusern, die an ihren Schmalseiten aneinander stoßen, bebaut werden. Grundstücke für Doppelhaushälften sind 270 bis 280 Quadratmeter groß und solche für freistehende Einfamilienhäuser 500 bis 550 Quadratmeter.

An der Satzung für das Einheimischenmodell ist schon lange gearbeitet worden. Auch in der jüngsten Sitzung des Stadtrats wurde sie noch nicht verabschiedet, da weitere Änderungsanträge gestellt wurden. Bei den sozialen Kriterien wurde auf Antrag der Grünen beschlossen, ein Familienmitglied mit Behinderung etwas stärker zu gewichten als bisher, dafür minderjährige Kinder etwas weniger. Bei den Kriterien der Ortsansässigkeit wurde auf Antrag der CSU entschieden, die Jahre der Abwesenheit, nach denen man immer noch als Einheimischer gilt, auf zehn Jahre herauf zu setzen. „Bis ein junger Mensch, der hier aufgewachsen ist, ein Bachelor- und Masterstudium absolviert und anschließend erste Berufserfahrungen gesammelt hat, vergehen oft zehn Jahre. Er fühlt sich aber immer noch als Königsbrunner und sollte auch als solcher angesehen werden“, sagte Alexander Leupolz (CSU). Zudem erhielt die Stadtverwaltung den Auftrag, Baufinanzierungen anhand von drei Beispielfamilien durchzurechnen. Denn mehrere Redner bezweifelten, dass ein Bewerber mit hoher Punktzahl bei den sozialen Kriterien sich den Bau eines Eigenheims überhaupt leisten kann. Ein zweiter Auftrag an die Verwaltung lautet, zu prüfen, ob es rechtlich zulässig ist, die sogenannte Bindungsfrist auf mehr als zehn Jahre festzusetzen. Während dieser Frist sollen die Begünstigten in ihrem Haus wohnen bleiben oder, falls ein Verkauf unvermeidlich ist, an die Stadt verkaufen müssen. So soll verhindert werden, dass das verbilligte Grundstück mit dem Ziel erworben wird, die Vergünstigung durch einen Verkauf nach der Bindungsfrist als privaten Gewinn einzustreichen. Dieser Gewinn könnte erheblich sein. Die Grundstücke sind bis zu 550 Quadratmeter groß. Auf dem freien Markt kostet der erschlossene Quadratmeter um die 700 Euro, die Stadt wird für etwa 500 Euro verkaufen. Die Vergünstigung könnte sich also auf über 100.000 Euro belaufen.

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