Kopf nicht hängen lassen – wir schaffen das zusammen

Tischtennisabteilung des TSV Königsbrunn ermöglicht dem vormaligen Lokalrivalen Polizei SV Königsbrunn Trainings- und Spielmöglichkeiten

Es waren zwei aufregende Tage im März, in dem die Tischtennisspieler des Polizei SV Königsbrunn fast den Boden unter den Füßen verloren. Die Heimhalle auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei (BePo) Königsbrunn wurde für Externe abgeriegelt, doch die Heimspiele zwei Tage später waren weiterhin gesetzt. Wie sollten die PSVler ohne Halle ein Heimspiel ausrichten? Ein Tag vor dem Heimspiel dann die Entscheidung des Bayerischen Tischtennisverbands den Spielbetrieb ab sofort einzustellen und damit die Erlösung für den PSV.

Damit begann die Corona-Krise, die alles in der Tischtennisabteilung des Polizei SV Königsbrunn verändern sollte. Aus den fünf Trainingszeiten für Jugendliche und Erwachsene pro Woche wurden lange Zeit null. Das Vereinsleben mit Hütte, Turnieren, Trainingslager und Austausch beschränkte sich auf Telefonate und E-Mails. Kleine Glücksmomente gaben in dieser Zeit Aufschwung. Aus der Rückrunde wurde eine Abschlusstabelle, die die ersten Herrenmannschaft vorzeitig aufsteigen ließ. Nur freuen mussten sich die Spieler zuhause via Videochat.

Als im Juni erste Regelungen vorhanden waren, die das Tischtennisspielen wieder möglich machten war die Begeisterung groß, doch getrübt. Noch immer fehlte die Halle. Die wunderbare Dreifachturnhalle mit über 20 Tischen, die bisher in allen Ferien offen gestanden hatte und damit quasi zum Zuhause des Vereinslebens geworden war, sollte bis mindestens Dezember noch geschlossen bleiben.

Die Abteilungsleitung startete deshalb in eine intensive Phase der Suche und Abstimmung neuer Trainingsmöglichkeiten. „Wir brauchen doch nur eine leere Scheune“, waren die verzweifelten Anforderungen. Der Rettungsanker kam vom Lokalrivalem, dem TSV. Abteilungsleiter Petro Bannout hatte angeboten die PSVler in ihrer Halle mittrainieren zu lassen und erarbeitete gerade ein Hygienekonzept. Für den PSV eine riesige Chance, mit der sie nicht gerechnet hatten. Im Juli durften die Tischtennisspieler aus der BePo mit ihren Masken und Schlägern umgezogen in die Mittelschule Süd kommen und dort auf geputzten Tischen zuerst 60 dann 120 Minuten am Stück trainieren. Das Training fühlte sich an wie ein Geschenk, gleichzeitig hatten die Spieler das Gefühl in einen neuen Verein gewechselt zu haben, aber die Spielkameraden alle mitgenommen zu haben, kurios und neu, aber schön.

Ein großer Vorteil dieser Lösung, im Training der TSVler waren neue Spieler zum Durchwechseln und die beiden Vereine lernten sich besser kennen. Sogar zum Saison-Opening-Grillfest waren die PSVler eingeladen, als gehörten sie zum Verein. Unter dem Motto: „Also weiterhin Kopf nicht hängen lassen, wir schaffen das zusammen!“, motivierte Abteilungsleiter Petro Bannout vom TSV Königsbrunn seine Kollegin Katharina Fürst vom PSV Königsbrunn durchwegs.

Am 11.9. absolvierte die erste Damenmannschaft dann das erste Punktspiel des Vereins unter neuen Hygienebedingungen und ohne Doppel in der Halle des TSV. Das Training hatte sich ausgezahlt, die Damen siegten klar mit 9:3. Und damit folgten weitere positive Nachrichten. Die PSVler bekamen zum Schulstart eigene städtische Hallenzeiten in der Hauptschule Nord. Mitte September durften sie zum Umzug auf dem BePo-Gelände auch ihre Tische und Ausrüstung abholen, um in der Hauptschule Nord ein Zwischenlager auf unbestimmte Zeit zu beziehen. Dort kann nun Jugend- und Erwachsenentraining sowie Punktspiele stattfinden. Von Turnieren wie dem alljährlichen Benefizturnier oder der Schwäbischen Meisterschaft träumen die Vereinsmitglieder noch, doch nun kann zumindest ein bisschen Normalität zurückkehren.

 

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