River Rats strafen den EHC ab

von LeserReporter Horst Plate aus Königsbrunn

Tim Bullnheimer setzt sich durch und trifft zum 1:1.

Mit einem sehr deutlichen 2:7 siegen die „River Rats“ des ESC Geretsried gegen den EHC Königsbrunn. Ein katastrophales letztes Drittel besiegelte die bisher höchste Niederlage gegen einen Kontrahenten, der eigentlich auf Augenhöhe war.

Königsbrunn musste die Reise ohne einige Leistungsträger antreten, die erkrankt oder verletzt waren. Nicht mit von der Partie waren neben dem Langzeitverletzten Alexander Strehler der Routinier Dominic Auger, in der Offensive fehlten Max Arnawa und Marco Fichtl. Dafür verstärkte der DNL-Spieler Dominik Zbaranski den Königsbrunner Angriff.

Der EHC präsentierte sich im ersten Drittel hellwach und als gleichwertige Mannschaft, gegnerische Schüsse wurden erfolgreich geblockt. Meist war ein Schlittschuh oder Schläger zwischen dem Gegner und Torhüter Marc-Michael Henne, der die restlichen Angriffsbemühungen der River Rats entschärfte. Königsbrunn agierte schnell und mit Zug vor das gegnerische Tor, verpasste es aber auch zu treffen. So endete das erste Drittel mit einem leistungsgerechten 0:0.

Im mittleren Spielabschnitt hatte den EHC gleich zu Beginn eine sehr gute Torchance, konnte aber nicht scoren. Geretsried bestimmte zunächst das Spielgeschehen und ging dank eines sehenswerten Treffers des Kontingentspielers Marek Haloda mit 1:0 in Führung, Kurz darauf war für Timo Bakos die Partie zu Ende, nach einem Stockschlag verließ er verletzt das Eis und konnte nicht mehr mitspielen. Doch im Laufe des Drittels kamen die Brunnenstädter immer besser in die Begegnung und waren schließlich spielbestimmend, der Ausgleichstreffer fiel aber erst vier Minuten vor der letzten Pause. Tim Bullnheimer setzte sich sehr energisch vor dem gegnerischen Tor durch und netzte zum 1:1 ein. Bis Drittelende fielen keine weiteren Treffer mehr, der EHC hätte durchaus mit ein oder zwei Treffern in Führung gehen können.

Auch im letzten Drittel kamen die Gastgeber besser in die Gänge und sorgten mit einem Treffer nach nur zwei Spielminuten für die erneute Führung. Königsbrunn konnte zwar drei Spielminuten später durch Zbaranski ausgleichen. Doch danach war beim EHC nichts mehr vom aufopferungsvollen und konzentrierten Kampf der ersten vierzig Spielminuten zu sehen. Geretsried traf nun fast nach Belieben. Das 2:3 fiel genau in der Sekunde, als der EHC nach Ablauf einer Strafe wieder vollzählig war, das 2:4 kassierten die Brunnenstädter, nachdem sie sich einen Konter einfingen. Die Königsbrunner Bank reklamierte daraufhin ein angeblich deutliches Abseits, doch die Schiedsrichter sahen das anders. Vor dem 2:5 verpasste es der EHC, den Puck einfach mal aus dem eigenen Drittel zu schießen, nur Minuten später folgte die Höchststrafe. In Unterzahl war die Mannschaft im Tiefschlaf und musste nach einem Torwartfehler das 2:6 hinnehmen. Doch das Martyrium war noch nicht zu Ende, mit dem Schlusspfiff strafte der ESC Geretsried die Brunnenstädtern mit dem 2:7 endgültig für den pomadigen Auftritt ab, nach 60 Spielminuten holen sich die Gastgeber verdient drei Punkte.

Mit so einer Leistung wie im Schlussdrittel wird sich der EHC am unteren Tabellenabschnitt orientieren müssen. Erneut waren die Königsbrunner zu harmlos im Abschluss und zu inkonstant in der Leistung über die Distanz gegen einen schlagbaren Gegner. Die Kontingentspieler der Brunnenstädter konnten in den bisherigen Begegnungen nicht überzeugen, ganz anders als der tschechische Verteidiger der River Rats. Marek Haloda machte mit seinen drei Treffern und zwei Vorlagen den Unterschied aus. Nach dieser bitteren Niederlage geht der EHC in die Corona-Pause, die Partie am Sonntag wurde vom Gegner Dorfen aus abgesagt.

Coach Waldemar Dietrich wirkte nach dem Spiel ratlos, seine Fazit zum Spiel fällt ernüchtert aus: „Das erste Drittel war noch ausgeglichen, auf beiden Seiten waren Torchancen eher Mangelware. Im zweiten Drittel waren wir meiner Meinung nach etwas besser wie Geretsried, da haben wir mal wieder nicht die Tore gemacht, aber es war bis dahin eine Partie auf Augenhöhe. Das letzte Drittel war eine einzige Katastrophe, wir haben innerhalb ein paar Minuten das Spiel weggeschmissen. Alles individuelle Fehler. Ich habe danach versucht, Spieler auszutauschen, aber das hatte nichts geändert. In den letzten 20 Minuten waren wir körperlich nicht präsent, Geretsried war hartnäckiger und mit Drang zum Tor. Unsere Spieler waren da nicht mehr bereit und haben ganz schlecht den Slot verteidigt. Nachschüsse sind einfach rein gekullert, das war kein Eishockey mehr. Mir ist diese katastrophale Leistung im letzten Drittel unerklärlich.“

Tore: 1:0 Haloda (Strobl, Harrer) (24.), 1:1 Bullnheimer (Bayer) (36.), 2:1 Merl (Rizzo, Bursch) (42.), 2:2 Zbaranski (Bullnheimer, Baur) (45.), 3:2 Strobl (Haloda) (48.), 4:2 Haloda (51.), 5:2 Harrer (Berger, Haloda) (54.), 6:2 Haloda (Berger, Strobl) (56.), 7:2 Merl (Rizzo, Bursch) (60.)

Strafminuten: ESC Geretsried 6   EHC Königsbrunn 2   Zuschauer: 200

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