Zweimal ESC am Wochenende

von LeserReporter Horst Plate aus Königsbrunn

Der 21-jährige Verteidiger Philipp Sander stand zuletzt als bisher jüngster EHC-Kapitän auf dem Eis und zeigte eine starke Leistung.

Am letzten Wochenende machte die Corona-Pandemie dem EHC Königsbrunn einen Strich durch die Rechnung. Nachdem beim Sonntagsgegner Peißenberg ein Testergebnis ausstand, wurde die Partie aus Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler und Besucher kurzfristig abgesagt. Am Freitag wird Königsbrunn nun ab 19:30 in Geretsried bei den "River Rats" antreten, sonntags folgt dann ab 18 Uhr das Heimspiel gegen die "Eispiraten" des ESC Dorfen.

Die Spiele gegen Geretsried waren immer körperlich intensive Partien, die meist knapp entschieden wurden. Die River Rats sind ein eingespielter Kader, der punktuell verstärkt wurde und sicher nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Von den bisher sechs absolvierten Partien konnte Geretsried drei für sich entscheiden. Gegen Miesbach, Erding und zuletzt Dorfen setzte es Niederlage, die aber nicht allzu deutlich ausfielen. Bei den Spielen gegen Ulm und Schongau hatten die River Rats aber das bessere Ende für sich, Amberg wurde am letzten Wochenende sogar mit 9:4 nach Hause geschickt. Schon seit 2014 steht der 29-jährige tschechische Kontingentspieler Ondrej Horvath im Kader der Gastgeber und ist seitdem ein sicherer Punktelieferant in der Offensive. Seit dieser Saison steht auch sein 28-jähriger Landsmann Marek Haloda in der Verteidigung und holte in den bisherigen Spielen vier Scorerpunkte. Topscorer der River Rats ist aber momentan der 23-jährige Josef Reiter, der bisher sechsmal traf und schon 10 Scorerpunkte vorweisen kann. Auch auf den 30-jährigen Florian Strobl sollte die Königsbrunner Defensive gut achten, im Schnitt trifft er in jeder Partie. Von 2009 bis 2019 war er bei den Tölzer Löwen und bringt auch Erfahrung aus der DEL2 mit. Der eingespielte Kader der Gastgeber ist in der Breite gut aufgestellt und am Freitag Favorit.

Dorfen ist in dieser Saison eher schwer einzuschätzen, doch es lag wohl auch daran, dass Topscorer Lukáš Mičulka bisher nur in drei Partien auf dem Eis stand. Die in Tschechien geborene 31-jährige Tormaschine hat bisher gegen den EHC immer getroffen und holte sich in den bisher drei absolvierten Spielen  fünf Scorerpunkte, allerdings allesamt Assists. Mit dem 26-jährigen Letten Kristaps Millers haben die Dorfener Verantwortlichen einen Glücksgriff gemacht, der Defensivspezialist mit Offensivqualitäten wechselte aus Kempten zu den Eispiraten und setzte sich in dieser Saison gleich auf dem zweiten Platz der Scorerliste. In den sechs Spielen holte sich der Verteidiger beachtliche neun Scorerpunkte. Bester Torschütze ist das 29-jährige Eigengewächs Ernst Findeis, er traf bisher fünffach und gab vier Vorlagen. In kompletter Besetzung sind die Oberbayern nur schwer zu schlagen, auch wenn sie erst kürzlich mit 0:14 beim Tabellenersten Miesbach abgestraft wurden. Bei dem Spiel fehlten aber einige Leistungsträger, die zuletzt gegen Geretsried aber wieder mit auf dem Eis standen und wertvolle Punkte gegen die River Rats holten

Königsbrunn will am Wochenende siegen, denn auch wenn sich der Rumpfkader zuletzt gegen den Tabellenführer wacker geschlagen hat, unter dem Strich bleiben Null Punkte Ausbeute. Vor den wichtigen Partien gegen Geretsried und Dorfen kehrt nun der ein oder andere Spieler in den Kader zurück. Nur der Einsatz von Anton Hanke, Samuel Neumann und Marek Rubner ist noch ungewiss, darüber wird kurzfristig vor den Spielen entschieden. Definitiv ausfallen wird nur der Langzeitverletzte Alexander Strehler. EHC-Coach Waldemar Dietrich hat unter der Woche wieder gezielt trainieren lassen, um an den Defiziten der Mannschaft zu arbeiten.

Für die Königsbrunner Verantwortlichen ist die Planung schwieriger geworden. Seit dieser Woche gelten neue Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, theoretisch dürften nur noch 50 Zuschauer ins Stadion. Der EHC plant aber die Partie ohne Zuschauerbeteiligung. Dafür wird nun der Livestream über eine andere Plattform abgewickelt und soll künftig zusätzliche Einnahmen generieren, da nun die Zuschauereinnahmen wegbrechen. Am Sonntag wird das Spiel schon mit dem neuen Partner Sportdeutschland.tv produziert, allerdings ist diese Übertragung nur noch dieses eine Mal kostenfrei. Ab dann soll der Stream pro Heimspiel 7€ kosten, Dauerkartenbesitzer müssen aber natürlich nichts bezahlen. Nähere Infos dazu wird der Verein auf seiner Webseite und den Social Media-Plattformen bekanntgeben.

Allen Widrigkeiten zum Trotz sieht Königsbrunns Vorstand Tim Bertele positiv in die Zukunft und hofft auf Zählbares am Wochenende: "Vor den aktuellen Ereignissen, welche sich derzeit überschlagen, ist das sportliche am Wochenende erst mal zweitrangig. Natürlich wollen wir beide Spiele gewinnen um die hinteren Tabellenplätze vor der Spielpause zu verlassen. Selbstverständlich ist es schade, die Spieler nun für mindestens 4 Wochen in ein einen Zwangsurlaub ohne Eis-Training zu schicken. Wir wären auch darauf vorbereitet gewesen über einen gewissen Zeitraum ohne Zuschauer spielen zu können. Allerdings muss man ehrlicherweise auch sagen, dass es in unserem Umland Corona-Ansteckungen innerhalb von Sportmannschaften gab. Da ist es zum Schutze der Gesundheit aller richtig, die Notbremse zu ziehen. Wir reden hier vom Amateursport, kein Spieler sollte aufgrund seiner Freizeitbeschäftigung seine Gesundheit riskieren müssen. Das können wir in unserer Position im Vorstand auch irgendwann nicht mehr verantworten. Ich bin aber voller Hoffnung, dass die Bayernliga in wenigen Wochen zurückkommt und wir den Leuten wieder packende Spiele unserer jungen Truppe präsentieren können. Es hat uns Spaß gemacht unseren treuen Zuschauern in diesen tristen Zeiten mit Eishockey ein wenig Freude zu bereiten."

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