Region: Günzburg|Krumbach

Durch den Lockdown tanzen: „Invisible Dances – Art After Lockdown” in Burgau

Kathrin Knöpfle tanzte Samstagnacht mitten in Burgau. Sie beteiligt sich mit dieser Performance an dem internationalen Projekt „Invisible Dances – Art After Lockdown”.

Das Projekt „Invisible Dances – Art After Lockdown”, welches von der Tänzerin Kathrin Knöpfle und lokalen Helfern zuletzt in Burgau unterstützt wurde, soll den Anwohnern als Aufforderung dienen, selbst zu tanzen.

Kathrin Knöpfle, eine Tänzerin, Performerin und bildende Künstlerin, tanzte Samstagnacht mitten in Burgau, begleitet von den Burgauern Ruby und Volker Hammerschmidt als Spurenmacher und dokumentiert und gefilmt von Herbert Holzmann aus Augsburg. Die Tracer markierten den Weg der Tänzerin mit farbiger Kreide: Bunte Linien erscheinen, schwingen durch die Stadt und hinterlassen Spuren eines unsichtbaren Tanzes. Am Sonntag, als die Bewohner aufwachten, aus ihren Fenstern schauten und ihre Häuser verließen, waren am Kirchplatz nur noch diese Spuren sichtbar, eine öffentliche Erinnerung an einen Tanz, den niemand gesehen hat. Zugleich eine Aufforderung an alle, ebenfalls zu tanzen.

Kathrin Knöpfle, die aus Agawang im Landkreis Augsburg stammt, beteiligt sich mit dieser Performance an dem Projekt „Invisible Dances – Art After Lockdown”. Wo ,,Social Distancing" Teil einer neuen Normalität geworden ist, müsse die Kunst neue Wege finden.

„Invisible Dances – Art After Lockdown” ist ein Tanzstück, das sein Publikum einladen will, Kunst auf eine neue Weise zu erleben. Es sucht seinen Platz im öffentlichen Raum und verwandelt Straßen und Plätze in Bühnen. Die unangekündigte Aufführung findet nachts statt, wenn die Bewohner schlafen, um sie am nächsten Morgen mit den bunten Spuren des Tanzes zu überraschen.

Auch die Burgauer Kulturreferentin Ramona Nahirni-Vogg ist begeistert: „Kultur ist Lebensfreude. Seit Monaten wird uns mit den Einschränkungen der Kultur ein Stück Lebensqualität genommen. Ich bin froh, dass Kathrin Knöpfle mit ihren Begleitern Burgau für ihr Projekt auswählte. Sie sprengt damit den Rahmen des Gewöhnlichen und sorgt mit ihrer Performance für Aufmerksamkeit und kreative Abwechslung. Wir hoffen, dass sie weitere Künstler inspiriert, ebenfalls außergewöhnliche Wege zu finden, ihre Kunst wieder sichtbar, hörbar und spürbar zu machen.“

Das Tanzprojekt findet zwischen September und Dezember an Orten auf der ganzen Welt statt und wird in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern organisiert und aufgeführt.

Alle nächtlichen Tanzspuren sind unter https://www.elisabethschilling.com/invisibledancesdeutsch/ zu finden. (pm)

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