Rumänienhilfe Stauden: 40 Tonnen Hilfsgüter wurden gespendet

40 Tonnen Hilfsgüter wurden abgegeben – ein neuer Rekord!

Mit 25 Tonnen Hilfsgütern – so der Durchschnitt der vergangenen Jahre – hatte Martin Böck gerechnet. Die Kleider- und Materialspenden kamen nicht nur aus den Stauden.

Einen solchen Ansturm hat der Sammeltag der Rumänienhilfe Stauden in den zurückliegenden 30 Jahren noch nicht erlebt. Schon ab dem frühen Morgen wurde das Betriebsgelände der Firma Topstar im Langenneufnacher Gewerbegebiet regelrecht gestürmt. Unzählige Fahrzeuge mit Anhängern und Fuhrwerke aller Art – vom Traktorgespann bis hin zu einem vollgepackten Pferdeanhänger – sorgten auf der Zufahrtsstraße zum Ladehof und auf dem Gelände zeitweise für Staus und leicht chaotische Verhältnisse. Im Nu war die große Freifläche vor der Halle meterhoch mit Kartons, Kisten und Säcken vollgestellt. Die rund 20 ehrenamtlichen Helfer, die an der Seite von Martin Böck, dem unermüdlichen Vorsitzende der Rumänienhilfe Stauden, an diesem Tag im Einsatz waren, hatten alle Hände voll zu tun, das Sammelgut in Empfang zu nehmen.

Mit 25 Tonnen Hilfsgütern – so der Durchschnitt der vergangenen Jahre – hatte Martin Böck gerechnet. Am Ende waren es über 40 Tonnen, die heuer angeliefert wurden. Die Kleider- und Materialspenden kamen nicht nur aus den Stauden. Viele Fahrzeuge wurden darüber hinaus mit Kennzeichen angrenzender Landkreise gesichtet. Weil die Ladekapazitäten der beiden bereit gestellten Lkw bei diesem Ansturm nicht ausreichten, mussten noch kurzfristig zwei weitere Sattelauflieger organisiert werden. Den Grund für den Rekord-Sammeltag sieht Martin Böck vor allem in den Begleiterscheinungen der anhaltenden Corona-Pandemie: „Die Leute hatten seit dem Frühjahr viel Zeit, ihre Keller, Dachböden, Speicher und Kleiderschränke zu entrümpeln. Dabei ist jede Menge Sammelgut für die Rumänienhilfe Stauden zusammengekommen – zum Wegwerfen zu schade, für hilfsbedürftige Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, aber ein Geschenk!“ Zudem wurde der jährliche Sammeltermin – ebenfalls wegen Corona – vom Traditionsmonat April in den Spätsommer verlegt. Dass auch knapp 60 Fahrräder – weitaus mehr als in den vergangenen Jahren – mit auf die Reise auf den Balkan gehen, hat indes einen anderen Grund: Sie sind vermutlich Übrigbleibsel des anhaltenden E-Bike-Booms. Die alten Drahtesel haben ausgedient.

Karton um Karton, Sack um Sack wurden von den fleißigen Helfern der Stauden-Hilfsorganisation gesichtet, sortiert und unverzüglich in den bereitstehenden Sattelzügen verstaut: noch gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche und sonstige Hilfsgüter des täglichen Bedarfs, Spielwaren, Kuscheltiere, Bastelmaterial, Kinderwägen und Rollstühle.

Jetzt läuft der Countdown: An diesem Freitag, 18. September, machen sich zwei bis unters Dach voll beladene Sattelzüge und ein Begleitfahrzeug von Langenneufnach aus auf den beschwerlichen, über 1800 Kilometer langen Weg. Zwei weitere Sattelzüge werden von Helfern der Caritas im rumänischen Satu Mare in den Stauden abgeholt. Vor Ort wird die Verteilung der Hilfsgüter unter der Leitung von Martin Böck (Langenneufnach) und Thomas Maidorn (Aichen) koordiniert. Zu ihrem Team gehören heuer insgesamt zehn Helfer. Dass die Rumänienhilfe bei ihrer alljährlichen Hilfsaktion nach wie vor auf die ungebrochene Unterstützung der Bevölkerung bauen kann, das zeigte sich auf beeindruckende Weise wieder beim Sammeltermin Langenneufnach.

Diese Ziele werden angesteuert

Hauptziel des Hilfstransportes ist ein weiteres Mal die Universitätsstadt Iasi im rumänisch-moldawischen Grenzgebiet, mit über 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Regelmäßige Anlaufstellen sind hier eine Behinderteneinrichtung und ein Kinderheim, die von der Rumänienhilfe Stauden schon seit vielen Jahren unterstützt werden. Eine weitere Station des Stauden-Hilfstransportes ist traditionell die Frauenvereinigung von Iasi, die seit über zwei Jahrzehnten rund hundert besonders bedürftige Familien betreut. Darüber hinaus steuern die Helfer aus den Stauden eine Behinderteneinrichtung in Pastraveni im Umland von Iasi an, das unter der Schirmherrschaft der ehemaligen bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm steht. Im Verteilerplan der Stauden-Hilfsgüter ist – dann bereits auf der Rückfahrt – auch wieder das Dorf Ocna Mures nahe der Stadt Turda in Siebenbürgen, in dem unter ärmlichsten Verhältnissen Sinti- und Romafamilien leben. Eine ehemalige Lehrerin kümmert sich um die Kinder dieses Dorfes, lädt sie zu Bastelnachmittagen ein und unternimmt mit ihnen Ausflüge. (wkl)

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