Neue Werkstatthalle für 78 Züge entsteht in Langweid

Go-Ahead wird mit Siemens-Zügen fahren. In Langweid baut das Unternehmen nun eine Eisenbahnwerkstatt.

Nicht mehr die Deutsche Bahn, sondern Go-Ahead wird in rund zweieinhalb Jahren den Großteil der Nahverkehrszüge in der Region Augsburg betreiben. In Langweid soll nun auf 29.000 Quadratmetern eine Eisenbahnwerkstatt entstehen.

Go-Ahead übernimmt im Jahr 2022 den Betrieb des Fuggerexpress von der DB Regio. Das Eisenbahnunternehmen hat nun von der Gemeinde Langweid ein Grundstück erworben, um dort eine Werkstatt zur Instandhaltung seiner Züge zu errichten. Der Gemeinderat hatte bereits dem Verkauf zugestimmt, Bauamtsleiter Josef Stuhler leistete jetzt in Vertretung von Bürgermeister Jürgen Gilg die Unterschrift beim Notar.

"Wir werden dort Arbeitsplätze schaffen", sagte Stefan Krispin, Geschäftsführer von Go-Ahead, nach der Unterzeichnung. Er sei sehr dankbar für die Unterstützung durch die Gemeinde Langweid und das Landratsamt Augsburg. "Wir kommen gut voran, damit ist ein weiterer Meilenstein für uns erreicht." Für die Planfeststellung sehe er keine größeren Probleme; das Unternehmen beabsichtige, die entsprechenden Unterlagen in den nächsten Tagen einzureichen. "Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit", betonte Krispin. Wenn alles nach Plan laufe, könne bereits im Spätsommer der Spatenstich erfolgen.

Das Grundstück liegt in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Bahnhofs Gablingen und wird von dort aus mit einer Schienenverbindung an das Bahnnetz angeschlossen. Geplant ist, in der Werkstatt bis zu 30 Mitarbeiter zu beschäftigen, insgesamt will Go-Ahead Bayern etwa 400 Arbeitsplätze schaffen. In die neue Werkstatt investiert das Unternehmen rund 30 Millionen Euro.

Die Züge sollen über das Abstellgleis 37 am Bahnhof Gablingen in die Wartungshalle rollen. Die Schienen mit Oberleitungen werden bis zur Halle geführt, dann übernehmen kleine E-Fahrzeuge die Bewegung der Züge in die Halle und wieder zurück an die Oberleitung. In der Werkstatt soll es drei Gleise geben, die Halle wird eine Länge von etwa 180 Metern haben.

Die Fahrzeuge sind für den Einsatz auf den Strecken Ulm – Augsburg – München, Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen – Donauwörth – Augsburg sowie Aalen – Nördlingen – Donauwörth vorgesehen. Alle Fahrzeuge seien darauf ausgelegt, der steigenden Verkehrsnachfrage in der Region gerecht zu werden. Insbesondere auf der Verbindung von und nach München soll durch die Doppelstocktriebzüge eine deutliche Erhöhung der Sitzplatzkapazität erreicht werden.

Go-Ahead Bayern gehört zum britischen Nahverkehrskonzern "Go-Ahead plc.", der auf der ganzen Welt Verkehrsdienstleistungen anbietet und fast ein Drittel der Eisenbahnfahrgäste in Großbritannien befördert. Die bayerische Gesellschaft hat ihren Sitz in Augsburg und wird ab Ende 2021 im Auftrag des Freistaats den Regionalzugbetrieb von München über Memmingen nach Lindau aufnehmen. Ab Ende 2022 wird das Unternehmen dann zusätzlich den Zugverkehr auf der Strecke des bisherigen Fuggerexpress der Deutschen Bahn übernehmen.

Dazu beschafft Go-Ahead 78 elektrische Triebzüge, die dann in der Werkstatt in Langweid instand gehalten werden.

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