In Augsburg entstehen 170 neue Kleingärten

Viele Augsburger hätten gerne einen eigenen Garten. Die Stadt schafft darum 170 neue Kleingartenparzellen.

In Augsburg sollen in absehbarer Zeit 170 neue Kleingärten entstehen. Allerdings fallen diese kleiner aus als bisher.

Viele Augsburger wünschen sich ihren eigenen Platz im Grünen: Über 1500 Augsburger haben sich aktuell auf eine Kleingartenparzelle beworben. Ein Teil von ihnen könnte bald Glück haben und einen neu entstandenen Garten zugeteilt bekommen. Wie Umweltreferent Rainer Erben in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses ankündigte, schafft die Stadt 170 neue Parzellen. Um möglichst vielen Bürgern einen Garten zur Verfügung stellen zu können, sollen die neuen Gärten deutlich kleiner ausfallen: Statt bislang 300 bis 400 Quadratmetern werden die neuen Kleingärten wohl nur noch 200 Quadratmeter groß sein.

Momentan liegt die "Kleingartendichte" in Augsburg bei 1,77 Gärten pro 100 Einwohnern. Im Vergleich zu vielen anderen westdeutschen Großstädten liege man damit laut der Stadt Augsburg bereits weit vorne. Allerdings wächst Augsburg auch beständig weiter. Erst vor kurzem knackte die Stadt die 300 000-Einwohner-Marke. Auch in neuen Baugebieten müssten neue Kleingartenanlagen entstehen, wenn der aktuelle Versorgungsgrad gehalten werden soll, allen voran in Haunstetten Südwest: Die Stadt rechnet dort mit rund 10 000 neuen Einwohnern. Es müssten also 177 weitere Kleingärten eingeplant werden. Bis zum Baubeginn am neuen Stadtteil werden allerdings noch einige Jahre vergehen.

Weitere Kleingärten bis 2035

Die Stadt sucht währenddessen neben den nun bereits beschlossenen Standorten auch nach weiteren Flächen für den "Kleingartenentwicklungsplan 2021-2035". Aufgrund der derzeit sehr hohen Grundstückspreise sollen neue Gartenanlagen vor allem auf Flächen verwirklicht werden, die bereits in städtischem Besitz sind. Derzeit angedacht sind etwa eine landwirtschaftliche Fläche westlich des Mittleren Schleiswegs, wo etwa 50 Parzellen entstehen könnten, und eine Wiesenfläche an der Donauwörther Straße, die Platz für rund 60 Gärten bieten könnte. Auch bestehende Kleingartenanlagen können womöglich erweitert werden. Ersten Einschätzungen nach wäre das bei den Anlagen "Hochfeld" und "Waxensteinstraße" möglich.

„Wir brauchen dringend neue Kleingärten“, betont Umweltreferent Reiner Erben. Denn die Gärten leisteten nicht nur einen aktiven Beitrag zum Naturschutz und Stadtklima, sondern seien für Menschen und Tiere wertvolle Orte der Ruhe und Erholung. Neben den 170 neuen Kleingartenparzellen hob Erben auch die Bedeutung anderer Formen städtischen Gärtnerns, wie "Urban Gardening" und Gemeinschaftsgärten hervor, die die Stadt in den vergangenen Jahren ebenfalls weiterentwickelt habe.

Hier entstehen nun neue Kleingärten

An der Kleingartenanlage "Reinhold Wolff" in Göggingen sollen 91 Parzellen mit einer Größe von 200 Quadratmetern entstehen. Die Baugenehmigung liegt vor, ein Teil der Fläche ist bereits für den Bau freigegeben. Die Vergabe der Arbeiten für 51 der Parzellen soll noch im Februar stattfinden. Auf der restlichen Fläche sind noch archäologische Sondierungsgrabungen erforderlich, bevor sie durch die Stadtarchäologie freigegeben werden können. Insgesamt wird der Ausbau der Anlage rund 900 000 Euro kosten.

Der eigentlich für den Norden Augsburgs vorgesehene Standort am Nordfriedhof kann nicht verwirklicht werden, da die derzeitigen Besitzer die entsprechende landwirtschaftliche Fläche nicht verkaufen wollen. Als Ersatzstandort ist nun eine neue Anlage am Oberen Schleisweg im Bärenkeller vorgesehen. Bis Ende des Jahres soll die Genehmigungsplanung vorliegen. Im Haushalt sind bereits Mittel von rund 415 000 Euro für den Neubau veranschlagt.

In Göggingen fielen einige Parzellen dem Gewässerschutzprojekt "Wertach Vital" zum Opfer. Das Wasserwirtschaftsamt hat versprochen, diese Gärten wieder zu ersetzen. Am Wertachdamm sollen demnach 55 Parzellen entstehen, ebenfalls mit der kleineren Fläche von 200 Quadratmetern. Umgesetzt werden sollen diese allerdings erst nach der Genehmigung des Bauvorhabens Wertach Vital.

Die letzte aktuell geplante Anlage soll im Osten Augsburgs entstehen. Es ist eine neue Kleingartenanlage auf der Friedhofserweiterungsfläche im Süden des Neuen Ostfriedhof zwischen Hochzoll und Lechhausen geplant. Der Bauausschuss hat dem Bau bereits 2017 grundsätzlich zugestimmt, eine Entwurfsplanung wurde erstellt. Finanzielle Mittel für den Bau in Höhe von insgesamt 501 000 Euro sind in den Haushaltsjahren 2021, 2022 und 2023 vorgesehen. Bevor weiter geplant und gebaut werden kann, müsse nun allerdings erst noch ein gültiger Bebauungsplan erstellt werden. (lat)

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