Eine neue Ära beginnt – doppelt so weit, dreimal so viel, doppelt so schnell

von Leserreporter Nicole Fischer
Die Vorsitzenden von Bi ProLechfeld, Raimund Hach und Andreas Halscheidt (v.li.), informierten die geladenen Bürger über den aktuellen Stand der Stationierung des A400M und der Zukunftspläne

Der A400M auf dem - NATO Flugplatz Lechfeld
Fakten, Forderungen und Zahlen: Der „Runde Tisch“ – seit 2010 ein wichtiges Sprachrohr von den Bürgen, für die Bürger. 
Die Bürgerinitiative Pro Lechfeld (Bi ProLechfeld) vertreten durch die Vorsitzenden Andreas Halscheidt und Raimund Hach, informierte die Bürger am vergangenen Mittwoch im Imhofstadl in Untermeitingen über die zukünftige Stationierung des A400M auf dem Flugplatz Lechfeld. Im Vergleich mit der Transall erreicht der A400M eine höhere Geschwindigkeit, größere Reichweite und hat eine höhere Nutzfläche.

Die Teilnehmer am Runden Tisch sind der Standortältester Herr Oberst Niedermeier, der Bundestagsabgeordnete Herr Hansjörg Durz, der Landrat von Augsburg Herr Martin Sailer, oder sein Stellvertreter Herr Heinz Liebert, die Bürgermeister der umliegenden Lechfeldgemeinden, die beiden Vorsitzende der Bi ProLechfeld, Herr Hach und Herr Halscheidt und die Interessengemeinschaft gegen den Fluglärm e.V. Oberst Niedermeier. Niedermeier übergab sein Kommando am 20.01.20 seinem Nachfolger Oberstleutnant Martin Langer.
Hier erhält die BiProlechfeld aktuelle Informationen und Daten, die sie entsprechend an zwei Info-Abende im Jahr dem Bürgern zukommen lässt. Jeder Bürger wird hier über den aktuellen Stand informiert, Bedenken und Wünsche werden entgegengenommen und diskutiert.
An diesem Abend blickte Andreas Halscheidt anfangs auf die Entwicklung des Lechfeldes und der Bundeswehr zurück. Dabei wurde schnell klar, dass das Lechfeld schon immer durch die Bundeswehr geprägt wurde. Sei es die Wirtschaft, der Wohnungsbau oder die Infrastruktur. Durch die Stationierung auf dem Lechfeld erhielten wir entsprechende Verkehrsanbindungen, entwickelten sich Geschäfte, Wohnungen und Arbeitsplätze.

Rückblick

Die Bürger erhielten einen interessanten Einblick über die Hintergründe von Rückschlägen und Auswirkungen politischer Entwicklung und Entscheidungen. Jeder Bürger hat das Recht, mit dem Personalausweis, jeden ersten Sonntag im Monat, zur Hauptwache zu fahren, um hier die Ausstellung „Militärische Sammlung Lechfeld“ zu besichtigen und sich zu informieren.

Fliegerhorst wird zum weltweiten Militär-Transportdrehkreuz / Multinationaler Verband NATO Flugplatz Lechfeld

Zehn Maschinen werden bis zum Jahre 2028 aufs Lechfeld stationiert und voll einsatzbereit sein. Die erste soll 2025 landen. Es entstehen 600 Soldaten- und Zivildienstposten. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Mehr als 170 Mio Euro werden investiert für Infrastrukturmaßnahmen, Verteilung der Startbahn auf 40 Meter, Unterkünfte, Kindergärten, Hallen und Stellplätze sowie in die IT Infrastruktur. Für die umliegenden Gemeinden bedeutet der Ausbau: neue Arbeitsplätze
Momentan sind auf dem Lechfeld an die 1400 Soldaten (Stammsoldaten und Lehrgangsteilnehmer). 2025 kommen 600 Dienstposten und für die technische Ausbildung 400 Pendler-Soldaten dazu. Das sind 2300 Soldaten.
Hach: „Die Bundeswehr war, ist und bleibt der größte Arbeitgeber in der Region. Es entstehen sichere Arbeitsplätze, die Wirtschaft wird weiter angekurbelt und wir haben eine 25jährige Garantie, dass der Flugplatz weiter betrieben wird.“
Im Vergleich: beim Geschwader 32 waren es 3.800 Soldaten und zusätzlich zivile Personen.
Ausgerüstet war das Geschwader zuletzt mit dem Panavia Tornado, der Verband wurde im Rahmen der Bundeswehrreform 2011 zum 31. März 2013 aufgelöst.

Das modernste Luftfahrzeug – internationaler Verkaufsschlager
Die Leistung des A400M

Seit 2017:Transport von Personal und Material nach Afghanistan, Mali, Jordanien. Sogar ein Panzer kann transportiert werden
Luftbetankungsfähigkeit: Als Tankflugzeug kann der Airbus gleichzeitig zwei Flugzeuge betanken. Insgesamt können rund 40 Tonnen Kerosin abgegeben und bis zu zehn Flugzeuge in einer Stunde betankt werden.
Seit 2018:MedEvac Fähigkeit (Medical Evacuation), hier kann sogar in der Luft operiert werden.
Seit 2019: Einsatz bei der Auslandsmission „Counter Daesh“ als Tanker
Außerdem besitzt der A400M eine Selbstschutzanlage.
Von seiner Ausstattung her ist der A400M das modernste Lufttransportmittel und ist ab 2019 im normalen Flugbetrieb. 30 Flugzeugführer und 25 Landungsmeister haben ihre Ausbildung bereits absolviert. Die Triebwerke sind komplett neu entwickelt worden. Sie sind die modernsten auf der Welt. Die Anordnung und die Form der Flügel sind so konzipiert, dass es keinen Rückschlag gibt. Die Triebwerke sind gegenläufig, d.h. auf beiden Seiten laufen jeweils eine links und rechts. Das erzeugt eine Stabilität. Diese ganze Komponenten beeinflussen die Lautstärke des Airbusses, die erheblich leiser ist als die Transall.
Für die Bürger und die Lärmbelästigung bedeutet die Stationierung der zehn A400M jeweils 500 Flugstunden pro Jahr, d.h. 90 Flugstunden in der Woche. Dabei muss man jedoch die Platzöffnung berücksichtigen. Das hört sich sehr viel an aber Andreas Halscheidt kann beruhigen: „ Der Unterschied zu den bekannten Tornados ist, das der A400M abhebt und dann mal ein paar Tage weg ist, je nach Einsatzauftrag. Den hören wir dann nicht mehr. Die Tornados sind ja mehrmals wieder gelandet und gestartet.“

Lärmschutzzonen und die Ängste der Bürger

Untermeitingens Bürgermeister Simon Schropp sieht die Ängste der Bürger gar nicht in der Lautstärke und der Stationierung. Dies sei wohl ausreichend geklärt worden „ Es sind die Gäste, die zusätzlich mit ihren Jets kommen, im Sinne: es ist zu viel“, so Schropp.
Andreas Halscheid machte daraufhin aufmerksam, dass wir Teil eines Verteidigungsbündnisses seien, Ungarn hat bereits unterschrieben. Auch Neuburg wird das Lechfeld als Ausweichplatz nutzen
„Wir sind, anders als Wunstorf, ein Natoflugplatz, d.h. egal wie lange der Einsatz dauert…da können wir uns dann nicht rausnehmen“, so Halscheidt. „Man muss bedenken, wenn ein Soldat aufgrund von Verletzungen zurückgeführt werden muss, dann fragt man nicht nach Uhrzeit, dann wird geflogen, durchaus auch nachts. Genauso ist es mit Material und Panzer, der im Airbus transportiert werden kann.“
Simon Schropp sieht die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum als Hauptaufgabe der Gemeinde. Genauere Pläne hierzu werden beim nächsten runden Tisch erörtert.

Zukünftige Baugebiete

Lärmschutzzonen auf kommunale Ebene sorgten für heftige Diskussionen.
Momentan existieren die Lärmschutzzonen A-B-C-C1, die die Gemeinde daran hindern, weiter an den Fliegerhorstzaun zu bauen. Die neuen Lärmschutzzonen 1-3 sind bis zum Jahr 2023 ausgesetzt worden. Sie werden von den Ländern bestimmt. Solange die Landes- und Bundesverteidigung nicht steht, wird es von der Bundeswehr diesbezüglich auch keine weiteren zeitlichen Aussagen geben.
„Wenn die Baugebiete bis an die Grenze gehen, haben die Leute kein Recht auf Klage, denn die neue Lärmschutzzone 1-3 gilt nur für die Flugzeuge, die hier stationiert sind, nicht für ausländische Jet Flugzeuge“, gab Vorsitzender Hach zu bedenken.  "Da werden wir auch nicht drum rum kommen, denn wir sind ein Nato-Flugplatz und haben einen Nato-Vertrag unterschrieben, der besagt, dass alle Luftfahrzeuge hier her kommen können, egal wie lange dieser Zustand dauern kann" informierte er weiter. Zum Abschluss legte er die zeitliche Schiene von bevorstehenden nötigen Arbeitsschritten bis zur vollen Einsatzbereitschaft dar.

Hochqualifizierte Einrichtungen am Standort
Planung - Lechfeld als zweiter Standort A400M
Aktueller Sachstand zur Ausplanung

Zeitschiene
2019 – 2021 Luftrechtliches Änderungsgenehmigungsverfahren
2020 – 2021 Bedarfsermittlung und Bedarfsplanung
Oktober 2020             Strukturelement Infrastruktur auf dem Lechfeld
2022 – 2025 Bauplanung
2025 – 2028 Baudurchführung/Realisierung
2026     Aufstellungsstab LTG 62 auf dem Lechfeld
2028    Aufstellung und volle Einsatzbereitschaft (Full Operational
            Capability) der Lufttransportgruppe (LTGrp) am Standort
            Lechfeld

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