Neujahresempfang 2020 im Bürgersaal von Graben

von Leserreporter Nicole Fischer
Neujahresempfang in Graben: Bürgermeister Andreas Scharf (Zweiter von rechts) mit den Ehrengästen der Freiwilligen Feuerwehr, der Spielvereinigung Lagerlechfeld, Marita Müller (ganz rechts) und Herrmann Franze (2.Reihe, Vierter von rechts)

Nachdenkliches, Herausforderungen, Seitenhiebe aber auch Zuversicht, Stolz und Lob
"Wir reden wie Heilige und handeln wie Vandalen"
Mit diesem Zitat eröffnete Bürgermeister Andreas Scharf den Neujahresempfang und stellte das Thema „Klima“ ins Zentrum der Diskussion. Er blickte zurück auf ein Jahr voller Widersprüche.“ Auf der einen Seite retten wir die Bienen mit nur einer Unterschrift, wir reden über Feinstaub und Tiere, die Angst vor Böllern haben, Kinder wachsen im Wohlstand auf, haben Smartphones und werden mit dem Auto zur Schule gebracht, die Straßen sind verstopft und der SUV wird zum Feindbild. Auf der anderen Seite wollen wir aber für Lebensmittel nicht mehr bezahlen, Kinder gehen für Greta auf die Straße, die Autos werden immer schwerer und schneller. Nie zuvor wurden so viele SUV zugelassen, wir fliegen mehr als je zuvor, und zum Jahreswechsel lassen wir es genauso krachen wie sonst“.
Scharf bilanziert:“ Alle wollen, dass sich was ändert und dass das Klima besser wird, aber niemand möchte moralische Belehrung oder Verbote und wir wollen auch nicht wahrhaben, dass nur wir selbst unser Verhalten ändern können“. Wenn das keine Herausforderung ist!
Ein zustimmendes Raunen ging durch den Saal

Das Klima in Graben.

Anschließend nahm er die Bürger mit auf einen Streifzug durch die Gemeinde und deren großen zeitlichen Herausforderungen. Er umriss die erreichten Ziele und Entwicklungen von der Kirche, mit dem aktuellen Umbau von St .Martin, die Bundeswehr mit der geplanten Stationierung des A400M, die Wirtschaft mit den Arbeitsplätzen, Bildung und Kultur mit der Kinderbetreuung und der hervorragenden Jugendarbeit. Besonders ans Herz legte er den Neubürgern das Kulturzentrum mit seiner interessanten Kleinkunst zu erschwinglichen Preisen sowie die Volkshochschule. Dies und die unglaubliche Vielfalt an Vereinen seien Orte der Begegnung, die für ein gutes Klima in Graben sorgen. „Diesen Mehrwert zu schaffen, ist nicht in allen Gemeinden selbstverständlich. Das macht aber die besondere Qualität des Klimas in Graben aus. Aus diesem Mehrwert wollen wir ein echtes Markenzeichen machen", berichtet er freudig.
Die anwesenden Neubürger konnten sich über ein Brillenputztuch mit Kartenmotiv freuen und waren sich einig, dass sie mit ihrer neuen Heimat den genau richtigen Ort gewählt haben.
"Graben wird am European Award (EEA) teilnehmen und ab 2020 unter fachlicher Betreuung zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern Ideen entwickeln, welchen Beitrag die Gemeinde, aber auch jeder Einzelne, zur Verbesserung des Klimas leisten kann," blickt Scharf in die Zukunft. 

Der Gemeinderat – ein besonderes Ehrenamt

Bewusst ans Ende der Begrüßung erwähnte Scharf die Verantwortungsvolle Aufgabe des Gemeinderates.
„Wenn über das Ehrenamt gesprochen wird, denkt fast niemand an den Gemeinderat“, ist sich Scharf sicher.
Dabei hat der Gemeinderat eine Bedeutung für die Gemeinde, die man kaum überschätzen kann.
„16 Menschen mitten aus der Bevölkerung werden für sechs Jahre gewählt, um über Millionen von Euro, über Entwicklung einer Gemeinde, die Lebensqualität und damit über das Klima in dieser Gemeinde zu entscheiden. Das ist eine ungeheure Verantwortung“ , erklärt er.
Zur Neuwahl im März wird sich neben den bekannten Mitgliedern aus CSU, Wir für Graben und Bündnis, erstmals eine Gruppierung neu aufstellen lassen, die er an diesem Abend, trotz Einladung, vermisste. Denn exakt zeitgleich fand bei dieser die Nominierungsversammlung für die Wahl statt. Aus diesem Grund erlaubte Scharf sich einen Seitenhieb an diese Gruppierung, denn er vermutete, dass das Interesse an der Entwicklung der Gemeinde bei jener Gruppierung nicht ganz so groß sein kann. „Falsches Motiv sage ich da nur. Aber das kann jeder für sich selbst bewerten.“

Ehrungen

Besonders geehrt wurden unter anderem die freiwillige Feuerwehr, die das wichtigste Ehrenamt für die Gemeinde darstellt. Für die dann folgende Ehrung verwandelte sich der Bürgersaal buchstäblich in ein Fußballstadion. Es herrschte zur allgemeinen Begeisterung der Gäste Stadion-Atmosphäre im Bürgersaal, als Andreas Scharf sich als gekonnter Spielkommentator präsentierte. Er empfand das entscheidende Spiel in der Firnhaberau nach, als es für den SpVgg Lagerlechfeld-Graben e.V. (Spielvereinigung Lagerlechfeld) um die Frage ging: Kreisliga oder Kreisklasse. Zum Schluss hieß es Kreisklasse.

Besondere Gäste

Als besondere Gäste kamen Marita Müller und Hermann Franze auf die Bühne und wurden für ihre vorbildliche Arbeit im Ehrenamt geehrt. Müller kümmert sich aufopferungsvoll für den Seniorenclub. „Sie ist die gute Seele, die nicht zuschauen kann, wie Menschen allein zuhause sind und vereinsamen!“ so Scharf. Ihr kommt es darauf an, dass die älteren Bürger die Treffen der Ü60 wahrnehmen. Franze setzte sich 40 Jahre lang für die Kirche ein und war 32 Jahre Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Auch die Parteipolitik trägt seine Handschrift. Für sein Engagement im sozialen Bereich erhielt er im vergangenen Jahr das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten. Beide erhielten als Dank für ihre Verdienste das Gemeindewappen.

Gute Vorsätze vom Bürgermeister und dem Gemeinderat Graben

Seine Ansprache ließ Andreas Scharf etwas verschmitzt mit drei Versprechen an die Bürger enden: „Boris Johnson wird nicht für die Bürgermeister-Wahl 2020 in Graben zugelassen. Ich habe keinen Urlaub auf Ibiza gebucht, um Graben an eine russische Oligarchin zu verkaufen. Der Gemeinderat wird keine Strafzölle auf den Import von Waren aus Untermeitingen, Klosterlechfeld, Obermeitingen und Kleinaitingen erheben.“
Zum Schluss trugen sich alle geehrten Gäste in das „Goldene Buch“ der Stadt ein.
Stärken konnten sich alle Anwesenden an einem anschließend gereichten kleinen Imbiss.
Für die musikalische Umrahmung sorgten die d´Hennapicker.

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