Fischerverein Meitingen mit dem Umweltpreis ausgezeichnet

von LeserReporter Peter Heider aus Meitingen
Die Jugendfeuerwehr Herbertshofen mit Betreuer, die Vereinsvorstände Tobias Wolf, Reinhard Reiter und Hubert Schuster sowie Gewässerwarte und ehemalige Jugendfischer Werner Dirr, Peter Kinlinger, Stefan Roth, Matthias Leblang und Jonas Reiter mit einer Brutbox für Fischeier (von links) sowie Ferdinand Sandler, der Hersteller der Brutbox (rechts) vorschriftsmäßig ausgestattet mit Mund- und Nasenschutz während der Coronazeit.

Meitinger Fischer gehören zu den Preisträgern beim „BesserMACHER"-Wettbewerb der LEW in der Kategorie „Umwelt".

Der Fischerverein Meitingen ist einer der Preisträger beim „besserMACHER"-Wettbewerb der LEW in der Kategorie "Umwelt". Gewonnen hat der Verein durch seinen Einsatz und den langjährigen Aktionen rund um den Mädelelech bei Meitingen, dem einzigen Nebengewässer des Lechs zwischen Gersthofen und Ellgau.

Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro erhielt der Verein für die Hege und Pflege des Gewässers inklusive Fischbestandserhebungen, für den Besatz mit bestandsbedrohten Fischarten, für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit durch Teilöffnungen von Biberdämmen und für Kieslaichplatzauflockerungen. "Mit unseren Maßnahmen helfen wir vielen Fischarten den Bestand zu erhalten beziehungsweise wieder auf die ,Flossen zu kommen'. Aber auch Insekten, wie Libellen und Schmetterlinge, oder auch der Eisvogel profitieren davon. Auch der Biber ist weiterhin hier beheimatet auch wenn wir ihn hin und wieder ein bisschen ärgern müssen und wir seinen Damm mit Erlaubnis der Naturschutzverwaltung öffnen", so der Erste Vorsitzende Hubert Schuster.

Der Meitinger Fischerverein, erläutert Reinhard Reiter, hegt und pflegt das Gewässer, obwohl die Mitglieder diesen Gewässerabschnitt nicht beangeln. Sie machen dort die Fischereiaufsicht und alle paar Jahre wird der Fischbestand zusammen mit der zuständigen Fischereifachberatung mittels Elektrofischerei kontrolliert.

Wichtig für viele im Mädelelech lebende Fischarten ist die Durchgängigkeit. Einige Kurzstreckenwanderer müssen zum Beispiel zu ihren Laichplätzen schwimmen können, um sich zu reproduzieren. Biberdämme sind dann im Weg, wenn sie das Gewässer über die gesamte Breite absperren. In unregelmäßigen Abständen werden diese Dämme teilweise geöffnet. Um den kieslaichenden Fischen ein optimales Laichsubstrat anbieten zu können, werden jährlich vor der Laichzeit von Bachforelle und Co. die Kiesbänke durchgespült. Da es im Mädelelech kein Hochwasser gibt, das hin und wieder den Kies auflockert, werden Auflockerungsmaßnahem vom Verein übernommen. In Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Herbertshofen wird mit Feuerwehrschläuchen ins Kies gespritzt, um das Kieslückensystem wieder herzustellen, das wichtig ist, damit sich dort Fischeier, Jungfische und Kleinlebewesen ungestört entwickeln können.

Durch gezielte Besatzmaßnahmen wird einzelnen Fischarten geholfen, vor allem den stark gefährdeten Urbewohnern des Lechs. Speziell wurden in den vergangenen Jahren Aalrutten- und Nasenbrut (Nase ist der Fisch des Jahres 2020) sowie Hucheneier in speziellen Brutboxen angesiedelt. Ob diese Aktionen erfolgreich waren, lässt sich leider immer erst Jahre später absehen.

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