Kein Aufzug am Meitinger Bahnhof

von LeserReporter Peter Heider aus Meitingen
Bisher müssen Fahrgäste am Meitinger Bahnhof noch Treppen steigen, wenn sie zu den Bahnsteigen wollten. Doch nach dem Ausbau sollen Bahnnutzer von beiden Seiten barrierefrei zu den Gleisen kommen. Dass kein Aufzug installiert wird, stößt vielen Menschen, besonders mit körperlichen Behinderungen, sauer auf.

Am Meitinger Bahnhof soll zwar eine Rampe gebaut werden, ein Aufzug für Menschen mit körperlichem Handicap scheitert an den hohen Baukosten.

Die Planungen für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Meitingen gehen weiter. Der Zugang zu den Bahnsteigen soll genau wie der Zugang zum Ort barrierefrei ausgebaut werden. Allerdings nur durch eine Rampe, ein Aufzug fand beim ehemaligen Markgemeinderat keinen Zuspruch.

23 Mitglieder des Gremiums lehnten den Bau eines Aufzug ab, nur Bezirksrätin Annemarie Probst (Grüne) stimmte dafür, einen Aufzug zu den Gleisen zu installieren. Dass kein Aufzug in die Planungen zur Bahnhofsneugestaltung aufgenommen wurde, damit sind viele Meitinger Bürger, besonders Menschen mit einer körperlichen Behinderung, nicht einverstanden.

Bisher sind die Bahnsteige 2 und 3 am Bahnhof nur durch Treppen erreichbar. Ein barrierefreier Ausbau ist geplant, liegt jedoch in den Händen der Bahn. Für den Gleisbereich ist die Kommune zuständig. Mit Rampen, die auch zur Nutzung von Rollatoren, Rollstuhlfahrer und Radfahrer vorgesehen sind, soll der Zugang zum Tunnel, der bereits im Rohzustand vorhanden ist und quer unter den Schienen gebaut wurde, ebenfalls barrierefrei erreichbar werden. Bei den von einem Planer erläuterten Vorschlägen, führt eine Treppe in Richtung Bahnhofsvorplatz, während eine Rampe zunächst in Richtung Norden parallel zum Gleis gebaut werde, die nach etwa 30 bis 40 Metern in Form einer Kehre zurück zum Bahnhofsvorplatz führt.

Ein Fahrstuhl wäre baulich durchaus realisierbar, würde aber sehr teuer kommen, weshalb die Mehrheit im Stadtrat einen Aufzug ablehnte. Planer Robert Heinhaus vom gleichnamigen Ingenieurbüro wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch die Deutsche Bahn beim Zugang zu den Bahnsteigen keine Fahrstuhlvariante einbeziehe, da sie rechtlich dazu nicht verpflichtet sei.

Probst hielt nach diesen Aussagen ein Plädoyer für einen Aufzug. „Wir sollten uns die Frage stellen, für wen wir eigentlich einen barrierefreien Bahnhof machen. Sicher nicht für Menschen, die schnell eine Treppe rauf und runter laufen können und dabei nicht an die Grenzen einer körperlichen Einschränkung stoßen“, monierte die Bezirksrätin. Probst erläuterte auch, dass vor allem Leute mit einer Gehbehinderung die langen Rampen nicht bewältigen könnten, was sogar die Behindertenbeauftragte des Landkreises Augsburg Eva Kurdas dazu veranlasste, sich für einen Aufzug am Meitinger Bahnhof einzusetzen.

Ziel ist es, in Meitingen die Planung bis zum Sommer dieses Jahres über die Bühne zu bringen, damit die Marktgemeinde bis 1. September die Unterlagen für die Fördergelder einreichen kann.

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