Meitingens noch amtierender Zweiter Bürgermeister Werner Grimm setzt sich nicht mit der AfD in den Gemeinderat

von LeserReporter Peter Heider aus Meitingen
Nach 42 Jahren kommunalpolitischer Tätigkeit in der Marktgemeinde Meitingen beendet der zur Zeit noch amtierende Zweite Bürgermeister und SPD-Fraktionssprecher Werner Grimm seine politischen Tätigkeiten in Meitingen.

Kurz nach der Wiederwahl zieht sich Meitingens Zweiter Bürgermeister und SPD-Fraktionschef wegen politischen und privaten Gründen aus dem öffentlichen Leben zurück.

Die Kommunalwahlen sind gelaufen und der 68-jährige SPD-ler Werner Grimm wurde erneut mit großem Zuspruch der Meitinger Wählerschaft in den örtlichen Marktgemeinderat gewählt. Doch im Nachhinein machte sich der bis 1. Mai amtierende Zweite Bürgermeister Meitingens Gedanken, ob er sich im neuen Marktrat sechs weitere Jahre zum Wohle der Kommune weiter engagieren soll und kam zum Entschluss, sich aus der örtlichen Politik zurückzuziehen.

„Ich beende meine Amtszeit und mein Mandat als Marktgemeinderat nach 42 spannenden, erfolgreichen und sehr erlebnisreichen Jahren zum 30. April 2020.“, erklärt Grimm. „Der Corona-Shutdown“, betont der langjährige SPD-Fraktionschef, „ist an mir nicht spurlos vorbeigegangen. Es fällt mir mittlerweile persönlich sehr schwer, eine neue Ratsperiode fortzusetzen und weitere sechs Jahre aktiv mitzuarbeiten“. Ich werde nächstes Jahr 69, meine geistige Kraft, auch wenn ich mich weiter engagieren würde, lasse doch langsam etwas nach“, so Grimm. Er erklärt, dass er aus gesundheitlichen Gründen nach einer Herzoperation während der derzeitigen Coronakrise aufpassen muss, um eine Ansteckung zu vermeiden.

"Das tu ich mir nicht mehr an."

„Ein weiterer Sachverhalt ist, dass ich nach meiner langjährigen Dienstzeit in diesem neuen Gemeinderat nicht mit einer AFD-lerin im Gremium sitzen will. Das tu ich mir nach so langer Gemeinderatszeit nicht mehr an“, begründet Grimm seine Entscheidung, der ein großer Verehrer des katholischen Geistlichen und Ordensgründers Dr. Max Josef Metzger ist. „Meitingen war die Wirkungsstätte von Dr. Max Josef Metzger, der von den Nazis verurteilt und hingerichtet wurde. Wir haben erst im vergangenen Jahr seine Gefängnisgedichte mit dem Una Sancta Chor in der Vertonung des Komponisten Cormac O'Duffy aufführen dürfen. Ein großartiges Erlebnis. Und dann mit AfD im gleichen Gremium sitzen zu müssen. Nein, Danke“, fügt Grimm noch hinzu. Der Volksgerichtshof verurteilte Josef Metzger im Oktober 1943 für seine pazifistische Überzeugung zum Tode. Das Urteil wurde 1944 vollstreckt.

Grimm blickt mit Stolz zurück, dass er bei seinem Eintritt in den Marktgemeinderat im Jahre 1978 das jüngste Marktgemeinderatsmitglied war und nun am Ende seiner politischen Tätigkeit das derzeit nicht nur dienstälteste und sondern auch älteste Ratsmitglied ist. Er war im Rathaus unter den drei Bürgermeistern Leonhard Rieger, Alfred Sartor und zuletzt Michael Higl politisch tätig. Mehrere Amtsperioden war Werner Grimm als Zweiter und Dritter Bürgermeister die rechte Hand der Rathauschefs. 30 Jahre war Grimm nun Sprecher der Meitinger SPD-Fraktion. In dieser Zeit brachte er sich in vielen kommunalen Themen mit ein, darunter die B2-Umfahrung, der Sporthallenbau, die Gewöhnungsphase nach der Gebietsreform und langjährige Mitarbeit im Aufsichtsrat der kommunalen Wohnungsbau (1996 bis 2020).

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