Jugendtreff Mering richtet eine Notbetreuung für Grundschüler ein

von LeserReporter Heike Scherer aus Mering
Jugendtreffleiterin Nathalie Gronau (rechts) verständigte sich mit Merings Bürgermeister Florian Mayer (links) auf die Einzelheiten für die Notbetreuung des Jugendtreffs ab dem 25. Mai.

Jugendtreffleiterin Nathalie Gronau bietet Gespräche, Nachhilfe und Bewerbungstraining für einzelne Besucher an. Am 25. Mai startet die Notbetreuung für Grundschüler.

Nathalie Gronau sitzt in ihrem Büro und plant die Einzelheiten für die Notbetreuung, die in der letzten Maiwoche im Jugendtreff startet. Da immer mehr Eltern an ihren Arbeitsplatz zurückkehren müssen, aber ihre Kinder weiterhin im Homeschooling unterrichtet werden, ist eine dringende Lösung für die Kinder nötig, die ohne Betreuung wären. Gemeinsam mit dem Erstem Bürgermeister Florian Mayer verständigte sich Nathalie Gronau auf die detaillierten Regelungen ihres Konzeptes.

„Viele Kinder rufen mich an, weil ihnen momentan zu Hause die Decke auf den Kopf fällt“, erzählt die 28-jährige Leiterin der Meringer Jugendeinrichtung. Am Vormittag vergibt sie Termine für Jugendliche, die mit ihr ein Gespräch führen wollen, Hilfe bei einem Bewerbungsschreiben benötigen oder sich für den Nachhilfeunterricht anmelden möchten. Derzeit ist der Jugendtreff nur für diese Fälle geöffnet, der offene Betrieb darf seit Mitte März nicht mehr stattfinden. Gronau berichtet, dass das Homeschooling nicht immer so gut funktioniere. Ein Schüler, der bald seine Abschlussprüfung schreiben wird, sollte eine prüfungsrelevante Aufgabe in Mathematik selbst erarbeiten, die sein Lehrer vor der Schulschließung nicht mehr mit der Klasse besprechen konnte. Er war damit überfordert und wandte sich an Nathalie Gronau. In diesem Fall konnte Fabian Wölfle wertvolle Hilfe leisten.

Die Notbetreuung wird im Jugendtreff von 8 bis 13.30 Uhr stattfinden und beginnt am Montag, 25. Mai. Am Vormittag wird von 8 bis 10.30 Uhr in drei Räumen gelernt. Nathalie Gronau, ihre Kollegin Vanessa Lhalhe und Rosa Kraus, deren Arbeitszeit auf 20 Wochenstunden erhöht wird, bearbeiten gemeinsam mit den Kindern die Aufgaben, die in den Fächern Mathematik, Deutsch und Heimat- und Sachkunde laut Wochenplan zu erledigen sind. Vanessa Lhalhe hat Lehramt für Deutsch, Mathematik und Sport studiert und Rosa Kraus befindet sich im Studium für Lehramt Deutsch als Fremdsprache und Geschichte. Die Kinder sollen selbständig die Räume wechseln, wenn sie mit einem Fach fertig sind. In Kooperation mit den beiden Grundschulen werden Arbeitsblätter erstellt. Nach einer Brotzeitpause von 10.30 bis 11 Uhr – das Essen ist von den Kindern selbst mitzubringen – findet sportliche und kreative Betätigung statt. Es sind Workshops ähnlich wie bei Mini-Mering geplant, zum Beispiel das Basteln von Schmuck oder Traumfängern. Außerdem denkt Nathalie Gronau daran, auch im Badangergelände oder im Erdgeschoss Bewegungsspiele anzubieten. Die Gesellschaftsspiele und Outdoor-Spiele wird ihr der Kreisjugendtreff ausleihen. Um 13.30 Uhr endet die Notbetreuung, ab 14 Uhr ist das Jugendzentrum nur noch für die einzeln vergebenen Termine geöffnet.

Erster Bürgermeister Florian Mayer freute sich, dass Nathalie Gronau mit ihrem Team die Initiative ergriff, den Familien in der schwierigen Zeit Hilfe anzubieten. „Da immer mehr Eltern wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, die Schulen aber noch nicht geöffnet sind, freue ich mich über dieses kostengünstige Angebot, das für die Gemeinde keinen erheblichen finanziellen Aufwand darstellt. Ich hoffe auf eine rege Annahme durch die Eltern und bedanke mich für die Flexibilität der Mitarbeiter des Jugendtreffs“, sagte er.

Info: Die Kinder, die an der Notbetreuung teilnehmen sollen, müssen von ihren Eltern mit einem Formular angemeldet werden. Es ist auf der Internetseite der Gemeinde zu finden. Es können auch nur einzelne Tage gebucht werden. Die nötigen Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Beide Elternteile müssen außer Haus arbeiten und die Kinder wären ohne Betreuung, Alleinerziehende. Die Teilnahme an der Notbetreuung ist kostenpflichtig: Pro Tag beträgt sie sieben Euro, für den gesamten Monat 140 Euro.

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