Mering: Platz für mehr Urnenbestattungen

Die vier neuen Urnenstelen des vierten und letzten Bauabschnitts stehen bereits und auch zwei Ruhebänke wurden aufgestellt.

Am neuen Meringer Friedhof werden weitere Urnenerdgräber und Urnenstelen errichtet. Auch auf dem alten Friedhof gibt es künftig eine Möglichkeit der Urnenbestattung.

Früher kamen in Mering auf hundert Bestattungen pro Jahr zehn Urnenbegräbnisse. Inzwischen hat sich das Verhältnis genau umgedreht. Die Gemeinde Mering trägt diesem Trend Rechnung und hat 40 weitere Urnenstelen geplant sowie 24 zusätzliche Baumurnen-Erdgräber vorbereitet.

Die Tage und Wochen vor Allerheiligen herrscht auf den beiden Meringer Friedhöfen Hochbetrieb. Auch der Bauhof ist in diesen Wochen dabei, die öffentlichen Bereiche in Ordnung zu bringen, die Wege von Laub und Unkraut zu befreien und die Beete im Eingangsbereich herbstlich zu bepflanzen. Viel Arbeitszeit haben die Mitarbeiter von Bauhofleiter Claudius Hirner aber auch schon in den Wochen zuvor vor allem auf dem neuen Friedhof investiert. Unter der Trauerweide vor den Urnennischen im neueren Teil des neuen Friedhofs wurden bereits die Hülsen für weitere Baumurnen-Erdgräber versenkt. Die 40 bisherigen in der spiralartig angelegten Anlage sind schon belegt. Die Umgebung dieser in den Boden eingelassenen Urnen wird künftig nicht mehr mit Gras eingesät, sondern eingekiest. „Das ist pflegeleichter, denn statt Gras sprießt da mehr Unkraut“, berichtet Bernhard Bordon von der Gemeindeverwaltung. Trauernde Angehörige seien zudem angehalten, möglichst keine Blumentöpfe, Figuren oder Gestecke auf oder neben die kreisrunden Grabplatten mit dem Baumsymbol zu stellen. Doch viele halten sich nicht daran und sie erschweren damit den Bauhofmitarbeitern die Pflege. Laut Bordon gibt es für diese Urnenerdgräber die Vorgabe, dass Blumenarrangements bis zu 14 Tage nach der Beisetzung stehen bleiben dürfen. Dann erfolge die Aufforderung, alles wegzuräumen.

Im Bereich der Urnenstelen Richtung Feuchtbiotop „Am Zwanzger“ entsteht derzeit der vierte und letzte Bauabschnitt mit vier Blöcken. Zehn Stelen haben in einem Block Platz, insgesamt werden es nach Fertigstellung dann 16 Blöcke sein. „Als 2013 die ersten Urnen dort in den Stelen vergeben wurden, wusste man noch nicht, wie gut es angenommen wird“, erinnert sich Bernhard Bordon. Die erste Urnenanlage, die Nischenurnen gleich links vom Eingangsbereich des neueren Teils, wurde ab 1988 errichtet. Das System dieser Urnenwände soll jedoch nicht mehr weitergeführt werden, da es zu massiv und gestalterisch nicht gefällig wirkt.

Auch auf dem alten Friedhof an der Luitpoldstraße sollen erstmals Möglichkeiten für Urnen geschaffen werden. Bisher gab es dort nur Urnenbestattungen in schon bestehende Erdgräber. Nun sind kleine Urnenerdgräber mit den Maßen 0,60 auf 1,10 Meter vorgesehen. Der Standort ist links vom Eingang, wo eine ganze Reihe Gräber aufgelassen wurde. Zudem sollen dort langfristig drei Stelen mit je einem Zehnerblock errichtet werden. Die Fundamente stehen schon, doch im Moment fehlen laut Bordon dazu noch die Haushaltsmittel. „Es gibt immer wieder Meringer, vor allem Alteingesessene, die gerne ein Grab am alten Friedhof hätten“, weiß er. Dort gebe es aber keine neuen, sondern nur aufgelassene Gräber. Aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit mit sehr viel Lehm ist die Ruhefrist weitaus länger als am neuen Friedhof. Laut der Untersuchung eines geotechnischen Labors könne diese bis zu 45 Jahre betragen.

Rund 600 Gräber liegen auf dem alten Meringer Friedhof an der Luitpoldstraße, doppelt so viele sind es auf der Ruhestätte an der Meringerzeller Straße. Die Nutzungsrechte an Grabstätten, egal ob Erd- oder Urnengrab sind zunächst auf 15 Jahre begrenzt und können verlängert werden. Jedes Jahr gibt es in Mering rund hundert Bestattungen und rund hundert Gräber werden auch jährlich nach ihrer Ablaufzeit noch einmal verlängert so die Erfahrungswerte. Die ältesten Urnengräber des neuen Friedhofs liegen auf der Nordostseite und sind derzeit ungefähr zur Hälfte belegt. Dort werden auch Sozialbestattungen, etwa für Wohnsitz- oder anderweitig Mittellose vorgenommen. Drei bis vier sind es im Jahr.

Gerade jetzt vor Allerheiligen stören sich viele Grabbesitzer an verwilderten Nachbargräbern, berichtet Bordon. Die Pflege eines Grabes sei jedoch in der Satzung nicht vorgeschrieben und die Grabinhaber oftmals nicht vor Ort, sondern über ganz Deutschland verstreut. (ike)

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