Region: Aichach|Friedberg

Städtefreundschaft Mering und Karmiel: Viele Besuche stehen an

von Freier Mitarbeiter Heike Scherer aus Mering
Im Sommer werden sich die Jugendlichen aus Mering und Karmiel erneut für zehn Tage sehen, diesmal in Israel. Foto: Heike Scherer

Seit über vier Jahren besteht die Städtefreundschaft zwischen der Marktgemeinde Mering und der israelischen Stadt Karmiel in der Nähe des Sees Genezareth. Nun besprachen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Städtefreundschaft Mering Karmiel die Aktivitäten für das laufende Jahr.
So zeigte bereits der 92-jährige Holocaustüberlebende Nathan Grossmann aus München den Schülern der 10. Klassen des Meringer Gymnasiums den Dokumentarfilm "Linie 41", der von Grossmanns Leben erzählt. Grossmann kam zuerst ins Ghetto Lodz im besetzten Polen, wurde im Jahr 1944 nach Auschwitz transportiert und aufgrund seiner Kenntnisse als Schmid in ein Autowerk nach Braunschweig gebracht. Er überlebte als einziger aus seiner Familie die NS-Zeit. Im Gymnasium Mering wurden mit den Schülern auch Aufnahmen für einen neuen Dokumentarfilm über das "Café Zelig" in München gemacht. In diesem im Jahr 2016 eingerichteten Café treffen sich wöchentlich jüdische Überlebende zu Kaffee und Kuchen, Gesprächen und Musik.
Vom 28. April bis 6. Mai fliegen sieben Schüler des Meringer Gymnasiums mit zwei Betreuern für ihre im Lehrplan vorgeschriebene Praktikumswoche nach Karmiel. Der neue Bürgermeister Moshe Koninski und seine Angestellte Andrea Gisberg haben die Flüge organisiert. Laut ARGE-Vorsitzenden Günter Wurm werden die Schüler in einem Kibbuz, einer Textilfirma und an der Hochschule arbeiten. Während ihres Aufenthaltes sind sie in Gastfamilien untergebracht, werden die Städte Tel Aviv und Jerusalem besuchen und können in dieser Zeit den landesweiten Holocaustgedenktag miterleben.
Der nächste Israeltag wird in diesem Jahr erstmals an einem Freitag gefeiert und steht unter dem Motto "Tanzen". Er findet am 5. Juli von 16 bis etwa 20.30 Uhr statt. Aufgrund der Sperrung des Papst-Johannes-Hauses sind die Organisatoren auf der Suche nach neuen Räumen. Die Tänzerinnen "Karmiel Flowers", die bereits im Jahr 2009 in Mering zu Gast waren, halten sich für zehn Tage in Bayern auf und werden auch nach Mering kommen. Die "Little Brilliants" und die "Rising Crystals", Tanzgruppen des SV Mering, haben ihre Teilnahme ebenfalls zugesagt. Es wird israelische Speisen, aber auch bayerische Spezialitäten von Gastronomen aus Mering geben. "Wir haben nämlich den Plan, in Karmiel einmal einen Mering-Tag anzubieten", verrät Wurm. Die Besucher werden auch die Möglichkeit zum Tanzen haben und können sich an Ständen über Israel informieren.
Ende Juli/Anfang August werden die Meringer Jugendlichen zu ihrem zehntägigen Gegenbesuch in die Gastfamilien ihrer Austauschpartner nach Karmiel aufbrechen. Nach zwei bis drei Tagen in Karmiel möchte die Gruppe auch Ausflüge zum See Genezareth, nach Akko, Haifa, Tel Aviv und Jerusalem unternehmen. Eventuell soll es sogar an die Grenze zum Libanon gehen. Bis zum Ende des Jahres wollen Ansprechpartner aus Karmiel wie die Direktorin der Jugendarbeit sowie die Kulturreferentin und Organisatorin des Tanzfestivals nach Mering kommen. Für November oder Dezember ist eine Bilderausstellung des Karmieler Künstlers Daniel Hasbani geplant. (hsche)

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