Im Team für Merings Senioren

Marlene Koeniger (rechts) wurde von Bürgermeister Florian Mayer nach knapp 18 Jahren als Seniorenbeauftragte verabschiedet. Ihre Nachfolger sind Christine Maier und Guido Schlosser (links).

Christine Maier und Guido Schlosser sind die Nachfolger der langjährigen Meringer Seniorenbeauftragten Marlene Koeniger.

Fast 18 Jahre lang war Marlene Koeniger mit viel Empathie und Engagement für Merings ältere Mitbürger im Einsatz. Nun gab die 77-Jährige ihr Amt als Seniorenbeauftragte ab, das sie 2003 zusammen mit der Fraktion der Grünen initiierte. Als Nachfolger treten mit Christine Maier und Guido Schlosser gleich zwei Personen an, die sich um das Ehrenamt beworben hatten.

Die 65-jährige Christine Maier ist quasi Fachfrau auf dem Gebiet der Seniorenarbeit. Sie studierte Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Altenhilfe und leitete nach vielen Zwischenstationen zuletzt 30 Jahre lang ein Stadtteilbüro samt Bürgertreff in München-Neuperlach. Dort war auch Guido Schlosser im Einsatz, allerdings als Kriminalbeamter. Der 70-Jährige ist in Mering kein Unbekannter, denn er engagierte sich im Ruhestand zunächst bei der Ambulanten und ist seit einigen Jahren beim Meringer Bürgernetz im Fahrdienst aktiv. Welche Sorgen und Nöte Senioren drücken, die alters- und gesundheitsbedingt nur noch mit Unterstützung zu Hause wohnen können, weiß Guido Schlosser von seiner Frau Iris, die im Beratungsdienst der Meringer Sozialstation tätig ist. Mit diesem unterschiedlichen Hintergrund will das Duo sich künftig gemeinsam um die Belange der Meringer Senioren kümmern.

Bei der feierlichen Verabschiedung von Marlene Koeniger durch Bürgermeister Florian Mayer ließen sich die beiden Amtsnachfolger von den vielfältigen Einsätzen der Vorgängerin berichten. Vor allem Fahr- und Besuchsdienste für Merings Senioren waren gefragt. Als die Anfragen längst nicht mehr von ihr alleine bewältigt werden konnten, erwuchs daraus das Meringer Bürgernetz. Dort sind mittlerweile weit über hundert Ehrenamtliche engagiert. Der demografische Wandel stellt die Marktgemeinde jedoch vor immer größere Herausforderungen und so wurde von Seiten des Bürgernetzes die Gründung eines runden Tischs für ein seniorenfreundliches Mering angeregt. Aus dem Kreis dieser Interessentenrunde bildeten sich nun die drei Arbeitskreise „Wohnen zu Hause“, „Alternative Wohnformen“ und „Mobilität“. Auch die beiden neuen Seniorenbeauftragten sind Mitglieder in jeweils einem der Arbeitskreise.

Christina Maier ist seit einem Jahr in Ruhestand und mobilisiert nun wieder verstärkt ihre Kontakte in der Landeshauptstadt. Der Wunsch, auch in Mering alternative Wohnformen wie etwa ein Mehrgenerationenhaus zu realisieren, lässt sie nicht los. „Ich habe die Vision, hier in Mering noch einmal ein großes Projekt zu stemmen“, sagt sie mit Begeisterung.

Guido Schlosser hingegen bezeichnet sich als Realist und will vor allem im Kleinen etwas bewegen. Zum Thema Mobilität im Alter gehört für ihn zum Beispiel auch, dass man beim Einkaufen im Ort genügend Toiletten vorfindet, wie er erklärt. Damit Senioren so lang wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können, müssten die Familien gestärkt werden. Hier sieht Schlosser vor allem die Politik in der Pflicht.

Der völlig verschiedene Hintergrund der beiden Seniorenbeauftragten sowie die unterschiedliche Herangehensweise an ihr Ehrenamt könnten eine gute Ergänzung im Amt sein. Ein Wunsch der beiden Amtsinhaber ist die baldige Einrichtung einer Sprechstunde für Senioren, die in den Fraktionsräumen im Rathaus stattfinden könnte. Nach dem Vorbild der Nachbargemeinden Kissing und Ried soll auch eine Seniorenumfrage erarbeitet werden.

In Mering leben laut Bürgermeister knapp über 4000 Menschen ab 60 Jahren. „Was die Betreuung von Senioren betrifft, sind wir im Vergleich zu vielen Gemeinden sehr gut aufgestellt“, betont Florian Mayer. „Aber die Herausforderungen der Zukunft sind groß und man kann nicht alle Aufgaben auf Ehrenamtliche abwälzen“. (ike)

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