Urteil im Täfertinger Mordprozess: Lebenslänglich für 34-Jährigen

Der Angeklagte (links) am ersten Verhandlungstag mit seiner Dolmetscherin und seinen beiden Verteidigern.

Im Fall eines in seinem Wohncontainer in einem Neusässer Industriegebiet ermordeten Arbeiters ist am Landgericht Augsburg das Urteil gefallen: Der 34-jährige Täter muss lebenslang in Haft. Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser sprach ihn des Mordes schuldig.

Das Gericht hatte nach mehreren Verhandlungstagen keine Zweifel daran, dass der Angeklagte seinen 24-jährigen Kollegen heimtückisch getötet hatte. Der nun verurteilte Elektriker hatte während des Prozesses keine Angaben zur Tat oder zu einem möglichen Motiv gemacht. Er könne sich nicht an die Tat erinnern, erklärte sein Verteidiger für ihn am ersten Verhandlungstag. Sowohl der Täter als auch das Opfer waren zur Tatzeit deutlich alkoholisiert. Sie hatten zuvor mehrere Stunden im Container des Opfers verbracht und gemeinsam Whisky getrunken.

Gericht sieht heimtückische Tat

Dass er seinen Kollegen getötet hatte, konnte der Angeklagte allerdings auch nicht ausschließen. Womöglich habe der zuvor seine Familie beleidigt, hieß es in der vom Verteidiger verlesenen Erklärung des 34-Jährigen.

Am Tathergang hatte das Gericht nach der Vernehmung der Zeugen, viele von ihnen ebenfalls Kollegen der beiden Arbeiter eines Täfertinger Gerüstbau-Unternehmens, und der Befragung von Gutachtern jedenfalls keine Zweifel: Der Angeklagte soll seinem Bekannten zunächst von hinten mit einer Hantelscheibe mehrere Schläge gegen den Hinterkopf versetzt haben. Als der 24-Jährige zu Boden ging, habe sein Angreifer ihm durch weitere Schläge mehrere Wunden am Kopf und Gesicht zugefügt.

Zu diesem Zeitpunkt war das Opfer wohl bereits handlungsunfähig. Der Angeklagte soll zu einem Fleischmesser gegriffen und dem 24-Jährigen zunächst vier Stiche in die Brust versetzt haben, die beide Lungenflügel und das Herz des Opfers trafen. Danach habe er den Kopf des Opfers mit dem Messer fast vollständig abgetrennt, ihm erneut in die Bauchregion gestochen und die Waffe dort zurückgelassen.

Die Verteidigung hatte gefordert, den 34-Jährigen wegen Totschlags zu verurteilen. Das Gericht sah allerdings das Mordmerkmal der Heimtücke in diesem Fall als gegeben an. Der Angeklagte habe sein Opfer nicht nur niedergeschlagen und dadurch getötet, sondern sein Vertrauen ausgenutzt und ihn von hinten überfallen. Das Opfer habe keine Möglichkeit gehabt, sich zu verteidigen. Das Mordmerkmal der Grausamkeit konnte nicht angewendet werden, da das Opfer womöglich schon nach dem ersten Schlag auf den Hinterkopf das Bewusstsein verlor. Von den weiteren Verletzungen hätte der 24-Jährige dann nichts mehr mitbekommen. (lat)

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