Corona verhindert zwölfte Friedensnacht in Neusäß

von LeserReporter Jutta Kaiser aus Neusäß
Die Kränze für die Kriegergedenkstätten der Ortsteile von Neusäß wurden in diesem Jahr von der Freiwilligen Feuerwehr ausgebracht. Die feierlichen Fackelzüge mit anschließenden Kranzniederlegungen mussten diesmal ausfallen.

Die Kranzniederlegungen Am Volkstrauertag übernahm in diesem Jahr die Feuerwehr. Eine große Gedenkfeier gab es nicht.

Es wäre die zwölfte der Friedensnächte gewesen, die in Neusäß immer vor dem Volkstrauertag zum Gedenken an die Opfer der Kriege und als Symbol für Frieden und Versöhnung begangen werden. Nach einem ökumenisch gestalteten Gottesdienst trafen sich bisher stets zahlreiche Bürger, Fahnenabordnungen von Vereinen und Verbänden sowie Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche auf dem Vorplatz der St. Ägidius Kirche zu einer stimmungsvollen Feier mit Fackeln. Doch dieses Jahr musste coronabedingt anders gefeiert werden.

Bereits im September habe man sich Gedanken gemacht, wie dieser Gedenktag in Zeiten von Corona würdig begangen werden könne, erklärt Bürgermeister Richard Greiner. Im vergangenen Jahr waren 300 Besucher zur Friedensnacht gekommen. In diesem Jahr hätten am Gottesdienst, in der St. Ägidius Kirche laut Hygienekonzept lediglich 82 Personen teilnehmen dürfen. Alle weiteren Feiern zur Friedensnacht hätten abgesagt werden müssen. Somit wurde weiter überlegt, den Gottesdienst mit einer Gedenkfeier zu verbinden und als Livestream in die Stadthalle zu übertragen, wo zur damaligen Zeit 200 Personen hätten teilnehmen können, ähnlich wie bei den Kulturveranstaltungen mit persönlicher Registrierung.

Angedacht war auch eine Open Air Veranstaltung im Stadion des TSV Neusäß. Doch für das Stadion gab es noch kein Hygienekonzept und die Teilnehmerzahl war hier nicht abzusehen.

Als vierte Möglichkeit war Pfarrer Spiegel bereit, statt in der St. Ägidius Kirche, den Gottesdienst in der Stadthalle abzuhalten. Dazu hätten Elemente der städtischen Feier kommen können. Geplant waren Einlasskarten, kleinere Abordnungen und weniger Musik. Im Zuge der im Herbst neuen Auslegungen für Stadthallen war es letztlich aber auch hier nicht mehr möglich, diese Variante durchzuführen.

„Wir wollten aber nicht auf dieses wichtige Datum ganz verzichten“, so Bürgermeister Greiner. Wie früher wurden nun in den Gottesdiensten in den verschiedenen Stadtteilen, welche von einer Reihe von Stadträten besucht wurden, am vergangenen Samstag und Sonntag eine kleine Gedenkminute gehalten und in der Ansprache der Pfarrer fand ein kurzes Totengedenken statt.

Der besondere Dank des Bürgermeisters galt der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt, die die Kränze und das Friedenslicht zu den Gedenkstätten ausbrachten. „Damit ist das Erscheinungsbild vor Ort wie sonst auch, allerdings ohne große zentrale Feier“, sah Greiner einen guten Kompromiss in diesen Zeiten.

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