Feuerwehrhaus Neusäß: Neubau statt Sanierung

von LeserReporter Jutta Kaiser aus Neusäß
Anstelle des alten Feuerwehrhauses in Neusäß soll künftig ein Neubau für mehr Platz für die Arbeit der Feuerwehrleute sorgen.

Der Stadtrat Neusäß entscheidet sich einstimmig dafür, 9,3 Millionen Euro in die Brandbekämpfung zu investieren.

Die Feuerwehr genießt in der Stadt Neusäß einen hohen Stellenwert. Viele Verbesserungen wurden in den vergangenen Jahren umgesetzt, um die einzelnen Ortswehren zu stärken. Handlungsbedarf gibt es nun beim Stützpunkt der Feuerwehren in Neusäß. Das Gerätehaus in der Ortliebstraße ist inzwischen etwa 40 Jahre alt. Die Räume reichen nicht mehr und sind technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Dringlichkeit einer Erweiterung wurde schon vor längerer Zeit festgestellt – jetzt entschied der Stadtrat, wie es weiter gehen soll.

Mit durchschnittlich mehr als 250 Einsätzen im Jahr hat sich nicht nur die Zahl der Einsätze signifikant erhöht, sondern auch die Vielfältigkeit der Einsätze wesentlich verändert. Vor diesem Hintergrund wurde vor einigen Jahren eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, hinsichtlich eines Umbaus des Feuerwehrhauses. In der Folge hatte sich aber gezeigt, dass ohne einen Erweiterungsbau sowie bauliche Veränderungen im Bestand keine Verbesserung erzielt werden könne. Die Freiwillige Feuerwehr Neusäß braucht schlicht mehr Fläche.

In Abstimmung mit einem Kreis von Führungskräften wurde auch über einen möglichen anderen Standort diskutiert, wobei der einhellige Wunsch kommuniziert wurde, am Standort bleiben zu können, da hier die die Hilfsfristen (Ausrückezeiten) am besten abgedeckt werden können. Gleichzeitig sollte die Feuerwehr mit ihrem bisherigen Standort mitten in der Stadt weiter im städtischen Leben integriert bleiben und ein belebendes gesellschaftliches Element bleiben. Somit war es im vergangenen Jahre das Hauptbestreben der Stadt, die südlich angrenzenden Flächen bis zur Bahnlinie zu erwerben, was inzwischen gelungen ist.

Die nicht verbaute Restfläche will die Stadt vor eine weitere Entwicklung der Stadtmitte verwenden. Angedacht sind dabei eine bessere Erschließung der Bahnsteige, eine bessere Zugänglichkeit des Haltepunkts oder ein Park-and-ride-Platz. Das von der Stadt beauftragte Architekturbüro Schuller und Tham legte drei Varianten vor. Bei den Planungen war die Feuerwehr immer mit eingebunden.

Die erste Möglichkeit sah vor, 90 Prozent der Bausubstanz zu erhalten. Damit war der Planer dem Ansatz der Stadt, möglichst wenig Fläche zu verbrauchen, sehr entgegengekommen. Die Umsetzung wäre aber sehr teuer gekommen und zeigte zudem einige Schwachstellen. Darüber hinaus konnten auch die heute aktuell gültigen Normen nicht mit dem vorhandenen Bau umgesetzt werden. Dies betrifft unter anderem die Größe der Tore. Gleiches gilt für Variante 2, bei der 60 Prozent des Bestands erhalten geblieben wären.

Das Gremium favorisierte schließlich einstimmig die dritte Variante. Diese spart am meisten Platz und mit ihr können auch die aktuellen Vorgaben eingehalten werden. Allerdings bedeutet die Entscheidung auch den kompletten Abbruch der bestehenden Gebäude. Möglicherweise kann der Schlauchturm bleiben. Mit 9,3 Millionen Euro ist diese Variante nur geringfügig teurer Variante 1 und 2 mit 9,1 beziehungsweise 8,7 Millionen Euro.

In den 9,3 Millionen Euro ist auch ein für die Bauzeit notwendiges Provisorium enthalten, um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sicher zu stellen. Bürgermeister Richard Greiner will hier Gespräche mit Eigentümern von Flächen und Objekten führen, die für eine Zwischenlösung herangezogen werden könnten.

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