Tempolimit 120 auf A8 auch auf Höhe von Neusäß

von LeserReporter Jutta Kaiser aus Neusäß
Seit Anfang August gilt zwischen den Anschlussstellen Neusäß und Friedberg auf der A8 Tempolimit 120 Stundenkilometer

Die Strecke zwischen den Anschlussstellen Neusäß und Friedberg gilt als Unfallschwerpunkt.

Immer wieder passierten auf der Strecke zwischen den Anschlussstellen Neusäß und Friedberg auf der A8, schwere Unfälle. Bis vor einigen Wochen gab es hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Über ein Tempolimit auf dieser Strecke wurde deshalb schon lange diskutiert.

Im Juni hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nun ein zeitweises Tempolimit für die A8 zugesagt. Seit August gilt nun zwischen den Anschlussstellen Neusäß und Friedberg tagsüber zwischen sechs und 20 Uhr in beiden Richtungen Tempo 120. Insbesondere der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner ist darüber froh, denn er hatte lange schon auf ein Tempolimit gedrängt.

Immerhin war auch die Unfallkommission Südbayern anhand der Unfallstatistik bei ihrer Bewertung zum Ergebnis gekommen, dass hier eine besondere Gefährdung vorliege. Auf dem 47 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Neusäß und München habe es 938 Mal gekracht, wobei sich ein Drittel der Unfälle allein zwischen Friedberg und Neusäß ereigneten. Zurückzuführen sind diese vor allem auf nicht angepasste Geschwindigkeit aber auch zu geringem Abstand und Fehler beim Spurwechsel. „Diese Strecke ist also nachweislich besonders unfallträchtig“, stellt Greiner fest. Der Stadt Neusäß war es darüber hinaus besonders wichtig – wenn auch das Unfallaufkommen in beiden Fahrtrichtungen eigentlich gleich war –, dass vor allem differenziert auch die Gefährdungsdichte angeschaut würde. Somit wurde in die Beschränkungen auf 120 Stundenkilometer auf der A8 Richtung München bereits auch schon die Einfahrt auf die Autobahn bei der Raststätte Edenbergen hinsichtlich des dort massiv aufkommenden Schwerverkehrs mitgenommen. Aus entgegengesetzter Richtung reicht das Tempolimit bis zur Anschlussstelle Neusäß aus.

Das neue Tempolimit könnte als Vorstufe zu einer möglicherweise größer angelegten Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A8 gesehen werden. In Planung ist bereits eine Digitale Telematik-Anlage, deren Verwirklichung allerdings noch zwei, drei Jahre dauern kann. Deshalb ist Neusäß froh, dass durch die Beschilderung für Tempo 120 tagsüber auf der Autobahn, schon eine Verbesserung vorgezogen wurde. „Nochmal einige Jahren warten wollten wir nicht, deshalb haben wir darauf gedrungen, die Schilder anzubringen“, so Greiner. Aus Sicht der Stadt war es ein wichtiger erster Schritt.

Die Unfallgefahr lauert oft nicht nur in erster Linie an den Rasern. Ein besonderes Problem vermutet Greiner an den Anschlussstrecken von An- und Ausfahrt, wenn dichter Verkehr, Fahrstreifenwechsel und hohe Geschwindigkeit zusammenkommen. Er geht davon aus, dass somit Anschlussstellen in dichter Folge auch mehr Unfallgefahr beinhalten. Davon gibt es zwischen Neusäß und Friedberg fünf an der Zahl. Aber auch in Richtung Westen gibt es hier einige neuralgische Punkte. Erst Ende Juni ist die Anschlussstelle Adelsried durch einen Horrorunfall berühmt geworden, bei dem eine 38-jährige Frau getötet und mehrere Menschen schwer verletzt wurden.

Weiter sagt Greiner, dass Gespräche mit der Freiwilligen Feuerwehr gezeigt hätten, dass eine echte Gefährdung durch zu hohes Tempo auch für die Rettungskräfte bestehe. Hier habe man mit der Beschaffung von sogenannten Warnanhängern versucht zu reagieren, so dass die Unfallstelle von anderen Autofahrern schon von weitem zu erkennen ist. Unabhängig von diesem Versuch die Einsatzkräfte bestmöglich zu schützen, könne ein weiterer Schutz aber nur durch die Temporeduzierung gelingen. Ausgehend von diesem erfolgten Zwischenschritt, sollte es deshalb das Ziel sein, dass man weiter über die Anschlussstelle Neusäß hinausschaut und eine mögliche Ausweitung des Tempolimits auf der A8 ins Auge fasst. Dies wird von den Politikern von an der Strecke liegenden Kommunen, bereits gefordert.

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