Bahnausbau Augsburg-Ulm: Mit mehr Tempo zur schnelleren Verbindung

Für die Einführung des Deutschlandtakts muss der Reisedauer auf der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Ulm deutlich verkürzt werden.

Das Raumordnungsverfahren für die Strecke Augsburg-Ulm soll bereits Ende 2022 beginnen. Die Vorzugsvariante für den Ausbau der Strecke steht dann laut Bahn bis 2024.

Der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Ulm ist momentan das zweifellos größte Verkehrsvorhaben, das in der Region ansteht. Entsprechend langwierig gestalten sich bereits die Arbeiten, die als Grundlage für kommende Planungen dienen. Erschwert wird das Ganze durch den Umstand, dass die Entscheidung noch aussteht, ob die bestehende Strecke ausgebaut oder durch den Neubau einer Schnellstrecke für Fernzüge entlang der Autobahn A8 ergänzt werden soll. Doch wie nun bekannt wurde, erhöht die Bahn bei den Planungen das Tempo: Schon im Jahr 2024 soll eine Vorzugsvariante für den Streckenausbau stehen.

Der Streckenausbau verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel: Es soll schneller gehen oder besser: Es muss schneller gehen, denn der aktuelle Streckenverlauf bremst den Zugverkehr in Bayerisch-Schwaben aus. Das aber läuft den Plänen für den sogenannten Deutschlandtakt zuwider. „Deutschland braucht eine starke Schiene. Dazu gehören leistungsfähige Strecken und attraktive Bahnhöfe. Der Ausbau der Strecke Ulm-Augsburg ist ein Baustein dafür. Wir wollen für den Deutschlandtakt der Bahn die Fahrzeit zwischen Ulm und Augsburg um mehr als zehn Minuten verkürzen. Unter einer Stunde wird künftig die Fahrzeit von Augsburg nach Stuttgart liegen, noch weniger zum Stuttgarter Flughafen“, erklärt DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.

Er traf sich in Berlin zum Gespräch mit den schwäbischen CSU-Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange und Hansjörg Durz, um sie über die beschleunigten Planungen zu diesem Verkehrsprojekts zu informieren. Ende 2022 wird demnach das Raumordnungsverfahren beginnen, mit dem mögliche Varianten auf ihre Verträglichkeit für Mensch und Umwelt untersucht werden; 2024 soll die Vorzugsvariante für den Streckenausbau stehen.

„Ich begrüße die Initiativen der DB zur Beschleunigung dieses wichtigen Projektes für unsere Region und den Deutschlandtakt auf der Schiene. Wir wollen schon 2024 die Entscheidung zur Vorzugsvariante für den Bahnausbau treffen, um so rasch wie möglich in die Umsetzung des Projektes zu kommen. Unser politisches Ziel ist es, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Dafür ist dieses Projekt unverzichtbar“, kommentiert Lange und Durz ergänzt: „Die ganze Region kämpft seit Jahren für attraktivere, schnellere Schienenverbindungen. Deutlich wurde dies zuletzt Anfang Februar bei der gemeinsamen Gemeinderatssitzung von 13 Kommunen in der Stadthalle Neusäß. Deshalb freue ich mich, dass die Planungen für den Bahnausbau zwischen Ulm und Augsburg jetzt Fahrt aufnehmen. Die Einleitung des Raumordnungsverfahrens 2022 wird ein wichtiger Meilenstein. Wir werden die Planungen im Dialog mit der DB begleiten, um zu einer Lösung mit hoher Akzeptanz in der Region zu kommen.“

Besonders dürften sich die beiden gefreut haben über die Nachricht, dass "im Zuge des Bahnprojekts Ulm-Augsburg in den kommenden Jahren auch die Barrierefreiheit an allen Bahnhöfen der bestehenden Strecke geplant" werden soll, wie Bahn mitteilt. Denn wirklich barrierefrei ist an dieser Strecke im Landkreis Augsburg kaum ein Bahnhof, was auch mit eine Erklärung dafür sein mag, dass sich die Bürgermeister der betroffenen Kommunen so für den Ausbau der bestehenden Strecke einsetzen.

Die Frage, die nun zu klären bleibt, ist, wie sich die Fahrzeit zwischen Ulm und Augsburg um mehr als zehn Minuten auf 27 Minuten verkürzen lässt. Ende 2019 haben die Planungen für den Ausbau begonnen. Aktuell werden laut Bahn die Planungsgrundlagen geschaffen, in den kommenden zwei Jahren Trassenvarianten zur Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens untersucht. Bis 2024 soll die Vorzugsvariante für den Ausbau schließlich gefunden sein.

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