Hausärzte verweisen zu oft an Corona-Hotline – Kritik von Landrat Sailer

Landrat Martin Sailer (auf dem Foto auf einer Pressekonferenz zu den ersten Corona-Fällen) kritisiert nun einzelne Ärzte, die Patienten mit Verweis auf die Corona-Hotline zurückweisen.

Bei der Corona-Hotline des Landkreises Augsburg zeige sich eine besorgniserregende Entwicklung, berichtet das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Demnach häufen sich Anrufe von Menschen mit Krankheitssymptomen, die von Hausärzten mit Verweis auf die Hotline abgewiesen wurden. „Wir können erkrankten Personen keinerlei medizinische Versorgung oder Beratung bieten“, betont dazu Landrat Martin Sailer. „Von Gesetzes wegen haben wir dazu keine Befugnis. Ich appelliere daher dringend an die niedergelassenen Ärzte, ihrer Behandlungspflicht nachzukommen."

Es sei absolut inakzeptabel, dass sich einzelne Mediziner in dieser Situation ihrer Verantwortung entziehen und erkrankte Menschen sich selbst überlassen würden. "Wir alle befinden uns in einer Ausnahmesituation und jeder hat nun seinen Teil im jeweiligen Verantwortungsbereich dazu beizutragen. Allen medizinischen Berufsgruppen, die täglich unter diesen erschwerten Bedingungen arbeiten und helfen, sage ich herzlich Danke“, so Sailer. (pm)

Kommentare

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Beitrag von LeserReporter: Robert Guha
23. März 2020 - 14:59

Sehr geehrter Herr Landrat Sailer, Helfen Sie uns, dass wir endlich mit der nötigen Schutzausrüstung ausgestattet werden, damit wir auch sorgenfrei unsere Patienten versorgen können. Behandeln wir infizierte Patienten ohne ausreichender Schutzausrüstung droht uns eine 14 tägige Quarantäne, dies ist gleichbedeutend mit einer Schließung der Praxis und einer Versorgungslücke für unsere Patienten. Siehe Anhang: Schreiben der Kassenärztlichen Vereinigung von heute Mit freundlichen Grüßen Robert Guha Corona-Topthema (23.03.2020. 14:00 Uhr) +++ Aktuell keine Kenntnis über PSA-Llefermenge für Bayern +++ Seit Ende letzter Woche wird immer wieder von offiziellen Stellen darüber berichtet, dass persönliche Schutzausrüstung (PSA) bei den Kassenärztlichen Vereinigungen vorrätig sei. Die Verteilung. so heißt es in diesem Zusammenhang oft. werde an die Krankenhäuser über das StMGP und an die Niedergelassenen über die KVB erfolgen Wir moc"hten daher an dieser Stelle wie folgt zum Ausdruck bringen: Aktuell hat die KVB noch keine Kenntnis darüber, welche Art von Schutzmaterialien (Einmalhandschuhe. Masken. Kittel) und in welcher genauen Stückzahl dem ambulanten Sektor in Bayern zur Verfügung gestellt wird. Gerade das künftige Liefervolumen wird aber einen maßgeblichen Einfluss auf den Verteilungsschlüssel an Sie, unsere Niedergelassenen. haben. Zudem gilt es. die Logistik der Bereitstellung für die Praxen zu definieren. so dass eine geordnete Verteilung erfolgen kann. Vor diesem Hintergrund arbeitet die KVB bereits mit Hochdruck daran, die ofienen Fragen zu klären, um eine praxisorientierte Bedarfsermittlung zu ermöglichen. Wir bedauern. Sie derzeit nicht konkreter informieren zu können und bitten Sie. von Einzelnachfragen abzusehen. Sobald Klarheit besteht, werden wir Sie zeitnah und so detailliert wie möglich über die Modalitäten der Verteilung informieren. Sehr geehrter Herr Landrat Sailer

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