Hunderte Lehrer demonstrieren in Augsburg gegen "Piazolo-Paket"

"Uns reichts!": Vorbereitungen auf die Lehrerdemo am Freitag.

Hunderte Lehrer haben am Freitag gegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen demonstriert.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BBLV) und der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) haben am Freitag parallel Lehrer aus Augsburg und Schwaben zu einer Demonstration und Kundgebung aufgerufen. Wie bereits in anderen bayerischen Städten richtete sich der Protest gegen das sogenannte "Piazolo-Paket". Der bayerische Kultusminister hatte vor Kurzem angekündigt, dass die Lehrer im Freistaat künftig mehr arbeiten sollen, um Lehrermangel zu bekämpfen.

Konkret würden die Maßnahmen für Grundschullehrer unter 58 Jahren bedeuten, dass sie pro Woche eine Unterrichtsstunde mehr abhalten müssen. Denn an Grundschulen ist der Lehrermangel besonders groß. Die zusätzliche Arbeit soll nicht bezahlt werden, sondern auf ein Arbeitszeitkonto gutgeschrieben werden, das dann in einigen Jahren wieder abgebaut werden soll.

Außerdem dürfen Grund-, Mittel- und Förderschullehrer nach den Plänen von Michael Piazolo künftig erst mit 65 Jahren vorzeitig in den Ruhestand gehen, das Sabbatjahr wird gestrichen. Besonders betroffen könnten einige Teilzeitkräfte sein. Lehrer an Förder- und Volksschulen müssten künftig auch in Teilzeit mindestens 23 beziehungsweise 24 Stunden Arbeiten. Die Mindestarbeitszeit steigt damit um drei Stunden.

Der Kreisverband Augsburg der GEW hat nun am Freitag zu einer Kundgebung aufgerufen. Sie begann um 16 Uhr am Moritzplatz. Parallel hatten zwei weitere Verbände zu einer Kundgebung mit Start im Annahof aufgerufen. Gemeinsam zogen die Demonstranten schließlich zum Rathausplatz. Die Polizei sprach von 500 bis 800 Demonstranten in Augsburg. Die GEW selbst geht von rund 1000 Menschen aus.

Zentrale Kritikpunkte der GEW am Piazolo-Paket sind die erhöhte Stundenzahl ohne Bezahlung, die Einschränkung der Teilzeitmöglichkeiten und die Verlegung des Ruhestandsbeginns. Doch auch weitere Kritikpunkte unabhängig von dem Maßnahmenpaket hat die Gewerkschaft.

Deswegen soll in Augsburg am 14. März, kurz vor der Kommunalwahl, ein weiteres Mal demonstriert werden. "Die Kommunen können zwar nichts für den Lehrermangel, doch für die schlechte bauliche Situation und die wenigen Schulsozialpädagogen können sie schon etwas", kritisiert Tobias Bevc, Geschäftsführer der GEW Augsburg, auch die Stadtpolitik. Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft sei ein Wechsel im aktuellen Augsburger Regierungsbündnis nach der Kommunalwahl wünschenswert.

Die GEW fordert statt mehr Arbeitsbelastung, wie sie das Piazolo-Paket bedeuten würde, sogar eine deutliche Arbeitsentlastung. In den vergangenen Jahren hätten die Lehrer schleichend immer noch mehr Aufgaben übergeben bekommen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem ein höheres Einstiegsgehalt, eine Höhergruppierung der Fach- und Förderlehrer, eine Reform der Ausbildung und eine vorübergehende Reduzierung der Stundentafel. (lat)

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