Kommunalwahl 2020: Das sind die Gewinner und Verlierer in Augsburg

Abklatschen in Zeiten von Corona: Die CSU hatte gut Lachen am Wahlabend. Landtagsabgeordneter Johannes Hintersberger (von rechts) freute sich mit Fraktionschef Bernd Kränzle, Landtagsabgeordneter Andreas Jäckel und OB-Kandidatin Eva Weber über das gute Abschneiden der Partei.

CSU und Grüne sind die stärksten Kräfte – SPD verliert deutlich

Der Pulverdampf des Wahlkampfes hat sich kaum verzogen, da beginnen in Augsburg schon die ersten Spekulationen darüber wer mit wem. Tatsächlich hätte eine Koalition aus CSU und Grünen nach aktueller Lage die stabilste Mehrheit im Augsburger Stadtrat, der, so viel lässt sich schon mit Sicherheit sagen, wieder sehr bunt ausfällt.

15 Listen sind angetreten zur Wahl. Folgt man den ersten Ergebnissen, dann wären künftig 13 davon im Stadtrat vertreten – sieben davon mit jeweils nur einem Sitz. 2014 waren es auch schon elf Listen, die Vertreter ins Stadtparlament schicken konnten. Doch wer die vergangenen sechs Jahre im Augsburger Stadtrat verfolgt hat, weiß, dass sich hier noch einiges ändern kann – die WSA etwa ging im Laufe der Legislaturperiode aus Pro Augsburg hervor, die CSM löste sich ganz auf und drei von vier AfD-Stadträten wechselten ins Lager anderer Parteien. Profiteur der zahlreichen Wechselspielchen war die CSU. Sie konnte so fünf Sitze dazugewinnen und ist momentan mit 28 Sitzen von insgesamt 60 die deutlich stärkste Kraft. Das bleibt sie auch nach der Wahl - nur nicht mehr ganz so überlegen. Nach aktuellem Stand haben die Christsozialen nur 22 Sitze.

Rein rechnerisch wäre damit eine Fortführung der Koalition mit der SPD, die auf acht Sitze kommt, möglich, allerdings bestünde die Mehrheit in genau der einen, zusätzlichen Stimme des Oberbürgermeisters beziehungsweise der Oberbürgermeisterin, die ja sicher entweder der CSU oder der SPD gehört. Nur wäre das denkbar knapp.

Die klarerer Konstellation zeichnet sich mit einer Verbindung aus CSU und Grünen ab. Man kennt sich bereits aus dem aktuell noch regierenden Dreierbündnis, das auch die SPD einbindet. Und folgt man den Ausführung von Eva Weber am Wahlabend, dann hat man sich offenbar als Partner schätzen gelernt. Ausdrücklich bedankte sie sich bei ihrer Mitbewerberin Martina Wild für den fairen Wahlkampf und Umgang miteinander – "auch wenn wir nicht überall einer Meinung waren", wie Weber klar stellte. Freilich kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Festlegung stattfinden, mit wem Gespräche geführt werden und mit wem nicht. Und so ließen sich Weber und Wild am Sonntagabend nicht in die Karten schauen.

Verlierer der Wahl jedenfalls ist klar die SPD, auch wenn es Dirk Wurm knapp in die Stichwahl gegen Eva Weber geschafft hat. Selbst wenn er sich dort durchsetzen sollte, ist die SPD nur noch an dritter Stelle. Mit acht Sitzen haben die Sozialdemokraten fünf Sitze im Vergleich zum Wahlergebnis 2014 eingebüßt. Für eine Mehrheit im Stadtrat führt also kein Weg an der CSU vorbei.

Zugelegt im Vergleich zu 2014 hat dagegen die AfD. Sie ist nach derzeitigem Stand mit fünf Sitzen vertreten, ein Umstand der Martina Wild zu Denken gibt. "Es werden andere Zeiten im Stadtrat", befürchtet sie.

Noch liegen nur die Ergebnisse der Trendwahl vor, die nur unveränderte und innerhalb eines Wahlvorschlag veränderte Stimmzettel berücksichtigt. Wer letztlich für die Listen in den Stadtrat einzieht, ist voraussichtlich erst am Mittwochvormittag klar.

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