Schwere Zwischenfälle im AKW Gundremmingen: Das waren die Gründe

Zwei schwere Zwischenfälle im AKW Gundremmingen aus dem Jahr 2015 waren am Donnerstag Thema im Umweltausschuss des Landtags.

Der Umweltausschuss des Landtags hat sich am Donnerstag mit zwei Vorfällen im AKW Gundremmingen befasst. Die Staatsregierung gab einen Bericht zu den Ursachen von zwei Zwischenfällen im Jahr 2015 ab.

Beide Male wurde menschliches Versagen als Grund genannt. „Der Mitarbeiter der irrtümlich statt der Druckluft des nicht laufenden Blocks B die Druckluft des laufenden Blocks C abgeschaltet hat, war ein Mitarbeiter einer Fremdfirma, welcher offenbar nur kurz eingewiesen wurde", berichtet die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm aus der Sitzung. "Zum fraglichen Zeitraum war keine Kontrollaufsicht anwesend", so Kamm weiter.

Auch die nun vorgeschlagenen Vorkehrungen kritisiert Kamm, nennt diese "vorsintflutlich". Sogar von der Anbringung von Vorhängeschlössern sei im Umweltausschuss die Rede gewesen. "Es hat den Anschein, dass die Sorgfalt bei der Auswahl von neuem Personal abnimmt und die Zuverlässigkeitsprüfung und die Überprüfung des Befähigungsnachweises beauftragter Fremdfirmen nicht mehr in ausreichendem Umfang erfolgt und möglicherweise auch die Schulung neuer Kräfte in Zukunft noch unzureichender stattfindet“, befürchtet Kamm.

Der zweite schwerwiegende Vorfall betraf einen Fahrfehler beim Versetzen von verbrauchten Spaltelementen im Abklingbecken. Laut Bericht im Umweltausschuss ist ein Spaltelement vier Meter tief abgestürzt. "Es ist zu befürchten, dass sich diese Störfälle wiederholen werden. Statt langer Abschaltfristen, die lange Zeiten der Unsicherheit und Hängepartien mit sich bringen, sollten die beiden Blöcke möglichst schnell, also spätestens 2017, gemeinsam abgeschaltet werden“, fordert Kamm.

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