Im MUGS kann man in Kunst spazieren

von LeserReporter Nicole Fischer
Sabine Sünwoldt macht im Museum Kunst erlebbar.

Das Schwabmünchner Museum erhält in diesem Jahr den schwäbischen Museumspreis. Möglich gemacht hat das Sabine Sünwoldt, die Museumsleiterin.

Kann man in Kunst spazieren gehen? Sabine Sünwoldt hat dies erreicht. Sie ist die Museumsleiterin des Museums und der Galerie der Stadt Schwabmünchen, kurz "MUGS". Und "MUGS" hat was zu bieten: Ein Programm, in dem wirklich alle etwas für sich finden.

Es ist kein Heimatmuseum. "Jemand, der das erwartet, ist enttäuscht", so die Leiterin. "Wir haben einen Bildungsauftrag. Die Kunst ist, dies so zu vermitteln und so zu gestalten, dass Menschen schlauer sind, wenn sie hier rausgehen, ohne bewusst lernen zu müssen." Das Schwabmünchner Museum erhält in diesem Jahr den schwäbischen Museumspreis. Sünwoldt verrät ihr Erfolgsgeheimnis, denn das MUGS ist ja in aller Munde, mittlerweile sehr beliebt und überdurchschnittlich gut besucht.

Regionalgeschichte und historische Kunst müssen angeboten werden. "Ziel ist es, Dinge so zu vermitteln, dass Leute es interessant finden, obwohl die eigentlichen Interessen ganz woanders liegen", erklärt Sünwoldt. Und das erreicht die Museumsleiterin mit einem bunten Programm aus Sonderausstellungen, kulturhistorischen Ausstellungen, spannenden historischen Rundreisen oder Rundflügen vom Sessel aus, um Wissenswertes, aus Akten erzählt, über die Entwicklung und Begebenheiten von Schwabmünchen zu erfahren. Es gibt Leseabende, die sich immer an den Ausstellungsthemen orientieren. Museumsfeste stehen auf dem Programm. Hier spielt unter anderem auch eine Theatergruppe der Leonhard-Wagner-Schulen lustige Szenen aus der Geschichte Schwabmünchens, über Menschen und ihre Eigenarten. "Wir haben ein Publikum, das sich nicht ändert, das heißt, wir haben keinen Tourismus. Wir müssen uns bewegen und ändern. Das Museeum ist nie stehen geblieben", erläutert Sünwoldt.

So wurden die "Sinnesausstellungen" wie "Augenspiele" (optische Täuschung) und "Fühl mal" (Tastsinn), sowie Workshops mit Bastelangeboten zu wahren Anziehungsmagneten für Jung und Alt. Auch die VR-Brille zog viele Besucher an und Physikliebhaber kamen beim spannenden Experimentieren auf ihre Kosten. So manch einer lernte dazu oder begriff erst jetzt vergangenen Schulstoff. Die Ausstellung "Monster, Trolle, Krokodile" bewies, dass Naturfotos die Phantasie anregen und Kreaturen leben lassen können. Das sind alles Selbsterfahrungseiten der eigenen Sinne, die die Besucher begeisternd annahmen. In den Galerien der Gegenwart bekommen die Künstler aus der Region ein Forum. Die Werke der Künstler setzt Sünwoldt dabei gekonnt in Szene und lässt sich immer wieder neue faszinierende Raumgestaltungen einfallen. Magie und Genuss treffen hier aufeinander. Nicht zu vergessen sind die Cartoons und Zeichnungen, die regen Anklang fanden. Bei vielen Familien ist die Osterrallye zum festen Bestandteil im Kalender geworden. An diesem Tag geht es um Rätsel, die durch das ganze Museum führen und die aus vier Schwierigkeitsstufen bestehen. Ein kleines Café lädt zur gemütlichen Pause ein.

Ohne die Fachleute vom Bauhof würde nichts laufen

Zur Zeit arbeitet Sünwoldt an einem weiteren Highlight: an einem Escaperoom. Tatkräftig wird sie bei all ihren Projekten vom Bauhof unterstützt, ohne dessen Hilfe die Umsetzung ihrer Ideen, nicht möglich wäre. Glücklich ist sie ebenfalls über das Vertrauen, dass ihr die Stadtverwaltung von Anfang an entgegen gebracht hat. Ein Raum nach dem anderen hat Sünwoldt neu gestaltet und zu neuem Leben erweckt, so dass sie mit Stolz behaupten kann: Kunst ist erlebbar, man kann in ihr spazieren, Spaß haben, sich inspirieren lassen, Trost finden und fürs Leben mit Freude lernen. Das Motto unter dem die neue Ausstellung steht, an der sie parallel zum Escaperoom arbeitet, verrät sie jetzt schon: die Motorisierung von Schwabmünchen.

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Kommentare

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Beitrag von LeserReporter: Sabine Presnitz
23. Februar 2020 - 19:33

Ehre, wem Ehre gebührt!!!

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