Entscheidung im dritten Anlauf

von LeserReporter Christian Kruppe aus Schwabmünchen
So viel Radler, wie bei der Druchfahr der BR-Radltour wird die Schwabmünchner Innenstadt nicht oft sehen. Doch durch die Sanierung der Fuggerstraße soll sie auch für den Radverkehr attraktiver werden.

Von Christian Kruppe
Schwabmünchen Nachdem in der Vorwoche die Lager in Sachen Fuggerstraßenausbau gleich groß und der Wille beider Seiten, Kompromisse einzugehen, eher klein war, wurde die Entscheidung auf Antrag von Bürgermeister Lorenz Müller um eine Woche vertagt. Zeit für die Fraktionen, sich nochmals Gedanken um die Umsetzung der Planung zu machen. Hauptstreitpunkt war eine angedachte Verengung in Höhe des Stiegelbräuweges. Diese war der CSU ein Dorn im Auge. SPD, Grüne und Freie Wähler wollten die Verengung aber haben, um das Tempo zu drosseln. Denn im sanierten Bereich soll, wie auch schon im Teil des ersten Bauabschnitts, Tempo 30 gelten. Im Zuge der neu anberaumten Sitzung gingen die Vertreter von SPD, Grüne und Freie Wähler noch einen Schritt weiter. Mit Blick auf Ralf Kaulen, der derzeit Schwabmünchen beim Nahverkehrskonzept berät, warfen sie eine Fahrbahnbreite von sechs Metern und Tempo 20 in den Ring. Das würde die Innenstadt für Radfahrer und Fußgänger attraktiver machen. Kaulen zeigte sich bei dieser Forderung aber sehr zurückhaltend und verwies auf den Begegnungsverkehr von Bussen und LKW, der bei einer Fahrbahn von sechs Metern problematisch wird. Dafür lobte er den bisherigen Entwurf Peter Hartungs vom Planungsbüro Sweco.
Mit 16:9 Stimmen votierte der Stadtrat am Ende für die geplant Lösung. Die Fuggerstraße soll von achteinhalb auf sechseinhalb Meter Breite schrumpfen und das Tempo auf 30 gedrosselt werden – wie in den vorherigen Bauabschnitten auch.
Somit galt es weiter zu klären, ob die Engstelle am Stiegelbräuweg wie geplant umgesetzt wird, oder ob der von der CSU-Fraktion eingebrachte Vorschlag einer Querungshilfe kommen soll. Versuchsweise wurde zwischen den beiden Sitzungen mit Warnbarken eine Verengung erstellt. „Wenig repräsentativ“, wie einige Räte feststellten. Denn die Autofahren mussten dort bremsen, da die Barken den Raum sehr eng machten. Sollte die Entstelle kommen, wäre dies nur eine drei Zentimeter hohe überfahrbare Schwelle. Auch die Beobachtungen, dass die Autofahrer nach der Entstellte wieder Gas geben, lies der eine oder andere Rat nicht gelten, „denn danach war ja wieder Tempo 50 erlaubt.“ Doch ein großer Teil des Stadtrates sah in der vorgeschlagenen Querungshilfe die bessere Alternative. Mit 18:7 Stimmen wurde für diese votiert. Wobei die Querungshilfe nun so gestaltete werden soll, dass die den Verkehr auch optisch die Tempodrosselung signalisiert.
Als letzter Punkt war nur noch die Lage der Bushaltestelle auf der Westseite der Fuggerstraße zu definieren. Diese war vor einem Frisörladen in der Fuggerstraße angedacht, stieß aber auf wenig Gegenliebe. Schon in der vorigen Sitzung wurde von Seiten der CSU eine Verlegung vor das Rathaus angeregt. Dies sollte nochmals geprüft werden. Bevor es zu einer endgültigen Entscheidung kam, warf Andreas Rest (CSU) einen weiteren Vorschlag in die Runde. Er regte an, die Haltestelle samt Route in die Gartenstraße zu verlegen. „Eine Durchgängigkeit zur Fuggerstraße ist an vielen Stellen gegeben“, gab er zu Bedenken. Bei seinem Kollegen Josef Alletsee sorgte diese Idee nur für Kopfschütteln. „Zuerst will die CSU, dass die Fuggerstraße breit bleibt, damit die Busse Platz haben, kaum ist dies beschlossen, wollen sie den Bus aus der Straße haben“, schimpft der Verkehrsreferent. Mit 16:9 Stimmen stimmte der Stadtrat dafür, dies zu prüfen, und bei einem negativen Bescheid seitens der AVV wieder zum ursprünglichen Plan zurückzukehren.
Nach viel Diskussion kann nun Planer Peter Hartung seine Arbeit vollenden. Denn noch im Winter sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden, damit im Frühjahr die Bagger anrollen können. Dann wird die lang ersehnte Fortführung der Innenstadtgestaltung beginnen und Schwabmünchen weiter an Attraktivität gewinnen.

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