Region: Augsburger Land

Krähen sorgen für Ärger in Schwabmünchen

von LeserReporter Christian Kruppe aus Schwabmünchen
Nicht nur im Luitpoldpark sorgen die Krähen für Ärger, auch immer mehr Anlieger stören sich an den Tieren

Im Luitpoldpark hat man vor allem Sorge um die Attraktivität. Die Anwohner stört unter anderem der Lärm.

Saatkrähen sind intelligent und geschützt. Und für immer mehr Menschen lästig. Denn sie vermehren sich immer mehr und breiten sich dadurch weiter aus. Und meist dorthin, wo sie nicht gerne gesehen werden. So zum Beispiel im Schwabmünchner Luitpoldpark. Waren es dort noch vor sieben Jahre 32 Brutpaare, so dürften es mittlerweile um die 200 sein. Laut Stadtverwaltung seien im April 420 Tiere gezählt worden. Ein Wachstum, dass die Besucher des Parks, die Nachbarn und auch den Verschönerungsverein massiv stört.

Denn das schwarze Federvieh ist nicht einfach nur da "und schön anzusehen" wie mancher Tierschützer behaupten mag. Die Anwohner stört zum einen der Lärm, wenn hunderte Saatkrähen in den frühen Morgenstunden und am Abend anfangen zu kommunizieren. Das laute Gekrächze findet da wenig Freude. Das zweite auftretende Problem ist, dass viele Anwohner und Parkbesucher feststellen, dass mit Zunehmen der Krähenpopulation die Zahl der heimischen Singvögel deutlich abnimmt. Und zum Schluss ist da noch der Dreck - und zwar in doppelter Hinsicht. Auf der einen Seite der Vogelkot, der Gärten, Häuser und Autos "schmückt" und zudem zu gewissen Jahreszeiten das Begehen einiger Wege im Park fast unmöglich macht. Zudem suchen die Vögel gerne im Müll nach Nahrung. Dies hat zur Folge, dass der Müll aus den Behältern im Park in schöner Regelmäßigkeit um diese herum verteilt auf den Boden liegt. Das ist kein schöner Anblick und auch durchaus ein Risiko für andere Tiere und Kinder. Und auch die Landwirtschaft klagt. Helmut Kugelmann, Stadtrat und Landwirt berichtete im April, dass die Bauern die Felder in der Nähe des Parks fast alle zwei Tage neu ansähen könnten. "Die fressen alles weg", so Kugelmann.

Im Park hat man vor allem Sorge um die Attraktivität. "Manche Wege werden zu Brutzeit nicht mehr genutzt, die Besucher schimpfen", so Heinz Schwarzenbacher, Vorsitzender des Verschönerungsvereins. Kritisch sieht man vor allem die Richtung der Entwicklung. Denn die Tiere nähern sich immer mehr den Spielplätzen. "Allein in Klettergarten und Wassertretanlage stecken rund 200.000 Euro europäisches Fördergeld. Das droht bald ein Vogelklo zu werden", schimpft Schwarzenbacher. "Es kann nicht sein, dass der Mensch so hintenanstehen muss", so der Vereinsvorsitzende weiter.

Dabei will der Verein die Saatkrähen nicht gänzlich loswerden. "Als sich vor ein paar Jahren gezeigt hat, dass die Zahl der Vögel steigt, war es unser Wunsch, das Wachstum in den Griff zu bekommen", so der Vorsitzende. Doch geschehen ist nichts. Es wird weiter am Schutzstatus der Tiere festgehalten. Ein Umstand, der mittlerweile nicht nur in Schwabmünchen hinterfragt wird. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es rund 10.000 Brutpaare in Bayern. Vor allem die Landwirtschaft, damals das Hauptopfer der Krähen, bekämpfte sie, so dass bis in die 1950er noch 600 Paare übrig waren. Folgerichtig wurde die Saatkrähe unter Naturschutz gestellt. Mittlerweile gibt es mehr als 14.000 Brutpaare in Bayern und die Zahl steigt weiter an.

Doch nicht nur im Park bereiten die Krähen Ärger. Auch im sogenannten "Schützenheimwäldchen" im Süden der Stadt ist die Population deutlich gewachsen. Rund 100 Tiere verärgern dort die Anwohner. Auch hier klagen die Menschen über Lärm und Vogelkot. "Wenn der Schwarm am Abend kommt, dann ist das wie in dem bekannten Hitchcock-Film", klagt eine Anwohnerin.

Bislang ist die Stadt Schwabmünchen wie auch der Verschönerungsverein mit ihrem Wunsch nach Hilfe auf wenig Gehör bei den zuständigen Behörden gestoßen. Daher will der Verein die Stadt nun unterstützen, erklärt der Vorsitzende Heinz Schwarzenbacher. "Wir sammeln Unterschriften, um der Behörde zu zeigen, wie groß die Unzufriedenheit der Bevölkerung ist", so Schwarzenbacher.

Die Mitglieder sind mit Listen in der Stadt unterwegs, zudem liegen sie an folgenden Stellen aus: im Biergarten im Park, in der Tankstelle Meiringer, Tankstelle Czada, im Tabak-Shop Pfeffer im V-Markt und in den Schwabmünchner Filialen der Bäckerei Müller.

Kommentare

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Beitrag von LeserReporter: Enrico Baumann
29. August 2020 - 13:53

Hallo Herr Christian Kruppe,
Hallo Ihr besorgten und verärgerten Bürger von Schwabmünchen,
Ja, es ist nicht gerade toll, wenn diese Saatkrähen sich so zahreich vermehren, die von euch gewünschte Ruhe stören und euch auch noch Dreckmachen.
Aber denkt doch mal nach und weiter. Die Natur rächt sich an uns Menschen. Wir haben uns breit gemacht, viele Tiere in ihrem natürlichen Umfeld verdrängt. Wie gehen wir mit der Natur und den Tieren um? Den Tieren muten wir es zu, unseren Lärm wie Straßenlärm, Flugzeuglärm, Industrielärm usw. usw. zu ertragen. Sie haben in unseren Augen kein Recht sich dagegen zu wehren. Sehen wir es mal anders, das was diese Vögel und auch so manch andere Tiere von sich geben, ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und Unachtsamkeit gegenüber der Natur. Wie egosistisch ist unsere Denkensweise. Sobald ein Vogel lauter pfeift soll er vertrieben werden. Passt uns etwas nicht ins Konzept muß es sofort weichen. Sicherlich ist es oft nicht gerade schön anzuhören, wenn da diese Saatkrähen herumkrächzen. Aber das ist ja auch nicht von ewiger Dauer. Versuchen wir doch alle einmal uns mit der Natur und den Tieren zu arrangieren. Seien wir doch vielmehr dankbarer und nehmen das von der Natur in Demut an, was sie uns täglich kostenlos zur Verfügung stellt.
Und so wünsche ich uns allen ein gutes Auskommen miteinander und etwas mehr Rücksicht, denn nur so können wir weiterhin friedlich miteinander die Dinge im Leben meistern und friedlicher das Leben genießen.

 


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