LW-Mittelschule ist Fairtrade-Schule

von LeserReporter Ingrid Küchle aus Schwabmünchen
Die beiden Schülersprecher Ranja und Colin erhielten von Ina Schicker, der Referentin des Vereins TransFair die Auszeichnung "Fairtrade-School".

32-köpfiges Team setzt sich für fairen Handel ein Schwabmünchen Endlich war es soweit: Die Mittelschule der Leonhard-Wagner-Schulen wurde Fairtrade-Schule. Überreicht hatte das Zertifikat Ina Schicker vom Vereins TransFair. Sie zeigte sich überrascht, dass sich zweiunddreißig Personen im Schulteam engagieren und freute sich über die vielen Aktionen zum Fairen Handel. Trommelmusik und Gesang der Gruppe „Alphason“ eröffnete das Fairtrade-Fest in der Pausenhalle der Mittelschule. Zahlreiche Aktionen der einzelnen Schulklassen luden zum Mitmachen oder zum Kaufen ein. Für das leibliche Wohl sorgte der Elternbeirat mit Getränken und Leckerem vom Grill.
Schulleiter Johannes Glaisner begrüßte die Anwesenden und meinte „Wir als Schule fühlen uns verantwortlich, die Welt ein wenig besser zu machen!“ Ina Schicker war eigens aus Füssen angereist. Sie war in doppelter Funktion da: als Vertreterin des Netzwerks der Weltläden Iller-Lech und als Referentin des Vereins TransFair. Mit einem Referentenbesuch von „Banafair“ im Jahr 2017 habe alles angefangen. Sie dürfe nun die LW-Mittelschule als 201. Schule in Bayern und erste in Schwabmünchen auszeichnen – obwohl Schwabmünchen noch keine Fairtrade-Stadt sei. „Lebt vor, wie jeder in seinem persönlichen Bereich die Welt fairer gestalten kann“, riet Schicker. Sie erzählte, was den Fairen Handel ausmache: Die Produzenten würden nicht nur den Mindestpreis erhalten, sondern eine Prämie zusätzlich, um die Schulen für ihre Kinder und andere Dinge, die ihnen wichtig seien, bezahlen zu können. Der faire Handel wirke gegen den Klimawandel, jeden Tag und nicht nur am Freitag. Alle fünf Kriterien seien mehr als erfüllt: Es bestehe ein Schulteam, das sich um den Fairen Handel kümmere, mit der stattlichen Zahl von 32 Mitgliedern; der Schulleiter stehe mit seiner Unterschrift dahinter, im Schul-Weltladen, den Automaten, im Lehrerzimmer und auf Schulfesten würden fair gehandelte Waren angeboten; im Unterricht werde das Thema behandelt; es habe beispielsweise eine Ausstellung zum Fairen Handel und ein Fußball-Turnier mit fairen Bällen stattgefunden. Außerdem bestehe direkter Kontakt zu zwei Kindern in Ghana. In zwei Jahren werde überprüft, ob die Kriterien für eine Fairtrade-Schule noch bestehen. Schicker überreichte den beiden Schülersprechern der 8. Klassen, Colin Rohleder und Ranja Antonis die Urkunde und ein Schild für den Eingang „Wir sind eine Fairtrade-School.“
Der Vertreter des Weltladens in Schwabmünchen freute sich über die Auszeichnung. Erst vor zwei Jahren sei der Schulweltladen in der Mittelschule gegründet worden. Er überreichte einen Gutschein des Weltladens – für den Schulweltladen oder das Schüler-Café. Lautstark begann nun das Fairtrade-Fest mit dem Meistertrommler aus dem Senegal, Aboubakrine „Pape“ Kane, in seiner bunten Kleidung und dem Rhythmik-Pädagogen und Perkussionisten Alexander Wiedemann. Als „Alphason“ trommelten und sangen sie, das Publikum klatschte mit. Dann galt es zu entdecken, was die Schüler und der Elternbeirat alles auf die Beine gestellt hatten.

Zahlreiche Aktionen wurden von den Schülern angeboten

Da war zunächst der Schul-Weltladen mit Kaffee und verschiedenen Leckereien, betreut von der 8 a M und 8 b M; Dienst hatten am Anfang Sarah und Maria. Leon und Tyrone steckten in Bananen-Kostümen und verkauften Bananen-Spießchen. Daneben gab es eine Tombola der Klasse 6 b; die Namen und die gewürfelten Zahlen wurden in den Computer eingegeben. Kaufen konnte man Muffins mit fair gehandelten Zutaten, frisches Popcorn oder Pflanzen aus dem Schul-Garten im ersten Stock. Im Schüler-Café gab es die Möglichkeit, einen Kaffee-Parcours mitzumachen: Sack tragen, Bohnen auslesen, rösten, mahlen und aufbrühen. Am meisten Spaß schien den Schülerinnen und Schülern „The Voice Kids“ zu machen, organisiert von der 8 a M. Draußen vor dem Schüler-Café wurden Steaks und Würstchen gegrillt, drinnen wurden sie verzehrt. Daneben konnten Kleider getauscht werden; Infos zur Herstellung von Textilien lagen aus. An einem Tisch wurde Origami gefaltet, verantwortlich war die 5 c. Die DAA (Deutsche Angestellten Akademie) stellte ein Shuffleboard zur Verfügung, betreut von Berufseinstiegsbegleiterinnen. Schüler der Klassen 9 a M verkauften Faribags (Taschen, die von Asylanten genäht worden waren). Am gleichen Tisch gab es die Möglichkeit, unter Anleitung der Berufsberaterin Luitgard Scholl eine Geldbörse aus Kaffeetüten zu nähen.
Konrektorin Sandra Deschler betonte, der Grund dafür, eine Fairtrade-Schule geworden zu sein, liege an den Schülern, die sich engagieren wollen und verlässlich sind und an den hochmotivierten Lehrerinnen Karola Stenzel und Sabine Mehringer, die sich in erster Linie um den Schulweltladen kümmern, sowie Eva Müller, die das im Februar eröffnete Schüler-Café betreue. Als Beispiel führt sie an: “Da kommen die jungen Leute aus dem Team am Donnerstag schon kurz nach 7 Uhr und richten das Frühstück her, obwohl sie erst um 8.30 Uhr Unterricht haben. Einfach toll.“

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