Region: Augsburger Land

Manfred J. Nittbaur ist in Schwabmünchen kein Unbekannter- Vernissage im Museum der Stadt Schwabmünchen

von LeserReporter Ingrid Küchle aus Schwabmünchen
Südamerikanische Klänge des Duos "Latin Flair" (Verónica Gonzalez und Markus Büttner) bereicherten die Vernissage im Museum der Stadt Schwabmünchen.

Schwabmünchen Knapp einhundert Besucher zählte die Ausstellungseröffnung im Museum Schwabmünchen mit Werken von Manfred J. Nittbaur. Ein weiterer Magnet an diesem späten Vormittag dürfte die Gruppe „Latin Flair“ mit Verónica Gonzales und Markus Büttner gewesen sein, die in Schwabmünchen und Umgebung seit vielen Jahren immer wieder Konzerte geben. Musik aus Südamerika, dazu die Bilder Nittbaurs, entstanden auf seinen Reisen in diesen Kontinent und im ersten Stock präsentiert, entführten die Besucher der Vernissage in eine bunte fremdartige Welt. Sowohl Nittbaur mit seinen Bildern, die von Menschen und Landschaften erzählen, als auch Gonzales mit ihren Liedern und Geschichten in verschiedenen, vom Aussterben bedrohten Sprachen versuchten, den Besuchern die Länder Peru, Bolivien und Chile bis Ecuador nahe zu bringen.
Trotz Erkältung und einer Stimme, die anfangs zu versagen drohte, stellte die Museumsleiterin Sabine Sünwoldt den vielseitigen Künstler interessant und informativ vor. „Malen ist Reisen ist Malen – Manfred J. Nittbaur in Lateinamerika“, so laute das Thema der Ausstellung. Der Künstler habe sich bereits früh für die soziale Lage, die Kämpfe der Menschen um ein selbstbestimmtes Leben, ihre Kultur und Geschichte interessiert, was dazu geführt habe, dass er sich seit seiner Jungend bei sozialen Projekten in Lateinamerika engagiert habe. Den südamerikanischen Kontinent habe er erstmals 2014 it seiner Frau bereist, eine zweite Reise habe sich 2016 angeschlossen. ER habe Orte und Projekte besucht, die er von Deutschland aus betreute habe.
Wo andere Reisetagebücher schreiben oder ihre Eindrücke fotografisch festhalten, werde für Nittbaur jede Reise eine Mal-Reise. “Schauen Sie sich ganz genau die kleinformatigen Aquarelle an, die dem Papier so viel Platz lassen, dass unsere Fantasie sich dort richtig breit machen kann“, meint Sünwoldt, „oder die stark farbigen Pastelle, die aus dem Malgrund leuchten, als habe man das Licht angeknipst“. Es gäbe viel zu entdecken und viel zu diskutieren, stellte die Museumsleiterin fest. Um die Farben ungehindert leuchten zu lassen, habe man in vielen Fällen darauf verzichtet, die Bilder hinter Glas zu verstecken und hoffe auf das Verständnis und die Achtsamkeit der Besucher.

Nittbaur schuf Entwürfe für die Glasbilder in der neuen Friedhofsmauer

Über den Werdegang Nittbaurs weiß Sünwoldt zu berichten, dass er an der Akademie in München bei Professor Horst Sauerbruch Malerei und bei Professor Otto Kallenbach Bildhauerei studiert habe. Ab 1974 erfolgten Ausstellungen im In- und Ausland, seit 1977 Projekte für kommunale und sakrale Architektur. Ein Beispiel für sein Wirken in Schwabmünchen: Die Glasbilder für die renovierte Friedhofsmauer habe er entworfen und zusammen mit der Glasmalermeisterin Claudia Reining-Hopp realisiert. Nach der Vorstellung durch die Museumsleiterin richtete der Künstler selbst einige Worte an die Anwesenden. Er dankte seiner Frau für ihre Unterstützung und freute sich an der Musik. Humorvoll begrüßte er die große Anzahl der Besucher, die anschließend noch viele Fragen an ihn richteten. Er verriet auch seine Lieblingsbilder: „Verdienst“, die Darstellung einer Frau in traditioneller Kleidung, die Kunsthandwerk herstellt, entstanden in Ecuador 2016 und das Gemälde daneben, auf dem Strickerinnen zu sehen sind, im Hintergrund ein Lama.
Die Chilenin Verónica Gonzales verstand es, das Publikum sehr lebendig zu unterhalten. Mit Pfeifen, einer Art Jodeln, zwitschern, Minenspiel, Gesten und in ursprünglichen Sprachen wie Chechua, Xingu und Nowatl, der Sprache der Azteken, aber auch in Portugiesisch und Englisch gestaltete sie ihre Lieder. Sie erzählte und sang zum Beispiel von einem ganz kleinen Vogel in Amazonien mit Federn in allen Farben der Welt. Sie verwendete neben Gitarre und Cajon zusammen mit ihrem Partner exotische und traditionelle Instrumente wie Charango und Berimbao.
Die Ausstellung selbst ist noch bis zum 7. Juli im Museum Schwabmünchen in der Holzhey-Straße zu besichtigen. Ein Buch über Werke von Manfred J. Nittbaur kann an der Theke des Museums erworben werden. Der Erlös kommt sozialen Projekten des Künstlers zugute.

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