Neujahrsempfang 2020 der Pfarreiengemeinschaft Schwabmünchen

von Leserreporter Nicole Fischer
Stadtpfarrer Christoph Leutgäb rief zum Handeln auf, aber auch zur Stille, Demut, Hingabe und Liebe

„Der Knecht Gottes twittert nicht, er packt an“
Rund neunzig Gläubige kamen anlässlich des Neujahresempfangs am vergangenen Samstag zur Messe in die Stadtkirche St.Michael. „Heute feiert die Kirche das Fest der Taufe des Herrn“ begann Stadtpfarrer Christoph Leutgäb den Gottesdienst. Er begrüßte die Vertreter der Politik, der Stadt und des Landkreises, der Vereine, Handwerker und Arbeitgeber. Er regte an, nachzudenken, zu wem man steht. Dies wird an den Taten jedes einzelnen sichtbar. „Der Knecht Gottes twittert nicht, er packt an“. So machte er auch auf die Renovierungsarbeiten in und an der Kirche aufmerksam und verglich sie sinnbildlich mit der Gesellschaft und der ganzen Welt, die ebenfalls „Renovierungsarbeiten“ nötig hat. „Die Kirche ist eine Baustelle. Die gute Substanz ist in die Jahre gekommen. Sie ist verschlissen und brüchig. Erneuerungen sind dringend nötig.“ Er rief zum Handeln auf, aber auch zur Stille, Demut, Hingabe und Liebe. Es geht nicht nur um Gebäude, sondern auch um den Klimawandel, damit die Zukunft Bestand hat. Es geht um die Verrohung der Sprache, um die Baustelle der sozialen Schere sowie der abnehmbaren Empathie. Er zählte das Gaffertum auf, die Pornographisierung der Gesellschaft durch Internet und anderen Medien, die Abnahme der Beziehungsfähigkeiten, die Überforderung des Menschen im Allgemeinen. Dies wären alles Baustellen, um die man nicht nur reden soll. „Ohne Anpacken bleibt es nur heiße Luft“, so Leutgäb. Abschließend fand er ermutigende Worte für die kommenden Aufgaben die vor jedem einzelnen liegen und lobte die gute Zusammenarbeit der Kommunen, Kirche, Kindergärten und Geschäfte in Schwabmünchen.

Erfolgsschlüssel für den Frieden sind der Dialog und der Austausch untereinander

Im Anschluss an der einstündigen Messe lud der Stadtpfarrer zum traditionellen Neujahresempfang in das Pfarrzentrum am Schrannenplatz ein. Das Orchester „Capella St. Michael“ eröffnete, unter der Leitung von Stefan U. Wagner, den Empfang mit wunderschönen harmonischen Melodien und untermalte den Abend mit einem abwechslungsreichen Repertoire aus fröhlichen und träumerischen Liedern. Pastoralrats-Vorsitzender Michael Würstle konnte neben den zahlreichen Vertretern genannter Organisationen, ebenso die Vertreter der Feuerwehr und Polizei, die Mitarbeiter des Krankenhauses, als auch Staatssekretärin Carolina Trautner und Landrat Martin Sailer begrüßen. Würstle machte in seiner Rede darauf aufmerksam, dass der gemeinsame Austausch und der Dialog Erfolgsschlüssel für die Herbeiführung des Friedens sind. „Man muss verschiedene Denkrichtungen zulassen und mit Respekt und Achtung auf unsere Mitmenschen zugehen“, wünscht er sich für das Jahr 2020. „Das ist die Grundlage für ein friedvolles Miteinander.“

Geplante Projekte in Schwabmünchen

Bürgermeister Lorenz Müller fügte hinzu, dass Gewohnheiten einerseits eine Stütze sind, andererseits sollten wir aber nicht in ihnen verharren. Es sind viele Herausforderungen zu meistern. Er sprach von der Abkühlung der Konjunktur und trotzdem hat Schwabmünchen 5000 Arbeitsplätze. „Das ist die höchste Zahl an Arbeitsplätzen im Landkreis. Wir haben ein großes Gewerbegebiet, viele heimische Firmen“, informiert Müller. „Dabei ist es mir am wichtigsten, dass wir in der Begegnung miteinander am Frieden in der Stadt arbeiten“, sagte er. „Wir sind der Landkreis mit der höchsten Zuwachsrate. Wir werden in absehbarer Zeit die Grenze von 15.000 Einwohner knacken. Dafür sind Begegnungsstätten sehr wichtig, wie Sportstätten, die entstanden sind.“ Stolz berichtete Müller ebenfalls, dass in diesem Jahr das Stadtmuseum den schwäbischen Museumspreis erhalten wird. Er informierte über die Renovierungsarbeiten am „Alten Rathaus“, welches von Grund auf renoviert werden muss. Die Statik muss wieder hergestellt und an die 50.000 Tonnen Stahl verarbeitet werden. „Das ist keine einfache Renovierung mit Malerarbeit. Das wird viel Handarbeit kosten“ ,erklärte Müller. Weiter führte er aus, dass Schwabmünchen zum höchsten effizienten Energiestandard beiträgt, indem die Neubaugebiete mit einer absolut klimaneutralen Wärmeversorgung versehen werden. „Die Bewohner werden die Wärme abnehmen dürfen, nicht müssen. Wir schaffen zusätzlich Wohnraum mit bezahlbarer Miete, dank der engen Zusammenarbeit der WBL.“ Ein besonderer Dank galt dem Landrat Martin Sailer, der Schwabmünchen in mehreren Projekten großzügig unterstütze. So wäre es Schwabmünchen allein niemals möglich gewesen, ein neues Hallenbad zu bezahlen und zu unterhalten. „Jetzt, da die Dreifachsportstätte anerkannt wurde und die Finanzierung steht, kann mit dem Bau begonnen werden“, sagte Müller erleichtert. Er dankte dem Freistaat Bayern und dem Landkreis für die finanzielle Unterstützung. Die Kosten des Bades werden Freistaat, Landkreis und Schwabmünchen etwa zu je einem Drittel tragen. Ein weiteres wesentliches Projekt ist das Thema Verkehr. Es werden für die Verkehrssicherheit mehrere Tempo 30-Zonen errichtet werden.
Ein besonderer Dank ging an die Mitarbeiter der Wertachkliniken - an die "Menschen, die die Liebe zum Patienten haben".
„Wir investieren sechs Millionen Euro in die Medizintechnik und in mehr Personal. Wir arbeiten an hochkarätigen Chefärzten – das ist alles keine Selbstverständlichkeit“ erklärte Müller. “ Alles in Allem entwickelt sich die Stadt sehr positiv“, bilanzierte er.

Der große Wille zur Gemeinsamkeit - meist an der Basis und vor Ort spürbar 

Der evangelische Pfarrer Martin Kögel stellte fest, dass der große Wille zur Gemeinsamkeit meist an der Basis und vor Ort spürbar ist. Er warb um Geldspenden für die Sanierung der 1901 errichteten Kirche an der Holzheystraße. Das undichte Dach wurde durch ein schöneres Kupferdach ersetzt. 2021 soll die Innensanierung folgen und die Umfeldgestaltung mit neuem Kirchenvorplatz und barrierefreiem Zugang.
Abschließend sangen alle Anwesenden gemeinsam das Lied „Lobpreiset all“, dass traditionell sei 17 Jahren das Ende der Veranstaltung bildet. Für das anschließende gemütliche Beisammensein, dem Dialog und Austausch, sowie dem leiblichen Wohlergehen, sorgte ein reichlich gedecktes Buffet, welches von den Ulrichswerkstätten angerichtet wurde.

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