Region: Augsburger Land

Ein Urgestein zieht vom Leder

von Freier Mitarbeiter Christian Kruppe aus Schwabmünchen
Na dann Prost (von links): Bürgermeister Lorenz Müller, Hein Schwarzenbacher und Peter Schäfer.

Von Christian Kruppe Schwabmünchen Die Stadtmusikkapelle Schwabmünchen hat zum ersten Mal in Schwabmünchen ein Starkbierfest ausgerichtet. Im Pfarrzentrum am Schrannenplatz gab es neben zünftiger Blasmusik bayerische Leckereien und vor allem eines: Feinen Humor. Zum „Aufwärmen“ gab es drei Auftritte mit Kerstin Thieler-Küchle, Joachim Stork, Alfred Vogler und Jürgen Reichardt vom Kunstverein, die in bester Stammtischemanier rund ums Bier sinnierten. So war die Lachmuskulatur bestens auf den „Star“ des Abends vorbereitet. Das Schwabmünchner Urgestein Heinz „Alla“ Schwarzenbacher schlüpfte gekonnt in die Rolle des Bruder Barnabas. Schwarzenbacher zeigte sein Gespür für die Situation und die Grenze, wie weit er gehen darf. So wetterte er los, klärte erst einmal auf, „wie abhängig Schwabmünchen von den Migranten, sprich Flüchtlingen ist. Immer wird die Stadt von solchen regiert. Unser Bügermeister flüchtete hoch zu Ross von Langerringen in die Lethau, sein Stellvertreter, eine Mischung aus altem Seehund und niederbayerischer Randfichte ist auch nicht von hier und selsbt die Nummer drei Christa Courvoisier, deren Name eh keiner schreiben kann, kommt aus Württemberg.“ Auch die Amtszeit des Bürgermeisters hatte Barnabas im Visier. „Lorenz, wenn du alle deine gegebenen Versprechen einlösen willst, dann bist du bis 2032 im Amt“, stellte der Mönch fest. Auch Altlandrat Karl Vogele bekam seinen Teil ab. Vor allem im Vergleich mit seinem Nachfolger. „Martin Sailer ist Landrat und Bezirkstagspräsident. Man sagt, er mache vormittags den Landrat und am Nachmittag den Bezirkstagspräsidenten. Lieber Karl, wenn das Amt des Landrates so ausfüllend ist, was hast denn du dann immer am Nachmittag getrieben?“ fragte er in den Raum. Um dann ernst zu werden. „Was nun kommt, meine er ernst, das sei kein Spaß“, sprach Schwarzenbacher mit versteinerte Mine. „Es kann nicht sein, dass jemand diese beiden Ämter vereint. Das kann doch unter dem Strich nicht funktionieren. Ein Amt wird darunter leiden und ich habe kein Verständnis für diese Form der Ämteranhäufung“, wetterte der ehemalige Stadtrat. Und nahm gleich wieder Fahrt auf. Wenn er ans Alte Rathaus und seinen Baufortschritt denke, kommt ihm sofort der Berliner Flughafen in den Sinn. „Aber da haben sie immerhin schon angefangen“, stellt er fest. Auch für eine Nutzung des Alten Rathauses hat er eine Idee. „Wenn man sich Gedanken darüber macht, wie viele Pläne in den vergangenen Jahren gemacht wurden, die bislang nicht umgesetzt worden sind, dann böte es sich doch an, aus dem Alten Rathaus ein Planmuseum zu machen.“ Doch auch die Stadtverwaltung in Person von Stadtbaumeister Stefan Michelfeit bekam ihr Fett ab: „Rom brüstet sich, auf sieben Hügeln erbaut zu sein. Da halten wir mit. Der Berg in Schwabegg, der Leuthauer Berg, Ulrichsberg, Öscheyberg und Apleneiger und die Buckel bei unserem Stadtbaumeister im Garten, da halten wir mit.“
Etwas mehr als eine Stunde zog Schwarzenbacher vom Leder und erntete nicht nur zum Ende tosenden Applaus. An einem Tisch kam während seiner Predigt die Frage auf, ob er denn das auch in seiner Schärfe darf. Die Antwort war eindeutig: „Der schon“. Nur schade, dass der Auftritt Schwarzenbachers im doppelten Sinne einmalig war. „Ich werde nicht weitermachen“, stellt dieser klar. Auch Peter Schäfer, Vorsitzender der Stadtmusik, war angetan. „Ein toller Abend. Wir waren ausverkauft, die Musik war super. Der Kunstverein hat drei tolle Auftritte gezeigt und Hein Schwarzenbacher hatte Fernsehniveau“, freute sich Schäfer.

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