Willi Leichtle ein 80er - ein Politiker mit Bodenhaftung

Von Dr. Heinz Münzenrieder

 

Inningen. Er hat über Jahrzehnte die Augsburger Stadtpolitik mitgestaltet und hat sich Gott sei Dank auch heute nicht ganz aufs Altenteil zurückgezogen. Besonders wenn es um „seinen“ Stadtteil geht: Der „Ur-Inninger“ Willi Leichtle, der – er muss damit leben – im früheren Gögginger Krankenhaus vor 80 Jahren das Licht der Welt erblickte. In die Wiege wurde ihm – der zunächst beim Fernmeldeamt seine ersten beruflichen Sporen verdiente – nicht viel. Bodenhaftung und Fleiß waren von Anfang an sein Metier. So stemmte er bereits als 21-Jähriger den Bau eines Familienheims auf dem damaligen kleinen landwirtschaftlichen Anwesen seiner Eltern nahe der Inninger Wertachbrücke. Seine kommunalen Wurzeln prägten den weiteren Lebensweg und die SPD wurde bald seine politische Heimat. Und was gut war: Er erkannte 1972 - als in Bayern die Gebietsreform mit den Eingemeindungen von Inningen, Bergheim, Göggingen und Haunstetten angesagt war - auch die Chancen der damals sehr umstrittenen Veränderungen. Er wird in den Augsburger Stadtrat gewählt und löst dann bald den früheren OB Wolfgang Pepper als Fraktionsvorsitzenden ab.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Sechs Jahre amtierte er als Stadtkämmerer und dabei in Personalunion zusätzlich als Sportreferent und Verantwortlicher für das Personal und die Forsten. Dies nicht zum Nachteil insbesondere für den Sport. Die Sportanlage Inningen, die TSG-Anlage, die wirtschaftliche FCA-Sanierung, das Stadion an der Bürgermeister-Ulrich-Straße sowie das Alte Hallenbad profitierten von seinem Engagement. Nicht leicht war es für ihn auch, politische Mehrheiten für die Wiedererrichtung des Goldenen Saales und für die Sanierung der „heruntergekommenen“ Altstadt zu organisieren. Dann gab es auch die Waldschadensklage gegen die Bundesrepublik, die deutschlandweit für Aufsehen sorgte und die aber auch zu viel ökologischer Sensibilität führte. Natürlich war er im Bayerischen Landtag – dem er 22 lange Jahre neben satten 38 „Jährchen“ Stadtratstätigkeit angehörte – Teil der „Sportfraktion“. Viele seiner Initiativen wurden über den Bayerischen Landessportverband – dem er jahrzehntelang angehörte – umgesetzt. Und dann gibt es – neben nicht wenigen anderen Vereinen und Institutionen – noch die AWO, wo er im schwäbischen Präsidium und im Augsburger Kreisverband ein Stück weit seine immer noch karge Freizeit verbringt. So einfach ist es: Das neue Mehrgenerationenhaus im Herzen Inningens wäre ohne sein Zutun nicht entstanden. Ganz loslassen sollte er deshalb auch künftig nicht, auch wenn er jetzt mit dem 80er dekoriert ist.

 

Anmerkung: Der Autor war u. a. als berufsmäßiger Stadtrat und Stadtdirektor ein enger Weggefährte des Jubilars.  

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