Objekt des Monats Januar 2020 im Heimatmuseum Wertingen: eine Bierdeckelsammlung Prosit Neujahr!

von LeserReporter Cornelius Brandelik aus Wertingen
Ein Teil der Bierkrugdeckeleinsätze des Heimatmuseums Wertingen

Zum Jahreswechsel, aber auch während der im Januar stattfindenden Neujahrsempfängen hören wir diesen Trinkspruch immer wieder. Das Wertinger Heimatmuseum besitzt eine respektable Bierkrugdeckelsammlung, in der mancher zünftige Spruch zu finden ist. Zimperlich waren die Menschen im 19. Jahrhundert nicht.
Thematisch beschäftigen sich viele Porzellanbierdeckel des Heimatmuseums mit Berufen: Brauer, Hafner, Jäger, Drechsler und Landwirte sind dargestellt. Aber auch Szenen sind beliebt: z. B. Militär-, Bade-, Prügel-, Zecher-, Baby-, und Liebesdarstellungen. Auch religiöse Motive finden sich häufig. Daneben gibt es die üblichen Erinnerungs- und Andenkenwidmungen.
Drastisch sind zum Teil die beigegebenen Sinnsprüche. So findet sich neben dem zentral auf dem Deckel dargestellten Knochenschädel: "Bier ist Gift". Gleichsam ein "Memento mori" für den Biertrinker. Der heimkehrende Zecher gesteht auf einem anderen Krug seiner Frau: "Nur nicht erschrecken, habe eben ein paar Gläschen hinter die Binde gegossen." Frau: "Was? Wohl gar hinter die neue, welche ich heute erst zum Namenstag gegeben? O, wie abscheulich." Auf einem Krugdeckel ist eine Mutter, die ihr Kind mit der einen Hand an den Haaren festhält und mit der anderen mit einem Stock schlägt, aufgemalt, sie trägt den Spruch bei sich: "Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich auch Herz zum Herzen findet!" Auf wieder einem anderen Deckel schwingt der Nachbar das Seil, um die Obst stehlenden Kinder zu bestrafen: "Schüttle nur recht! Einer fällt doch ganz gewiß herunter!".
Da ist man als Zeitgenosse doch mit dem einfachen Bierdeckelspruch "Heiter und froh" richtig zufrieden.
Auffallend sind die zum Teil sehr filigran gestalteten Szenerien, z. B. bei der Badeszene oder beim heimkehrenden Zecher.
Bei den beschriebenen Objekten handelt es sich um Bierkrugdeckeleinsätze aus Porzellan, die sich ursprünglich in einem Rahmen aus Zinn befanden. Der Bierkrugdeckel schützte den Kruginhalt vor unliebsamen Eindringlingen wie Insekten, Staub oder Blättern.

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