Aktion "Päckchen für Senioren in Alba Iulia“ – Schwabmünchnerin will Bewohner in Altenheimen in Rumänien zu Weihnachten überraschen

Katharina Gruber, die zwei Wochen im Altenheim in Rumänien verbrachte, und Anton Böck aus Langeneufnach, 1. Vorsitzender der Rumänienhilfe, unterhalten sich über die Bilder die sie von dort mitgebracht hat.
Schwabmünchen

Sie hatte in der Zeitung vom Pflegenotstand in Rumänien gelesen. Das veranlasste die Krankenschwester Katharina Gruber aus Schwabmünchen, zwei Wochen ihres Urlaubs zu opfern und in einem Pflegeheim in Alba Iulia auszuhelfen. Zuhause kam ihr der Gedanke, Weihnachtspakete für die Senioren zu organisieren, da es den Bewohnern der Altenheime an für uns selbstverständlichen Dingen fehlte. Der Freundeskreis Zusam-Stauden - "Hilfe für Alba-Julia (Rumänien) e.V.", der den Zeitungsbericht veranlasst hatte, wird die bis 24. November gesammelten Weihnachtspakete zu den Senioren bringen.

Nachdem Gruber den Artikel über die Pflegesituation in Rumänien gelesen hatte, nahm sie Kontakt zum "Freundeskreis Zusam-Stauden - "Hilfe für Alba-Julia (Rumänien) e.V.", auf und wurde vom 1. Vorsitzenden, Anton Böck, über das Hilfswerk und die Situation vor Ort informiert: Schwester Maria, die das Sozialprojekt in Alba Iulia leite, sei bis 1991 Rektorin des Gymnasiums in Ursberg (St. Josephskongregation) gewesen. Im Urlaub habe sie das verfallene Franziskanerkloster in Alba Iulia entdeckt und im Wiederaufbau ihre Berufung gefunden. Heute leite sie dort Kindergarten- und Vorschule, Grundschule, Mittelschule und Gymnasium sowie die Tagesbetreuung.
Zum Kloster gehören aber auch drei kleine Altenheime mit insgesamt achtzig Betreuten. „Der Grund für diese Arbeit ist das Mitleid mit den ärmeren Menschen, vor allem vom Land, die zeitlebens hart gearbeitet haben, aber nur eine Minirente bekommen. In letzter Zeit mehren sich auch die Fälle von verlassenen und verwahrlosten alten Leuten, deren Kinder sich ins Ausland abgesetzt haben und sich nicht mehr um ihre Eltern kümmern. Es ist äußerst schwer, Pflegekräfte zu bekommen, weil die tüchtigeren jungen Leute im Ausland einen Kranken betreuen und diejenigen, die im Land geblieben sind, sich lieber mit der Sozialhilfe zufrieden geben als zu arbeiten“, so Schwester Maria in einem Informationsschreiben vom Juni dieses Jahres.
Katharina Gruber reiste in das 1000 Kilometer entfernte Alba Iulia, der ehemaligen Hauptstadt von Transsilvanien, und verbrachte vierzehn Tage ihres Jahresurlaubs in einem Altenheim mit 31 Bewohnern, davon die Hälfte bettlägerig. Der Aufenthalt sei einem Schock-Erlebnis gleichgekommen. Ihr Dienst habe zwölf Stunden gedauert (nachts war niemand da). Sie sei für alles allein zuständig gewesen: Pflege, Wäsche, Essens- und Medikamentenausgabe. „Die Senioren lagen Bett an Bett, acht Leute in einem Zimmer", erzählte sie. Die Leute seien sehr genügsam und zufrieden gewesen, hätten allerdings den Eindruck erweckt, resigniert zu haben. Beim Dienst habe sie sich mit einer Pflegekraft Tag für Tag abgewechselt, ohne Pause. Die Pflegerin, die Gruber ersetzt hatte, konnte nun nach zwei Jahren erstmals Urlaub machen. Von dem monatlichen Verdienst der Pflegekraft in Höhe von 300 Euro könne man auch in Rumänien nicht leben.

Hygiene-Artikel ins Weihnachtspaket

„Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal und nicht mit dem Zustand deutscher Heime vergleichbar“, meinte Gruber. Es habe an Seife, Rasierzeug, Zahnpasta und Hygieneartikeln gefehlt. Das brachte sie daheim auf die Idee mit den Weihnachtspaketen, zumal die Bewohner nur wenig Besuch bekamen und Weihnachtsgeschenke nicht üblich seien. Wie die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ sollten die Pakete für die Insassen der Altenheime gepackt werden: Schuhschachteln oder Postkartons in Größe M werden mit Pflege- und Hygieneartikeln, warmer Kleidung und eventuell einem kleinen persönlichen Geschenk, einem Foto oder einer Weihnachtskarte bestückt und der Packzettel aufgeklebt. Schwester Maria zeigte sich von der Idee begeistert und Anton Böck sagte zu, die Pakete rechtzeitig nach Rumänien zu bringen.
Wer noch ein Weihnachtspaket packen will, sollte es bis spätestens Samstag, 24. November, zwischen 9 und 12 Uhr zum Hof der Firma Miller, Vogelburgstraße 17 in Ziemetshausen bringen oder bei Katharina Gruber, Schlossstraße 19 in Schwabmünchen bis Freitagabend abgeben. Packliste und Begleitzettel können unter www.hilfe-fuer-alba-julia.de heruntergeladen werden.
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