Bürgerinitiative kämpft für Geburtenstation in Schwabmünchen

Die Geburtenstation der Wertachklinik Schwabmünchen wird ab 1. Mai vorübergehend geschlossen. Eine Bürgerinitiative kämpft für den dauerhaften Erhalt einer Entbindungsstation in Schwabmünchen.
 
Die Station A 1 der Wertachklinik Schwabmünchen wird ab 1. Mai bis auf Weiteres geschlossen.
Schwabmünchen

Die Aussicht, dass die Geburtenstation in der Wertach-Klinik in Schwabmünchen wegen fehlender Hebammen ab 1. Mai für längere Zeit, vielleicht sogar für immer, geschlossen wird, veranlasste Josef Gegenfurtner, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, um die Bevölkerung in und um Schwabmünchen aufzurütteln und sich für den Erhalt dieser Geburtenstation einzusetzen.

Noch vor zwanzig bis dreißig Jahren war die Geburtenstation in Schwabmünchen bei werdenden Müttern sehr beliebt - auch wenn lange Zeit nur zwei Hebammen zuständig waren. Schwester Albertine leitete über viele Jahre die Station. Auch vom Umkreis kamen Frauen, um in Schwabmünchen zu entbinden – schon der Postleitzahl wegen, die in der Geburtsurkunde stehen würde. Vor rund zehn Jahren zog die Station vom dritten Stockwerk in die modern ausgestatteten Räume im ersten Stock um.
Ermutigt vom Erfolg früherer Bürgerinitiativen (Kennzeichen SMÜ, kostenloser Austausch der Braunen Tonne) will Gegenfurtner nun mit Gleichgesinnten für den Erhalt der Geburtenstation in Schwabmünchen kämpfen. Bürgerengagement erhöhe die Chance, das Anliegen auch bei politisch Verantwortlichen in München (und Berlin) durchzusetzen. Es erhöhe auch die Chance bei potentiellen Hebammen, einen Vertrag mit der Wertach-Klinik abzuschließen. Gegenfurtner meint, die Hebammen hätten aus Frust gekündigt, nicht aus finanziellen Gründen, was bedeute, dass sich auch bei der Arbeits-Atmosphäre etwas ändern müsse.
Aufgrund der Korrespondenz im Rahmen der Gründung der Bürgerinitiative sei Gegenfurtner auf ein neues Problem gestoßen, das die Haftpflichtversicherung der Ärzte bei Geburten betrifft: Die Beleg-Ärztin und die -Ärzte der beiden Wertach-Kliniken hätten noch alte Verträge, die spätestens 2020 auslaufen und durch wesentlich teurere Neuverträge ersetzt werden müssten. Seine Sorge: bis dahin gäbe es vielleicht wieder genügend Hebammen, aber wegen zu hoher Versicherungsprämien eventuell keine Belegärzte mehr. Hier sei die Politik gefragt.
Sinnvoll wäre der Erhalt der Geburtenstation auch deshalb, weil im April mit Dr. Jochen Winkler ein Facharzt für Kinder und Jugendliche seine Praxis in der Wertach-Klinik Schwabmünchen eröffnet, der Spezialist für die Versorgung von Neu- und Frühgeborenen ist.
Die Gründungsversammlung der „Bürgerinitiative für den Erhalt der Geburtenstation im Schwabmünchner Krankenhaus“ wird in den letzten beiden Aprilwochen stattfinden. Es ist eine Unterschriftenaktion geplant, die belegen soll, dass die Bürger hinter dem Erhalt der Geburtenstation stehen, sowie weitere, auch kreative, Aktionen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen und Organisationen. Der Kampf um den Erhalt der Geburtenstation soll auch ein Fest für und mit den Bürgern werden. Vertreter aus der Politik und Personal und Verantwortliche der Klinik sollen sich gemeinsam mit Vertretern der Bürgerinitiative zusammensetzen und nach Lösungen für einen dauerhaften Bestand der Geburtenstation in Schwabmünchen suchen. Informationen erhalten interessierte Bürgerinnen und Bürger unter der Mail-Adresse josef.gegenfurtner@web.de.
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